Mit dem Hekton tritt Olympia 2027 in ein Segment ein, das von Erfahrung, Technik und präzisen Konzeptentscheidungen lebt. Die neue E-Enduro des italienischen Herstellers kommt nicht mit halbherzigen Kompromissen auf den Markt, sondern mit einer Ausstattung, die bereits auf den Komponentenkatalog von 2027 ausgerichtet ist. Im Mittelpunkt steht dabei der brandneue Avinox M2S-Motor, der leistungsstärkste Antrieb, den Avinox bisher entwickelt hat, ergänzt durch die überarbeitete Fox 38 Float Factory Grip X2-Gabel in ihrer neuen 2027-Ausführung. Zusammen mit einem sorgfältig konstruierten Carbonrahmen aus Toray-T700- und T800-Fasern entsteht ein Gesamtpaket, das sowohl technisch als auch fahrdynamisch hohe Erwartungen wecken kann. Das Hekton soll ab Mai 2026 im Handel erhältlich sein.
Olympia Hekton 2027 in der Übersicht
Olympia bietet das Hekton in zwei grundlegenden Konfigurationen an, die sich an unterschiedliche Fahrerprofile richten. Die 180-mm-Variante ist konsequent auf Enduro-Einsatz ausgelegt und kommt serienmäßig in einer Mullet-Konfiguration, also mit einem 29-Zoll-Vorderrad und einem 27,5-Zoll-Hinterrad.
Die 160-mm-Variante setzt dagegen vollständig auf 29-Zoll-Laufräder und spricht Fahrer an, die längere Ausfahrten und ein ausgewogeneres Fahrgefühl bevorzugen, ohne auf nennenswerte Reserven bei technischen Abfahrten verzichten zu wollen.
Beide Versionen teilen sich denselben Rahmen, der über zwei Flip-Chips die Anpassung an die jeweilige Konfiguration – Federweg, Geometrie, Laufradgröße – ermöglicht, ohne dass ein größerer Aufwand nötig wird.
Rahmen & Geometrie
Der Rahmen des Hekton ist als Carbon-Monocoque aus Toray-T700- und T800-Fasern gefertigt, wobei ein Latex-EPS-Verfahren zum Einsatz kommt. Die Verbindungsstrukturen zwischen Hauptrahmen, Hinterbau und Wippe sind ebenfalls in Carbon ausgeführt.
Olympia hat nach eigenen Angaben großen Wert auf eine durchdachte Kinematik gelegt: Der Hinterbau arbeitet progressiv, ist also auch für den Betrieb mit einem Stahlfederdämpfer ausgelegt, und wurde so abgestimmt, dass er unter Bremskräften nicht zum Verhärten neigt.
Die Gabelgeometrie soll eine gleichmäßige, kontrollierte Lenkcharakteristik auf Abfahrten ermöglichen, während die Sitzposition gezielt so gewählt wurde, dass steile Anstiege mit stabiler Gewichtsverteilung bewältigt werden können.
Der Hinterbaustandard folgt dem Boost-Maß mit 148 mm Einbaubreite, der Steuersatz ist durchgehend auf 1,5 Zoll ausgelegt, was für Steifigkeit und Präzision in der Lenkung sorgt.
Die Geometriedaten des Hekton 180 für drei Rahmengrößen zeigen ein stimmiges Bild für ein modernes Enduro-E-MTB. Der Lenkwinkel liegt über alle Größen hinweg konstant bei 63,6°, was als flach, aber nicht extrem einzustufen ist. Insgesamt eher ein Wert, der auf anspruchsvollen Trails Vertrauen schafft, ohne auf normalen Forststraßen zur Belastung zu werden.
Der Sitzwinkel bewegt sich zwischen 77,6° und 78°, also im modernen, steilen Bereich, der eine effiziente Tretposition begünstigt und das Vorderrad bei Anstiegen entlastet. Der Reach wächst von 445 mm in S/M über 463 mm in M/L auf 496 mm in L/XL. Also Werte, die das Bike in jeder Größe als ausgewachsenes Enduro-Werkzeug kennzeichnen, ohne in den überstreckten Bereich zu gleiten.
Der Stack bleibt mit 634 bis 652 mm moderat, was die sportlich-gestreckte Haltung unterstreicht. Der Radstand liegt je nach Größe zwischen 1.241 und 1.313 mm. Das ergibt in der Summe ein Bike, das sich druckvoll und stabil in schnellen Passagen anfühlen dürfte, ohne dabei das handliche Einlenken auf engen Kurvenradien zu verlieren.
Beim Hekton 160 fällt der Lenkwinkel mit konstant 64,0° geringfügig steiler aus. Der Unterschied ist subtil, aber er zeigt, dass Olympia die 160-mm-Variante bewusst etwas agiler ausgelegt hat. Der Sitzwinkel liegt mit 77,6° bis 78,3° im selben modernen Bereich.
Der Reach bewegt sich von 448 mm (S/M) bis 500 mm (L/XL) und fällt damit leicht größer aus als beim 180er. Der Stack ist mit 631 bis 649 mm nahezu identisch. Insgesamt lässt die Geometrie des 160ers auf ein ausgewogenes Fahrverhalten schließen: direkter in der Lenkreaktion als die Enduro-Variante, aber keineswegs zappelig.
Motor & Akku
Das Herzstück des Hekton ist der brandneue Avinox M2S, der bisher leistungsstärkste Antrieb im aktuellen Avinox-Portfolio. Der Mittelmotor arbeitet mit einem Drehmomentsensor und gibt bis zu 150 Nm ab, bei einer Spitzenleistung von 1.500 Watt.
Trotz dieser Werte ist der M2S kompakter als sein Vorgänger und bringt lediglich 2,6 kg auf die Waage. Der Unterstützungsfaktor reicht bis zum 8-fachen der eingehenden Pedlakraft, was auch bei extremen Steigungen eine deutlich spürbare Unterstützung ermöglicht.
Die Wärmeabfuhr wurde gegenüber der Vorgängergeneration verbessert, was bei intensivem Einsatz die Leistungsstabilität begünstigt. Im regulären Betrieb arbeitet der Motor nach Herstellerangaben auffallend leise.
Die Energieversorgung übernimmt ein in das Unterrohr integrierter 800-Wh-Akku, der auf 21700-Zellen basiert. Die Integration ist vollständig, der Akku sitzt im Inneren des Unterrohrs und beeinflusst die Optik des Rahmens kaum.
Das überarbeitete Display verfügt über eine Bluetooth-Verbindung, eine Diebstahlschutzfunktion sowie ANT+-Kompatibilität für die Anbindung externer Geräte. Die Verwaltung der Unterstützungsstufen und die Systemüberwachung erfolgen per App.
Fahrwerk & Ausstattung
Die Ausstattungslinien des Hekton folgen einer klaren Hierarchie, die sich an den jeweiligen Einsatzschwerpunkten orientiert. An der Spitze der 180-mm-Reihe steht der Hekton 180 EVO-R 12S, der mit der Fox 38 Float Factory Grip X2 in der neuen 2027-Spezifikation und 180 mm Federweg aufwartet.
Diese Gabel führt ein neues Mittelventilsystem und einen schwimmenden Luftkolben ein, die gemeinsam für eine spürbar reduzierte Reibung, besseres Ansprechverhalten über den gesamten Federweg und eine um rund 9 Prozent erhöhte Längssteifigkeit sorgen sollen.
Den Gegenpol bildet der Fox Float X2 Factory im Trunnion-Mount mit 205×65 mm Hub, ebenfalls aus dem höchsten Regal des amerikanischen Federgabelherstellers. Die Laufräder stammen von Mavic aus der Deemax-DH-Reihe – ein Laufradsatz, der für harten Enduro-Einsatz ausgelegt ist.
Bereift wird das EVO-R vorne mit dem Vittoria Mazza in 29×2,4 Zoll TNT, hinten mit der 27,5×2,6-Zoll-Variante desselben Modells, womit die Mullet-Konfiguration komplett ist. Für die Verzögerung sorgen Formula-Cura-4-Bremsen mit Vierkolbensätteln und Scheiben in 220 mm vorne sowie 200 mm hinten.
Den Antrieb übernimmt SRAM 90 T-Type als vollständiger 1×12-Antriebsstrang, die Kurbelgarnitur stammt von Avinox. Die Dropper-Post liefert Fox mit dem Transfer Factory.
Das Hekton 180 PRO 12S tritt eine Stufe unterhalb an, behält jedoch die Formula-Cura-4-Bremsen in identischer Scheibenkonfiguration. An der Front wechselt Olympia zur RockShox ZEB BSE in 29 Zoll mit 180 mm Federweg, als Dämpfer kommt der RockShox Super Deluxe Select+ Trunnion (205×65 mm) zum Einsatz.
Der Antriebsstrang basiert auf SRAM XS 1270 T-Type mit einer 10–52-Kassette, die Kurbelgarnitur stammt von FSA. Die Laufräder kommen von Fulcrum (E-Fire 500), die Bereifung ist identisch mit dem EVO-R. Als Dropper-Post verbaut Olympia beim PRO die Crankbrothers Highline.
In der 160-mm-Reihe übernimmt der Hekton 160 EVO-R 12S die Führungsrolle. Als Gabel kommt die RockShox Lyrik Select in der DFB-Version mit 160 mm Federweg und Boost-Standard zum Einsatz, der Dämpfer ist ein RockShox Deluxe Select+ Trunnion (205×60 mm).
Der Antriebsstrang basiert auf Shimano Deore SL-M6100 als vollständiges 1×12-System mit Kassette in 10–51 Zähnen, Bremsen und Scheiben entsprechen der Formula Cura 4 in 200/180 mm. Die Laufräder stammen von Fulcrum (E-Metal 500), die Bereifung ist beim 160er einheitlich auf 27,5×2,6 Zoll Vittoria Mazza TNT vorne wie hinten ausgelegt; das Hekton 160 verzichtet also auf die Mullet-Konfiguration und setzt konsequent auf ein gleichförmiges Setup. Dropper-Post ist auch hier die Crankbrothers Highline, der Sattel ein Selle Royal SRX.
Den Abschluss der Modellpalette bildet der Hekton 160 PRO 12S, der als einzige Variante bereits ein Gewicht ausweist: 22,45 kg. Hier rüstet Olympia die Gabel auf die RockShox Psylo Gold in 29 Zoll DFB mit 160 mm Federweg auf, der Dämpfer bleibt beim Super Deluxe Select+ Trunnion (205×60 mm). Der Antriebsstrang wechselt auf Shimano XT in der 1×12-Konfiguration, die Bremsen sind Shimano BR-MT420 mit Scheiben in 203 mm vorne und 180 mm hinten.
Die Laufräder kommen vom Hauslabel X-FEEL (B148, 6-Bolt-Standard), die Bereifung besteht aus dem Vittoria Martello 27,5×2,6 Zoll TNT, einem etwas leichter rollenden Profil als das Mazza der übrigen Modelle. Kurbelgarnitur ist FSA, Dropper-Post erneut der Crankbrothers Highline.
Modellübersicht
Olympia Hekton 180 EVO-R 12S 2027
Motor: AVINOX M2S, 1.500 W (Peak), 150 Nm
Batterie: AVINOX internal, 800 Wh
Display: AVINOX DP100 flat
Rahmen: Carbon Toray T700 – T800 Latex EPS Monocoque, Link and Rear Stay, 180 mm
Gabel: FOX Float 38 FACTORY GRIP X2 29″, 180 mm
Dämpfer: Fox Float X2 Factory Trunnion 205x65mm
Schaltung: Sram 90 T-Type, 1×12
Bremsen: Formula Cura 4, 220/200 mm v/h
Kurbelgarnitur: AVINOX
Vorbau: X-FEEL Top 35mm
Sattelstütze: Fox Transfer Factory
Sattel: Sella San Marco Ground Short Sport
Laufräder: Mavic Deemax DH F:15 R:12mm
Reifen: Vittoria Mazza 29×2,4 TNT v / Vittoria Mazza 27,5×2,6 TNT h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: n/a
Olympia Hekton 180 PRO 12S 2027
ohne Bild
Motor: AVINOX M2S, 1.500 W (Peak), 150 Nm
Batterie: AVINOX internal, 800 Wh
Display: AVINOX DP100 flat
Rahmen: Carbon Toray T700 – T800 Latex EPS Monocoque 180 mm
Gabel: Rock Shox ZEB BSE 29″, 180 mm
Dämpfer: Rock Shox Super Deluxe Select+ Trunnion 205x65mm
Schaltung: Sram XS 1270 T-Type (10/52), 1×12
Bremsen: Formula Cura 4, 220/200 mm v/h
Kurbelgarnitur: FSA
Vorbau: X-FEEL Top 35mm
Sattelstütze: Crankbrothers Highline
Sattel: Sella San Marco Ground Short Sport
Laufräder: Fulcrum E-Fire 500 F:15 R:12mm
Reifen: Vittoria Mazza 29×2,4 TNT v / Vittoria Mazza 27,5×2,6 TNT h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: n/a
Olympia Hekton 160 EVO-R 12S 2027
ohne Bild
Motor: AVINOX M2S, 1.500 W (Peak), 150 Nm
Batterie: AVINOX internal, 800 Wh
Display: AVINOX DP100 flat
Rahmen: Carbon Toray T700 – T800 Latex EPS Monocoque, Link and Rear Stay, 160 mm
Gabel: Rock Shox LYRIK SELECT 29″ DFB, 160 mm
Dämpfer: Rock Shox Deluxe Select+ Trunnion 205x60mm
Schaltung: Shimano Deore SL-M6100, 1×12
Bremsen: Formula Cura 4, 200/180 mm v/h
Kurbelgarnitur: FSA
Vorbau: X-FEEL Top 35mm
Sattelstütze: Crankbrothers Highline
Sattel: Sella Royal SRX
Laufräder: Fulcrum E-Metal 500 F:15 R:12mm
Reifen: Vittoria Mazza 27,5×2,6 TNT v/h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: n/a
Olympia Hekton 160 PRO 12S 2027
Motor: AVINOX M2S, 1.500 W (Peak), 150 Nm
Batterie: AVINOX internal, 800 Wh
Display: AVINOX DP100 flat
Rahmen: Carbon Toray T700 – T800 Latex EPS Monocoque, Link and Rear Stay, 160 mm
Gabel: Rock Shox PSYLO GOLD 29″ DFB, 160 mm
Dämpfer: Rock Shox Super Deluxe Select+ Trunnion 205x60mm
Schaltung: Shimano XT, 1×12
Bremsen: Shimano BR-MT420, 203/180 mm v/h
Kurbelgarnitur: FSA
Vorbau: X-FEEL Top 35mm
Sattelstütze: Crankbrothers Highline
Sattel: Sella Royal SRX
Laufräder: X-FEEL B148 6 Bolts F:15 R:12mm
Reifen: Vittoria Martello 27,5×2,6 TNT v/h
Gewicht: 22,45 kg
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: n/a
Fazit
Das Olympia Hekton ist ein Bike, das seinen Anspruch nicht versteckt. Die Modellpalette aus vier Varianten ist dabei sinnvoll differenziert: Wer das Maximum sucht, greift zum 180 EVO-R mit Fox-Fahrwerk der neuesten Generation, wer ein ausgewogenes Trail-Bike mit moderatem Federweg bevorzugt, findet im 160 PRO eine vollwertige Alternative, wenn auch mit dem einzigen bislang bekannten Gewicht von 22,45 kg, das für die Einstiegsvariante der 160er-Linie durchaus als Orientierungswert dient. Bemerkenswert ist die Konsequenz, mit der Olympia den Avinox M2S als gemeinsame Basis aller vier Modelle einsetzt. Mit 150 Nm, 1.500 W Spitzenleistung und nur 2,6 kg Eigengewicht des Motors gibt es auf diesem Niveau keine Kompromisse, unabhängig davon, ob man zum EVO-R oder zum PRO greift. Gleiches gilt für den 800-Wh-Akku und das neue DP100-Display, die ebenfalls in der gesamten Palette identisch verbaut sind. Die Unterschiede zwischen den Ausstattungslinien betreffen also ausschließlich Fahrwerk, Antriebsstrang und Laufräder – eine transparente und nachvollziehbare Abstufung. Offen bleibt zum jetzigen Zeitpunkt, wie sich der Hekton auf dem Trail tatsächlich verhält. Die Geometriedaten sind stimmig, die Kinematik ist durchdacht beschrieben, und die Komponentenwahl ist auf dem Papier überzeugend. Preise hat Olympia bislang noch nicht kommuniziert, was eine abschließende Einordnung des Preis-Leistungs-Verhältnisses unmöglich macht. Sobald diese Informationen vorliegen, lässt sich besser beurteilen, wo sich das Hekton im zunehmend dichten Wettbewerb des Premium-E-Enduro-Segments positioniert. Bis dahin ist es ein vielversprechendes Modell, dessen umfängliche Performance erst der Praxistest zeigen wird.
Alle weiteren Details stehen auf der Website von Olympia zur Verfügung.













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