Erstmals haben wir das RELO System selbst testen können – hier unsere Eindrücke
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Um den RELO E-Bike Antrieb weiter voran zu bringen, hatte sich die dahinter stehende Drive & Innovation GmbH & Co. KG viel für die diesjährige Eurobike einfallen lassen.

Zusätzlich zum großen Stand in Halle A4, großflächigen Werbebannern und Wimpeln und auch zum Teststand vor dem Eingang Ost drehte noch ein kleines Motorflugzeug mit einer RELO-Reklame im Schlepptau über dem Messegelände unermüdlich seine Runden.

Neues vom RELO E-Bike Antrieb

Das Angebot von RELO wurde kürzlich überarbeitet und bietet nun in einem neuen Baukastensystem eine Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten an, die auch die Auswahl von Paketen hinsichtlich Akkugrößen und -anzahl, Modulanzahl usw. ermöglicht. Auch verschiedene Tretlager-Adapter usw. sind verfügbar.

Hannes Wolf von RELO hat uns dazu einen guten Überblick gegeben und dabei erklärt, dass man sich das RELO System so zusammenstellen kann, wie man es benötigt. Man greift sich dabei die Wunschkomponenten aus dem Baukasten heraus und bekommt dann seinen individuellen Antrieb.

RELO E-Bike Antrieb Baukasten

RELO Baukasten in der Übersicht

Natürlich wollten wir das mehrfach ausgezeichnete Antriebssystem (u.a. German Design Award 2017 und Red Dot Award 2016) nun auch einmal selbst ausprobieren. Hannes Wolf hat sich dafür extra viel Zeit genommen und uns zu den Testrädern begleitet (Vielen Dank, Hannes!!! 🙂 ).

Nach einer kurzen Einführung zur Funktionsweise, übrigens auch zur neuen, kompakten Bedieneinheit mit Bluetooth, ging es dann auf die „Teststrecke“. Dabei nahmen wir das System kritisch unter die Lupe, denn wir haben schon soviel über das System berichtet, nun wollten wir es auch in Aktion erleben.

Der Fahreindruck

Die Bedienbarkeit des Systems ist sehr einfach, zumindest mit dem kompakten Bedienteil. Einschalten und Fahrstufe wählen und es geht los. Der Antrieb, welcher aufgrund der umlaufenden Ketten im Getriebe zwar nicht unhörbar ist, legt sich mit ausreichend Kraft ins Zeug.

Es steht mit 45 Nm genügend Power zur Verfügung, um auf den meisten Strecken problemlos vorwärts zu kommen. Übrigens auch bei ausgeschaltetem Antrieb, der nur wenig Gewicht aufs Fahrrad bringt, welches sich dann nahezu wie ein normales Rad bewegen lässt.

Die drei Stufen unterscheiden sich merklich voneinander, wobei aus unserer Sicht die erste Stufe zu vernachlässigen ist, denn von der Motorleistung spürt man erst in den anderen zwei Stufen wirklich etwas.

Bluetooth Bedieneinheit

Bluetooth Bedieneinheit

So kamen wir auf der Runde rund um die Eurobike Messehallen auch leicht an die 25 km/h Abregelgrenze, die sich auch deutlich durch ein mehr oder weniger abruptes Abregeln bemerkbar machte. Hier hätte uns ein weicherer Übergang besser gefallen.

Was uns allerdings noch mehr gestört hat, war das Nachlaufen des Antriebs bei Stops. Das war reproduzierbar und nicht von besonderen Umständen abhängig. Hieran sollte RELO unbedingt noch einmal arbeiten, denn aus unserer Sicht kann dieser Effekt auch zumindest blaue Flecken verursachen.

Das kann sich im Zweifelsfall so darstellen: Der RELO-Fahrer fährt an eine Ampel, bremst dabei zügig ab und bringt gleichzeitig die Beine vor die Pedale auf den Boden. Die Pedale laufen einige Grad weiter und treffen den Radler an der Wade. Damit rechnet nicht unbedingt jemand, der RELO mit einem anderem Pedelec oder E-Bike vergleicht oder zum ersten Mal fährt.

Hier wäre ein Freilauf angebracht, damit so etwas unter allen Umständen nicht passieren kann.

Fazit

Ansonsten stellt sich der Antrieb als gute Alternative für Radler an, die ihr sehr hochwertiges Fahrrad mit einem ebenfalls hochwertigen E-Antrieb nachrüsten möchten. Der Preis für die Nachrüstung gelangt dabei mindestens in Regionen, bei welchem man schon Einstiegs-Pedelecs von Markenherstellern bekommt. Das sollte man vorab bedenken.

Wer mehr über den Antrieb, die Module und Pakete erfahren möchte, kann alles dazu auf den Seiten von RELO finden.

Wichtige Information
Die Drive & Innovation GmbH & Co. KG, die hinter dem RELO Antrieb steckt, hat bereits im April 2017 Insolvenz angemeldet. Der Antrieb ist daher nicht mehr erhältlich, ein fortgeführter Support ist zudem höchstwahrscheinlich ebenfalls nicht mehr sichergestellt.