Die Anstrengungen in der E-Bike Kategorie fielen einer Optimierung des Produktportfolios zum Opfer
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Mit der Marquardt Gruppe war 2016 ein Global Player mit hoher Kompetenz in den E-Bike Markt gestartet. Man präsentierte beim ersten Auftritt auf der Eurobike sogleich ein umfassendes Portfolio an Antrieben, Batterien und Steuerelementen. Trotz diesem ausgereiften E-Bike Baukasten, der für die Nutzung durch OEMs vorgesehen war, hat man in der folgenden Zeit kaum ein Serien-E-Bike mit Marquardt-Antrieb gesehen.

Einzig die kompakten, funktionsreichen Bedienelemente mit integriertem Display fanden sich an diversen E-Bikes wie den Modellen von M1 Sporttechnik etc. wieder. Auch das zugehörige große Display war anfangs an einigen Pedelecs zu sehen, die mit dem TQ Drive ausgerüstet waren.

Trotz allem Erfolg hat man bereits Anfang des Jahres 2019 angesichts des tiefgreifenden Wandels in der Automobilindustrie, der absehbaren Konjunkturabkühlung und zudem deutlich gestiegener Kosten ein global angelegtes Transformationsprogramm auf den Weg gebracht, wie uns Marquardts Unternehmenssprecher Ulrich Schumacher auf Anfrage mitteilte.

Das Programm sollte die Effizienz und Stabilität des Unternehmens erhöhen, Risiken am Markt besser abfedern und das schwäbische Unternehmen deutlich gestärkt in die Zukunft gehen lassen. Im Zuge dessen standen dann auch Teile des Produktportfolios zur Debatte, welchem das E-Bike Geschäft dann schlussendlich zum Opfer fiel.

Allrad eBike von Marquardt

Allrad eBike von Marquardt

Man hatte erkannt, dass weitere Neuentwicklungen in diesem Segment nicht den gewünschten Nutzen bringen würden und legt demzufolge den Fokus auf andere Wachstumsfelder. So investiert man aktuell sehr stark in die Entwicklung von Batteriemanagementsystemen für elektrisch betriebene Fahrzeuge und in neue Anwendungen im Fahrzeuginnenraum.

Fazit

Nach Continental vor wenigen Monaten zieht sich ein weiterer vielversprechender Player aus dem E-Bike Markt zurück. Viele Autozulieferer können sich anscheinend nicht wirklich von ihrem Kerngeschäft abwenden, wie man nun auch bei Marquardt sieht. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass man bereits abgeschlossene Lieferverträge selbstverständlich erfüllen und auch die Ersatzteilversorgung gewährleisten möchte. Wir hätten uns für die Zukunft eher noch mehr Vielfalt gewünscht, anstatt einen Spieler nach dem anderen vom Platz gehen zu sehen.

Mehr unter www.marquardt.com.

Quelle: PM Marquardt
Bilder: s. Kennz.