Das Explore e wurde von woom erstmals 2025 vorgestellt. Es wurde speziell für Kinder zwischen sieben und 14 Jahren entwickelt und soll diesen mehr Unabhängigkeit, Selbstvertrauen und vor allem auch Spaß an der Bewegung vermitteln, wie es damals zur Vorstellung seitens des Herstellers hieß. Es ist in zwei Größen erhältlich, von denen wir die kleinere Größe getestet haben, genannt Explore e 5. Beide Varianten kommen mit dem MAHLE XS-System, welches hier den X30-Heckantrieb integriert und dem Kind bis zu 45 Nm an Drehmoment direkt am Hinterrad bereitstellt. Wie das Pedelec bei unserem jungen Tester angekommen ist und wie sich dieses im Test geschlagen hat, erfahrt ihr jetzt in diesem Beitrag.
Woom Explore e 5 im Detail
Das Explore e 5 kommt mit einem leichten Aluminiumrahmen und ergonomischer Rahmengeometrie. Diese soll für eine leicht gestreckte Sitzposition sorgen, aber trotzdem komfortabel sein. So sollen auch Kinder längere Touren mit vielen Höhenmetern absolvieren können.
Sowohl die Sattelhöhe, als auch die Höhe des Lenkers kann über den Vorbau angepasst werden, was die Nutzbarkeit des Pedelecs über mehrere Jahre sicherstellen kann.
Woom hat sich ein System überlegt, welches die Abstimmung von Sattel- und Lenkerhöhe auf Basis von Markierungen koordiniert. Den Sattel hat woom übrigens in Zusammenarbeit mit Selle Royal entwickelt.
Das von uns getestete Modell wird derzeit nur in graphite grey angeboten, welches eine etwas zurückhaltende Farbe für ein Kind darstellt. Allerdings schimmert und funkelt der Lack im Sonnenlicht und setzt den richtigen Kontrast zu den Decals, was die Sache wieder etwas relativiert. Die Kettenstrebe ist mit einer Schutzauflage versehen, die uns etwas zu knapp bemessen erscheint.
Der MAHLE-Antrieb ist in der hinteren Felge eingespeicht und fügt sich unscheinbar ins Gesamtdesign ein. Er verlagert die Gewichtsverteilung etwas nach hinten, wobei das Kind dies beim Fahren natürlich wieder ausgleicht.
Der Heckmotor, über den wir hier schon einiges geschrieben haben, liefert bis zu 45 Nm, was für den Einsatzzweck mehr als genug erscheint und zudem in drei Stufen geregelt werden kann. Über die MAHLE-App kann man die Stufen personalisieren und auch Updates durchführen und weitere Funktionen nutzen.
Das Umschalten der Stufen funktioniert hier direkt an der Batterie, welche in einer Flaschenhalter-ähnlichen Aufnahme untergebracht ist und dem Design nach auch einer Trinkflasche nachempfunden ist.
Per Taster oben am Akku, der auch als Range Extender für manche andere Modelle mit MAHLE-Antrieben angeboten wird, lässt sich die gewünschte Unterstützungsstufe einstellen, was dann farblich per LED dargestellt wird, inklusive Füllstand.
Der Power Hub von MAHLE liegt samt leistungsfähigem, aber sehr kurzem Kabel bei. Nicht enthalten ist ein hochwertiges 60-Watt-Netzteil, welches für den Ladevorgang zusätzlich benötigt wird. Ein Standard-Ladegerät fürs Handy funktioniert nicht!
Bedienelemente für das System am Lenker gibt es nicht, dort findet man einzig das Bedienelement für die Microshift-Kettenschaltung mit acht Gängen und natürlich die Bremshebel. Diese wirken hydraulisch auf Promax Scheibenbremse, die mit Bremsscheiben von 160 mm vorne und hinten daherkommen.
Der Komfort beschränkt sich auf die Kontaktpunkte, während woom vorne eine Starrgabel verbaut, mit „großzügigem Nachlauf für gutmütiges Lenkverhalten“, wie es in der Beschreibung für das Pedelec auf der Webseite heißt.
Auf den Aluminiumfelgen, welche auf geringes Gewicht optimiert sind, sind Billy Bonkers Reifen von Schwalbe aufgezogen, ein agiler All-Terrain-Reifen mit gutem Grip und in der Flanke eingearbeiteten Reflexstreifen für Sichtbarkeit in Dämmerung und Dunkelheit. Reflektoren sind nicht montiert.
Nicht ab Werk an Bord, aber optional bestellbar: Passende Schutzbleche, Gepäckträger und Seitenständer. Auch steht noch eine Trinkflasche aus Edelstahl inklusive Halterung zur Auswahl, allerdings denken wir nicht, dass ein Kind dafür auf den Elektroantrieb verzichten will.
Auf der Fahrt
Natürlich war es das Größte für unseren jungen Tester, jetzt auch mit einem Pedelec unterwegs zu sein, wie eben auch die Eltern. Das Jammern an einem steilen Berg oder im Vorfeld einer längeren Tour wurde umgehend eingestellt und wich einer freudigen Führungsrolle.
Die drei Stufen wurden fröhlich während der Fahrt durchgeschaltet, wobei natürlich die „violette Stufe“ Boost am meisten Spaß machte und daher meistens den Vorzug bekam. Das führt uns aber schon zu einem ersten Problem.
Das Umschalten kann beim Explore e 5 einzig am Range Extender erfolgen, was ein häufiges „nach unten sehen“ während der Fahrt zur Folge hatte. Und das ist gerade bei Kindern, die naturgemäß nicht so viel Erfahrung beim Fahrradfahren haben und jetzt noch mit einem Pedelec umgehen sollen, nicht optimal.
Woom hat sich ja seit Gründung einer kindgerechten Gestaltung seiner Fahrräder verschrieben und achtet dabei in großem Maße auf Gewicht, Sicherheit und Ergonomie. Die Bedienung eines Pedelec-Antriebssystems gehört auf jeden Fall in die Kategorien Sicherheit und Ergonomie und sollte dementsprechend gestaltet werden.
Vor allem auch, weil das XS-System von MAHLE dies hergibt, denn man kann den Antrieb in seiner ganzen Einfachheit auch mit der MAHLE Duo kombinieren, welches dieses Problem im Nu gelöst hätte. Am linken Lenkergriff wäre jedenfalls noch genügend Platz.
Über den Lenker hatte das Kind das Pedelec jedenfalls gut im Griff, um damit auch mal zügig durch die Kurven zu brettern oder mal auf ein Stück abseits der befestigten Wege abzubiegen.
An den Reifen sollte es auf unseren Fahrten jedenfalls nicht scheitern, denn die Billy Bonkers machten sowohl auf Asphalt, als auch auf Schotter oder Waldboden eine gute Figur und lieferten immer genügend Grip, auch beim Bremsen.
Hier kamen dem Jungen auch die kräftigen, hydraulischen Scheibenbremsen von Promax entgegen, die mit großen Bremsscheiben vorne und hinten gut zu dosieren waren und so ein sicheres Anhalten jederzeit garantierten.
Etwas problematisch waren dabei die Pedale. Sie schienen etwas zu schmal gewählt, so dass beim kräftigen Treten in diese oder beim Stehen auf ihnen man auch leicht abrutschen konnte.
Und auch die Starrgabel, die auf befestigten Straßen zumeist für ein direktes und berechenbares Fahrgefühl sorgen soll, ließ doch zeitweise derbe Schläge auf die Arme des Kindes wirken, was zum Teil aber noch durch die Reifen gemindert wurde.
Am bequem gepolsterten Sattel lag es jedenfalls nicht, wenn die Tour etwas kürzer als gewünscht wurde. Hier war eher der Akku der limitierende Faktor, vor allem wenn meistens in der höchsten Stufe gefahren wurde. 😉 Ohne Saft im Akku war die Hilfe der Eltern wieder angesagt! Ladegerät mitnehmen!
Die Farbe traf abschließend den Geschmack des Kindes, wobei man hier das Logo auch deutlicher vom Lack hätte abgrenzen können, wie unser Tester feststellte. Allerdings glitzerte der Lack in der Sonne besonders krass.
Mit (von uns gemessenen) 11,73 kg war das Explore e 5 auch nicht zu schwer, um es auch einmal hochzuheben. Vielleicht um eine schwierige Stelle zu überwinden oder auch einfach mal, um seine Kräfte zu messen.
Die Entnahme der Akkus gestaltete sich eher leicht, aber das Einsetzen für das Kind meistens nicht. Hier war vor allem das Anschließen des Steckers schwierig, wie man so hörte.
woom Explore e 5 2025
Motor: MAHLE XS30, 250 W, 45 Nm
Batterie: MAHLE eX1, 171 Wh
Display: MAHLE App und Bediensystem auf dem Akku
Rahmen: AA-6061-Aluminium, 24″
Gabel: Unicrown-Gabel aus Aluminium, 1″-Schaft
Schaltung: microSHIFT Acolyte, 1×8
Bremsen: Promax hydraulische Flatmount-Scheibenbremsen, 160 mm v/h
Kurbelgarnitur: Aluminium, 130 mm, 28 Zähne
Vorbau: geschmiedetes Aluminium, Vario-Vorbau
Sattelstütze: anodisierte Alu-Sattelstütze
Sattel: ergonomisch, in Zusammenarbeit mit Selle Royal
Laufräder: Aluminium-Felgen, Alu-Naben, 24 leichte Niro-Speichen
Reifen: Schwalbe Billy Bonkers 24 × 2″
Gewicht: 11,73 kg (gemessen)
zul. Gesamtgewicht: 68 kg
Preis: 1.749 EUR
Fazit
Das woom Explore e 5 hat den jungen Tester beeindruckt. Der Motor war stark genug, um auch steile Anstiege zu überwinden und den Eltern davonzufahren. Die Komponenten zeigten sich gut aufeinander abgestimmt, abseits der im Fahrbericht genannten kleinen Mankos. Ein weiteres Highlight für das Kind das direkte Fahrverhalten und die gute Handhabung, die Sicherheit auf unterschiedlichen Wegen vermittelte. Ein leichter Weg für woom die Sicherheit zu erhöhen, wäre die Integration der MAHLE Duo am Lenker, was das häufige Gefummel im Rahmendreieck während der Fahrt unterbinden würde. Insgesamt hat das Pedelec für Kinder ab einen Riesenspaß gemacht und bekommt von unserem Testfahrer eine eindeutige Empfehlung! Liebe Eltern, wir befürchten, nach einer ersten Probefahrt mit dem woom muss das nächste Fahrrad wohl elektrisch sein. 😉
- starker Motor
- ausreichend großer Akku
- starke Bremsen
- griffige Reifen
- leichtes Handling
- nicht zu schwer
- bequemer Sattel
- ergonomische Griffe
- Kettenschaltung gut bedienbar
- gut anpassbar an die Körpergröße
- schöne Farbe
- Wechsel der Unterstützungsstufe während der Fahrt schwierig
- schmale Pedale
- keine Federung
- ohne Antrieb schwierig zu fahren
Transparenzhinweis: Unser ausführlicher Test des Explore e 5 wurde von der woom GmbH hinsichtlich der Produktionskosten unterstützt. Auf das Testergebnis und unsere Meinung hatte dies keinen Einfluss.



























































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