Die schwäbischen Tüftler überzeugen auf der Weltleitmesse mit Innovation und Kooperation

Wer sich am Eurobike-Stand dieses Jahr die Neuheiten von BrakeForceOne 2018 ansehen wollte, wurde von neuen Entwicklungen regelrecht erschlagen – im positiven Sinn natürlich. War BrakeForceOne in der Vergangenheit nahezu ausschließlich als Bremsenhersteller im Fahrradbereich bekannt, so hat man sich inzwischen zum Systemhersteller und Entwicklungsdienstleister gemausert und dafür zuletzt auch die BFO Mobility GmbH ausgegründet.

So gab es neben dem äußerst innovativen E-Roller Flynn und dem ersten eBike-Prototypen aus der BrakeForceOne, Magura und ZF-Kooperation noch weitere Neuheiten am Stand des Unternehmens aus Tübingen zu sehen.

Erstes integriertes E-Bike ABS

Gegenüber der ersten Vorstellung des E-Bike ABS auf der Eurobike 2016 wurde das System inzwischen weiter entwickelt. War es zu Anfang nur mit der BFO H20-Bremse kompatibel, so hat man bei BrakeForceOne inzwischen daran gearbeitet, es mit anderen Hochdruck-Bremssystemen kompatibel zu machen.

Desweiteren hat man es geschafft, das E-Bike ABS so zu gestalten, dass es im Rahmen eines Pedelecs bzw. E-Bike integrierbar ist und und so ohne sichtbare Anbauteile außen auskommt. Hier beim Prototypen E-Bike mit ZF-Antrieb kann man die Integration schön sehen:

Anders als das erst im Sommer vorgestellte System von Bosch, kann das ABS von BrakeForceOne auch auf das Hinterrad wirken, wenn vom Kunden gewünscht. Die Aktoren bringen voll integrierte Sensorik und Elektronik mit und können mit gängigen Diagnosetools und E-Bike-Antrieben zusammenarbeiten.

Wann das erste Serien-eBike mit integriertem ABS für den Endkunden auf den Markt kommt, bleibt die spannende Frage. BrakeForceOne könnte es jedenfalls schaffen, hier dem Global Player Bosch ein Schnippchen zu schlagen.

F8.18 Power Unit

Auch über den Neox-Antrieb haben wir hier in der Vergangenheit berichtet. Der einzigartige Mittelmotor Neox F8.11 bringt ein sequentielles Schaltgetriebe mit, welches die Notwendigkeit sekundärer Schaltkomponenten überflüssig macht.

Die Verbreitung des Systems aus Italien ist in letzter Zeit etwas ins Stocken geraten, obwohl man in 2016 auch eine Kickstarter-Kampagne gefahren hat. Eigentlich zu unrecht, denn der Neox-Antrieb bietet diverse Vorteile, die es so bei keinem E-Bike Antrieb gibt.

Um den Antrieb weiter voranzubringen, haben die Italiener mit der BrakeForceOne GmbH und weiteren Partnern im August 2017 einen Entwicklungsvertrag geschlossen, um den Antrieb zu überarbeiten und die industrielle Fertigung voranzutreiben.

Das Ergebnis ist der F8.18 Power Unit genannte Mittelmotor, der wie sein Vorgänger acht sequentiell geschaltete Gänge bereithält, die in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht sind. Die Bauteile laufen dabei in einem Ölbad, wobei das Getriebe aus Stirnrädern besteht, die im Betrieb keinerlei seitlichen Kräften unterliegen. Das lässt eine verschleißfreie Nutzung des Antriebs über die gesamte Lebensdauer zu.

F8.18 auf der Eurobike

Gegenüber dem Vorgänger leistet der F8.18 Motor nun mit 85 Newtonmeter ein höheres Drehmoment, wobei die acht Gänge sich ohne Probleme auch unter Last schalten lassen. Dabei lässt die 48V-Antriebseinheit ihrem sportlichen Charakter freien Lauf und überzeugt trotzdem mit ihrer Robustheit und Wartungsfreiheit.

Bild: Neox/BFO

Der Antrieb ist für jeglichen E-Bike-Typ geeignet, ob sportliche Trekking- oder Crossmodelle, E-Mountainbikes oder auch City-eBikes und kann sowohl mit einer Antriebskette als auch mit einem Carbonriemen betrieben werden. Dank dem kompakten Gehäuse lässt sich der Antrieb leicht in eine Vielzahl von Rahmen integrieren und bringt dabei nur 5,9 Kilogramm zusätzliches Gewicht mit ein.

Bild: Neox/BFO

Insgesamt ist der F8.18 Antrieb eine sehr interessante Entwicklung und wir sind gespannt, bei welchen Modellen sich der Antrieb in der nächsten Zeit wiederfindet. Wir bleiben auf jeden Fall dran.

Fazit

Die BFO Mobility GmbH und die BrakeForceOne GmbH sind aus unserer Sicht einige der aufstrebendsten und innovativsten Unternehmen im E-Mobility Bereich. Das hat sich auch am Stand der Unternehmen auf der Eurobike 2017 gezeigt. Man kann nur gespannt sein, was am Standort Tübingen noch an innovativen Lösungen erarbeitet werden wird.

Weitere Informationen unter www.brakeforceone.de oder www.bfo-mobility.de.

Bilder: s. Kennz.