Weniger Ausfälle im Cargobike-Alltag mit robusten Rotomolding-Laufrädern aus Kunststoff
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Der Einsatz von Cargobikes im urbanen Lieferverkehr nimmt weiter zu. Insbesondere im Lebensmittelhandel gehören Lastenräder inzwischen vielerorts zum Alltag der sogenannten Last-Mile-Logistik. Mit der steigenden Nutzung rückt jedoch auch ein bekanntes Problem stärker in den Fokus: Die Laufräder von Cargobikes sind deutlich höheren Belastungen ausgesetzt als bei herkömmlichen Fahrrädern und gelten vielerorts als wartungsintensive Komponente.

Der Kölner Kunststoffspezialist igus stellt nun neue Laufräder vor, die vollständig aus Kunststoff gefertigt werden. Die Räder entstehen im Rotationsgussverfahren (Rotomolding) und sollen insbesondere für den Einsatz an Lastenrädern entwickelt worden sein. Nach Angaben des Unternehmens sind die Laufräder in den Größen 24 und 26 Zoll erhältlich und zielen auf eine höhere Ausfallsicherheit im professionellen Einsatz ab.

Erfahrungen aus dem igus:bike

Die Entwicklung basiert auf Erfahrungen, die das Unternehmen mit dem igus:bike gesammelt hat. Das Fahrrad besteht zu mehr als 90 Prozent aus Kunststoff, wobei laut Hersteller rund die Hälfte des Materials aus recycelten Rohstoffen wie ausgedienten Fischernetzen stammt.

Im Rahmen zahlreicher Testfahrten und einer mehrjährigen Welttour habe sich insbesondere die Robustheit der Kunststofflaufräder gezeigt. Diese Erkenntnisse führten dazu, die Laufräder als eigenständige Komponente für Fahrrad- und Cargobike-Hersteller anzubieten.

Belastungstest über 10.000 Kilometer

Gerade bei elektrisch unterstützten Lastenrädern wirken hohe Kräfte auf die Laufräder. Mit Zuladung können Gesamtgewichte von bis zu 300 Kilogramm erreicht werden. Zusätzlich sorgen Bordsteinkanten, Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster für erhebliche Belastungen von Felgen, Speichen und Lagern.

Nach Unternehmensangaben wurden die neuen Laufräder im firmeneigenen Labor nach DIN 79010:2020-02 getestet. Dabei erfolgte eine Belastung von 120 Kilogramm pro Rad auf einem Prüfstand, dessen Laufrolle mit Erhebungen versehen war, um wiederkehrende Stoßbelastungen zu simulieren.

Laut igus blieben die Laufräder auch nach einer simulierten Fahrstrecke von 10.000 Kilometern funktionstüchtig. Für Flottenbetreiber könnte dies eine längere Nutzungsdauer und weniger ungeplante Austauschintervalle bedeuten.

Konstruktion ohne Speichen

Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Fahrradlaufrädern liegt in der Bauweise. Während konventionelle Räder aus mehreren Einzelkomponenten bestehen, werden die Kunststofflaufräder als einteiliges Bauteil gefertigt. Das soll typische Wartungsarbeiten wie das Nachziehen von Speichen oder das Zentrieren der Räder überflüssig machen.

Beim Rotationsgussverfahren wird geschmolzenes Kunststoffpulver in einer rotierenden Form gleichmäßig an den Innenwänden verteilt und anschließend ausgehärtet. Das Ergebnis ist ein nahtloses Bauteil mit hoher Formstabilität und Torsionssteifigkeit Eigenschaften, die insbesondere bei häufigen Bremsmanövern, Stop-and-Go-Betrieb und schlechten Straßenverhältnissen von Vorteil sein können.

Aufgrund der notwendigen Wandstärken fällt das Gewicht der Laufräder vergleichsweise hoch aus. Je nach Größe zwischen 24 und 28 Zoll liegt es laut Hersteller zwischen 2,2 und 2,5 Kilogramm.

Recycling am Ende der Nutzungsdauer

Ein weiterer Aspekt ist die Wiederverwertung der Komponenten. Nach Angaben von igus können die Kunststofflaufräder nach ihrer Nutzung wieder dem Materialkreislauf zugeführt werden. Damit adressiert das Unternehmen neben den Themen Wartungsaufwand und Langlebigkeit auch Anforderungen an die Nachhaltigkeit von Flotten- und Fahrradkonzepten.

Mit dem Ansatz, klassische Speichenlaufräder durch einteilige Kunststoffkonstruktionen zu ersetzen, verfolgt igus einen ungewöhnlichen Weg. Ob sich die Technologie im harten Alltag gewerblicher Cargobike-Flotten bewährt und in größerem Umfang durchsetzt, dürfte sich in den kommenden Jahren im Praxiseinsatz zeigen.

Weitere Informationen unter: www.igus.de.

Quelle: PM igus
Bilder: igus