Mit dem LEMMO 3 hat LEMMO gerade eben ein neues E-Longtail vorgestellt, das unter der Bezeichnung APV (All-Purpose Vehicle) eine eigene Fahrzeugkategorie bilden soll. Das in Berlin gegründete Unternehmen beschreibt das APV als Fahrzeug, das die Lücke zwischen E-Bike und E-Moped schließen soll. Vorgesehen ist es unter anderem für den täglichen Arbeitsweg, Kinder- und Lastentransport sowie Ausflüge abseits befestigter Wege. Hier die ersten Details.
LEMMO 3 im Überblick
Eine Besonderheit des LEMMO 3 ist die Vollfederung. Die Hinterradaufhängung verfügt laut Hersteller über 80 mm Federweg und ist über eine entkoppelte Rahmenarchitektur realisiert. Laut Hersteller die erste in einem E-Longtail.
Hinzu kommen eine hydraulische Federgabel mit ebenfalls 80 mm Federweg, eine gefederte Sattelstütze mit 20 mm Federweg und voluminöse All-Terrain-Reifen. LEMMO spricht von einem um 40 Prozent höheren Luftvolumen gegenüber herkömmlichen Reifen. Diese vier Elemente fasst der Hersteller unter der Bezeichnung „4D Suspension“ zusammen.
Beim Fahrwerk setzt LEMMO außerdem auf unterschiedlich große Laufräder. Vorne kommt ein 24-Zoll-Laufrad zum Einsatz, hinten sind es 20 Zoll. Das soll unter anderem ein besseres Überrollverhalten mit einem niedrigeren Schwerpunkt verbinden. Die klassische Fahrradlenkung unterscheidet das Konzept zudem von der indirekten Lenkung eines Frontladers.
Die Heckplattform ist 700 mm lang und für MIK-HD-Zubehör ausgelegt. Ergänzt wird sie durch einen optionalen Frontgepäckträger. Das Longtail ist für ein zulässiges Gesamtgewicht von 200 kg zugelassen. Davon entfallen maximal 120 kg auf den Fahrer, 80 kg auf den hinteren Gepäckträger und 20 kg auf den optionalen Frontgepäckträger. Das Eigengewicht des LEMMO 3 wird mit 39 kg angegeben.
Motor & Akku
Beim Antrieb setzt LEMMO auf einen Hinterradnabenmotor von Bafang. Je nach Ausführung kommen der Bafang H550 für den Kettenantrieb oder der H732 für die Variante mit Riemenantrieb zum Einsatz. Der Motor liefert laut Datenblatt bis zu 90 Nm Drehmoment und eine Spitzenleistung von 1.200 Watt. Für die EU und Großbritannien ist die Unterstützung auf 25 km/h begrenzt.
Der Akku besitzt eine Kapazität von 960 Wh und basiert auf „Semi-Solid-State-Zellen“ LEMMO nennt eine Reichweite von bis zu 180 Kilometern. Optional soll das System zudem eine V2L-Funktion bieten, über die sich Geräte mit bis zu 1.000 Watt Ausgangsleistung versorgen lassen.
Weitere Ausstattung
Auch bei der Ausstattung geht das LEMMO 3 über ein klassisches Lastenrad hinaus. Zum System gehören unter anderem ein 3,5-Zoll-Touchdisplay, GPS- und 4G-LTE-Konnektivität, OTA-Updates sowie verschiedene Funktionen zur Diebstahlsicherung.
Ein Millimeterwellenradar soll den rückwärtigen Verkehr auf bis zu 100 Meter Entfernung überwachen und vor sich nähernden Fahrzeugen warnen.
Zum Sicherheitspaket gehören außerdem eine Beleuchtung mit Abblend- und Fernlicht, automatische Bremslichter und Blinker. Hinzu kommt ein Combined Braking System (CBS), bei dem die Betätigung eines Bremshebels beide hydraulischen Bremsen aktiviert.
Für die Schaltung ist entweder eine automatische Kettenschaltung mit elektronischem Schaltwerk oder optional eine integrierte 3-Gang-Nabenschaltung in Kombination mit einem Riemenantrieb vorgesehen. Das elektronische Schaltwerk soll dabei über eine KI-gestützte Automatik verfügen und selbstständig den passenden Gang wählen.
Die Riemenantriebsvariante wird mit einem automatischen 3-Gang-System kombiniert und kostet laut aktueller Angabe zusätzlich 169 Euro.
Zur Diebstahlsicherung nennt LEMMO ein siebenstufiges System. Dazu gehören unter anderem integrierte Schlösser und GPS-Ortung.
LEMMO hat zudem eine Zusammenarbeit mit dem Helmhersteller Ryvvit angekündigt. Ein geplantes Familien-Helmsystem soll über eine sprachabdruckbasierte Intercom-Funktion die Kommunikation zwischen Fahrer und Passagieren ermöglichen. Der Helm soll als separates Zubehör erhältlich sein.
Kickstarter-Launch im Oktober
LEMMO hat die Entwicklung nach eigenen Angaben über mehrere Generationen von Prototypen und Tests vorangetrieben. Das Projekt startete bereits 2023 unter dem internen Namen APV (All Purpose Vehicle).
Einen ersten Prototyp zeigte das Unternehmen bereits 2024 auf der Eurobike. Die vollständige Vorstellung des LEMMO 3 erfolgt jetzt im September 2026, die Kickstarter-Kampagne soll im Oktober starten. Die Auslieferung an Unterstützer ist für Frühjahr 2027 angekündigt.
Beim Preis nennt LEMMO aktuell eine unverbindliche Preisempfehlung von 3.390 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Wer vor dem Kampagnenstart eine Anzahlung von 39,90 Euro leistet, soll sich einen Preis von etwa 1.890 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer sichern können. Die tatsächlich anfallende Mehrwertsteuer beziehungsweise GST hängt vom jeweiligen Land ab.
Mit 39 kg Gewicht, Vollfederung, 960-Wh-Akku und einer maximalen Zuladung von 200 kg verfolgt das LEMMO 3 damit ein Konzept, das deutlich über das klassische Stadt-Longtail hinausgeht. LEMMO zielt dabei ausdrücklich auch auf den Einsatz abseits des urbanen Alltags und bezeichnet das Modell als „Longtail SUV E-Bike“.
Ob sich die Kombination aus hoher Ausstattung, großem Akku und umfangreicher Elektronik im Alltag bewährt, wird sich allerdings erst mit den ersten Serienmodellen zeigen.
Was sagt ihr dazu?
Alles Weitere findet man jetzt auf der Website von LEMMO.
Disclaimer: Dieser am 29.09.2026 erstmals erschienene Artikel wurde am 30.09.2026 um weitere Informationen aus einer an diesem Tag veröffentlichten Pressemitteilung ergänzt.












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