Mit dem Prototypen des Stingr Smart-Helms gibt Canyon 2026 einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen im Bereich vernetzter Fahrradhelme. Das Konzept verbindet ein Heads-up-Display im klappbaren Visier mit Sprachsteuerung, Audiofunktionen sowie der Anbindung an das neue Canyon Predict System. Ziel ist es, sicherheitsrelevante Informationen direkt im Sichtfeld des Fahrers bereitzustellen und gleichzeitig Ablenkungen möglichst gering zu halten.
Der Smart-Helm wurde als Bestandteil des Canyon Predict Systems entwickelt, kann jedoch auch unabhängig davon genutzt werden. Im Mittelpunkt steht ein Heads-up-Display auf der Innenseite des Visiers, das Hinweise zu Straßenhindernissen, dem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer oder Informationen zu Mitfahrern einer Gruppe einblenden kann. Die Anzeigen erscheinen überwiegend im peripheren Sichtbereich und sollen nur bei erhöhtem Gefahrenpotenzial stärker in den Mittelpunkt rücken. Ergänzt wird das Konzept durch anpassbare haptische und akustische Warnsignale.
Die Grundlage für viele Sicherheitsfunktionen bildet das Canyon Predict System. Dieses soll unter anderem Bremsmanöver vorausfahrender Fahrzeuge, Abstandsunterschreitungen oder erkannte Unfälle auswerten und den Fahrer entsprechend informieren. Zu den vorgesehenen Assistenzfunktionen zählen Prediction Assist, Distance Assist, Terrain Assist und Group Ride Assist.
Neben Sicherheitsfunktionen richtet sich der Helm auch an sportlich orientierte Fahrer. Das Display kann auf Wunsch Daten wie Geschwindigkeit, Distanz, Fahrzeit, Trittfrequenz, Leistung, Höhenmeter oder Steigung anzeigen. Zudem ist der Helm in der Lage, die Herzfrequenz selbst zu erfassen und weitere Sensordaten über Bluetooth oder ANT+ einzubinden.
Das Visier lässt sich per Sprachbefehl oder Tastendruck automatisch aus- und einklappen. Während dieses Vorgangs reinigt ein integriertes Wischblatt die Außenseite des Visiers. Für die Bedienung setzt Canyon auf ein Near-Ear-Audiosystem, das Sprachbefehle verarbeitet und akustische Hinweise, Navigationsanweisungen, Benachrichtigungen oder Telefongespräche ausgeben kann. Alternativ stehen Touch-Bedienelemente an der Außenseite des Helms zur Verfügung.
Auch außerhalb des Canyon-Ökosystems soll der Smart-Helm nutzbar sein. So können Informationen eines Smartphones in frei konfigurierbaren Bereichen des Displays dargestellt werden. Als technische Basis dient der bereits erhältliche Stingr CFR Rennradhelm, dessen Eigenschaften hinsichtlich Schutz, Komfort und Aerodynamik übernommen wurden.
Der Stingr Smart-Helm bleibt zunächst ein Prototyp. Gemeinsam mit dem ebenfalls vorgestellten Canyon Predict Bike soll er demonstrieren, wie digitale Assistenzsysteme künftig stärker in den Fahrradalltag integriert werden könnten. Einen ersten öffentlichen Auftritt hat das Konzept auf der Eurobike vom 24. bis 27. Juni in Frankfurt.
Fazit
Mit dem Stingr Smart-Helm zeigt Canyon, wie sich moderne Assistenzsysteme künftig direkt in die Schutzausrüstung integrieren lassen könnten. Die Kombination aus Heads-up-Display, Sprachsteuerung und vernetzter Sensorik verfolgt das Ziel, sicherheitsrelevante Informationen bereitzustellen, ohne den Blick dauerhaft von der Straße abzuwenden. Bis aus dem Prototyp jedoch ein marktreifes Produkt wird, dürften neben technischen Fragen auch Themen wie Bedienkomfort, Akzeptanz und der tatsächliche Sicherheitsgewinn im Alltag eine entscheidende Rolle spielen.
Werdet ihr euch den Helm und die periphere Technologie auf der Eurobike ansehen?







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