Als das Urban Comfort im vergangenen Jahr erstmals unter der neuen Marke KUMO Bikes auf der Eurobike gezeigt wurde, fanden wir das Pedelec auf den ersten Blick erfrischend anders. Sowohl vom Design her, als auch im Hinblick auf diverse Details hob sich das neue Pedelec zusammen mit seinen Schwestermodellen vom schnöden Einheitsbrei ab. Dem Papier nach musste man auf nichts verzichten, denn es ist mit einem kräftigen Motor von Bafang ausgerüstet, bringt einen großen Akku mit und steht aktuellen Elektrofahrrädern auch in Sachen GPS-Tracking und IoT-Sicherheit nicht nach. Grund genug, das Modell einem längeren Test zu unterziehen, um den guten ersten Eindurck bestätigen zu lassen. Hier unser Testbericht.
KUMO Urban Comfort 2026 im Detail
Das von uns getestete Modell kommt in der Farbe Aurora Moon. Der Aluminium-Wave-Rahmen des KUMO Urban Comfort ist dabei für 28-Zoll-Laufräder und eine Nabenschaltung ausgelegt und soll einen besonders komfortablen Auf- und Abstieg ermöglichen. Angeboten wird das Pedelec in den Rahmengrößen S (45 cm), M (50 cm) und L (55 cm), sodass unterschiedliche Körpergrößen abgedeckt werden.
Der Cockpitbereich setzt auf einen winkelverstellbaren A-Head-Vorbau mit integrierter Kabelführung, wodurch die Front aufgeräumt wirkt. Zusammen mit dem sportiv geformten Lenker lässt sich die Sitzposition an die eigenen Vorlieben anpassen. Ergänzt wird dies durch ergonomisch geformte KUMO-Griffe.
Im Zentrum des Cockpits sitzt ein TFT-Farbdisplay, das neben den üblichen Fahrdaten auch über eine USB-C-Schnittstelle sowie Bluetooth verfügt. Damit stehen nicht nur Lademöglichkeiten für mobile Geräte, sondern auch eine Verbindung zu kompatiblen Funktionen des Systems zur Verfügung.
Für den Vortrieb sorgt ein speziell für KUMO angepasster BAFANG M410-Mittelmotor. Das 48-Volt-System stellt laut Hersteller bis zu 100 Nm Drehmoment sowie eine Peakleistung von 700 Watt bereit und zählt damit zu den kräftigeren Antrieben seiner Klasse. Die Energie liefert ein vollständig im Unterrohr integrierter Akku mit einer Kapazität von 780 Wh.
Der Antrieb kann über die Bafang GO-App im Detail angepasst werden, wobei auch hierüber eine Navigationsfunktion zur Verfügung steht, die Richtungsanweisungen auf dem großen Display oder aber das Smartphone zur Verfügung stellt. Auch OTA-Updates des Antriebs und ein Tracking der Fahrten sind darüber möglich.
Geschaltet wird über die bewährte SHIMANO Inter-5E Nabenschaltung mit Freilauf und fünf Gängen. Die speziell für E-Bikes entwickelte Getriebenabe ist auf das höhere Drehmoment moderner Mittelmotoren ausgelegt und soll den Wartungsaufwand gegenüber einer klassischen Kettenschaltung reduzieren.
Für die Verzögerung kommen hydraulische Scheibenbremsen vom Typ SHIMANO MT200 zum Einsatz. Sie gehören mittlerweile zu den etablierten Komponenten im Trekking- und Citybereich und versprechen eine gut dosierbare Bremsleistung bei unterschiedlichen Wetterbedingungen.
An der Front arbeitet eine SUNTOUR NVX32-Federgabel mit Steckachse. Sie soll Unebenheiten auf Asphalt und befestigten Wegen abfedern und damit den Fahrkomfort erhöhen. Passend zum vielseitigen Einsatz rollen Schwalbe Hurricane-Reifen der Performance Line in der Dimension 57-622 über den Untergrund.
Das Profil kombiniert einen leicht laufenden Mittelsteg mit griffigeren Schulterstollen und eignet sich damit sowohl für Asphalt als auch für gelegentliche Ausflüge auf Schotterwege. Reflexstreifen an den Reifenflanken erhöhen zusätzlich die Sichtbarkeit.
Auch bei der Beleuchtung setzt KUMO auf eine vergleichsweise umfangreiche Ausstattung. Vorne kommt ein LED-Scheinwerfer mit 90 beziehungsweise 110 Lux zum Einsatz, der zwischen Abblend- und Fernlicht wechseln kann. Die Umschaltung erfolgt bequem über eine Fernbedienung am Lenker. Hinten arbeitet ein Twin Taillight Nano LED-Rücklicht, das zusätzlich über eine Bremslichtfunktion verfügt.
Der Aluminium-Gepäckträger entspricht dem MIK HD-Standard und erlaubt damit die schnelle Montage kompatibler Körbe oder Taschen. Zusätzlich sind seitliche Packtaschenbügel integriert. Mit einer Freigabe für Kindersitze bis 27 Kilogramm erweitert sich das Einsatzspektrum auch auf den Familienalltag.
Zum Komfort tragen schließlich die gefederte Patentsattelstütze sowie der Selle Royal Essenza-Sattel bei, die Stöße und Vibrationen zusätzlich dämpfen und längere Fahrten angenehmer gestalten sollen. Mitgeliefert wird ein kleines Köfferchen, wo sich Ladegerät, Werkzeug oder aber auch der QR-Code für die Verbindung der Smartphone-App von KUMO zum Pedelec befinden.
Die zweite Smartphone-App KUMO E-Bikes setzt auf das System von IoT Venture auf. Damit stehen in der App einzig Funktionalität zur Verfügung, die den IoT Tracker betreffen. Das umfasst ein Tracken des Standorts beim Parken und Warnungen, wenn das Pedelec sich davon entfernt oder bewegt wird. Auch Unfallerkennung oder eine Diebstahlmeldefunktion sind integriert, genauso wie einige Daten, die vom Antriebssystem gezogen werden.
In der Praxis
Wir haben das Urban Comfort sowohl auf längeren Fahrten, als auch bei kurzen Fahrten im Alltag eingesetzt. Dank des großen Akkus sind auch Touren von über 50 Kilometern problemlos machbar, mit der Beschränkung auf die „ECO“-Unterstützungsstufe sogar deutlich mehr.
Darauf haben wir es aber nicht angelegt und versuchten lieber herauszufinden, wie das Pedelec sich auf typischen Fahrten im hügeligen Umland oder in der Stadt fährt. Mit über 32 Kilogramm (gemessen: 32,2 kg) ist das Pedelec kein Leichtgewicht, was man für die Handhabung in Sachen Parken oder eventuelles Tragen berücksichtigen sollte.
Dafür liegt das Urban Comfort satt „auf der Straße“ und überzeugt auch hinsichtlich stabilem Fahrverhalten, welches gut einzuschätzen ist. Die Sitzposition ist dabei aufrecht und dank gefederter Sattelstütze auch komfortabel, was einem guten Überblick im Straßenverkehr zudem zuträglich ist.
Das KUMO Urban Comfort fährt aber keineswegs träge, sondern kann auch recht agil bewegt werden, welches auch dem Bafang M410 Antrieb zuzuschreiben ist. Dessen Drehmoment von 100 Nm vermeint man sowohl beim Anfahren oder beim Beschleunigen auf die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit von 25 km/h zu spüren und fühlt sich in nahezu jeder Situation mit genügend Kraft ausgerüstet.
Einzig beim Anfahren an einem sehr steilen Berg benötigt man etwas mehr Eigenleistung, um in den Arbeitsbereich des Antriebs zu kommen, der dann für eine ausreichend hohe Unterstützung sorgt. Dieses „Problem“ ist uns bei unseren Fahrten ein einziges Mal untergekommen, wobei hier die ansonsten sehr passende Inter-5E Nabenschaltung von Shimano wohl etwas Leistung des Antriebs kappt.
Laut unseren Infos kann die Nabenschaltung ein Drehmoment von maximal 60 Newtonmetern verkraften, dafür muss die Software die Kraft des Motors zumindest in bestimmten Situationen zurücknehmen. Dies wohl auch zum Schutz des Antriebsriemens bzw. Ritzel am Hinterrad. Die Bandbreite der Shimano Inter-5E liegt bei 263 %, was für die meisten urbanen Zwecke mehr als ausreichend ist.
Im weiteren Fahrbetrieb zeigte sich die Abstimmung des Gesamtpakets als gelungen. Die SR-Suntour-Federgabel harmoniert gut mit der gefederten Sattelstütze und sorgt dafür, dass Kanten, Kopfsteinpflaster oder schlecht geflickte Radwege deutlich an Schrecken verlieren. Das Urban Comfort richtet sich zwar klar an den Einsatz auf befestigten Wegen, steckt aber auch gelegentliche Abstecher auf Schotter oder Waldwege problemlos weg.
Dazu tragen auch die Schwalbe Hurricane Performance Reifen bei, die auf Asphalt angenehm leicht rollen, gleichzeitig aber genügend Grip auf losem Untergrund bieten. Die Reifenwahl erscheint uns für den vorgesehenen Einsatzzweck daher sehr stimmig.
Gleiches gilt für die hydraulischen Shimano MT200 Scheibenbremsen, die das Pedelec jederzeit sicher und gut dosierbar verzögern. Auch mit dem vergleichsweise hohen Fahrzeuggewicht hatten wir während des Tests nie das Gefühl, dass die Bremsanlage an ihre Grenzen gelangen würde.
Überzeugen konnte darüber hinaus die umfangreiche Ausstattung. Die Beleuchtungsanlage verfügt nicht nur über eine gute Ausleuchtung, sondern bietet zusätzlich ein gut bedienbares Fernlicht und Bremslichter. Das erhöht sowohl den Komfort als auch die Sicherheit im Straßenverkehr und ist in dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich.
Im Alltag sammelt das Urban Comfort zudem mit zahlreichen durchdachten Details Pluspunkte. So bietet der Rahmen mehrere Befestigungsmöglichkeiten, z.B. für Flaschenhalter oder ein Faltschloss. Der stabile Gepäckträger mit MIK HD-System ist für eine Zuladung von bis zu 27 Kilogramm ausgelegt und eignet sich damit auch für die Montage eines Kindersitzes. Die seitlichen Rails erleichtern das Einhängen von Packtaschen und verhindern gleichzeitig den Kontakt mit den Speichen.
Praktisch ist außerdem die Möglichkeit, einen Fahrradanhänger direkt am Rahmen zu befestigen. Das schafft mehr Flexibilität als Lösungen, die ausschließlich über die Hinterradachse realisiert werden, und dürfte insbesondere Familien entgegenkommen.
Ebenfalls positiv fielen die stabil ausgeführten Schutzbleche auf, die auch auf schlechteren Wegen keinen Anlass zur Kritik gaben. Das vordere Schutzblech dürfte aus unserer Sicht allerdings noch etwas weiter nach unten gezogen sein oder alternativ mit einem Schmutzlappen versehen werden. Dadurch ließe sich die Verschmutzung des Pedelecs und der Füße des Nutzers bei nasser Fahrbahn noch etwas besser reduzieren.
Etwas weniger glücklich gelöst ist dagegen das Zusammenspiel der beiden Apps. Für die Bedienung und Konfiguration kommen sowohl die Bafang App als auch die KUMO App von IoT Venture zum Einsatz. Beide Anwendungen funktionierten während unseres Tests zwar problemlos, die Aufteilung der Funktionen auf zwei Apps erscheint aus Anwendersicht jedoch unnötig kompliziert. Eine gemeinsame Lösung wäre hier die aus unserer Sicht bessere Wahl.
KUMO Urban Comfort 2026
Motor: BAFANG M410, 700 W, 100 Nm
Batterie: entnehmbarer Li-Ion Akku, 780 Wh
Display: TFT-Multifunktions-Farbdisplay mit USB-C Schnittstelle und Bluetooth
Rahmen: 28“ Alu-Wave-Rahmen für Nabenschaltung
Gabel: SUNTOUR NVX32, 65 mm
Schaltung: SHIMANO Nexus Inter-5E, 1×5
Bremsen: SHIMANO MT200, 180 mm v/h
Kurbelgarnitur: n/a
Vorbau: A-Head (winkelverstellbar), mit integrierter Kabelführung, Sportiv Lenker
Sattelstütze: Patent-Sattelstütze, gefedert
Sattel: SELLE ROYAL Sattel Essenza
Laufräder: n/a
Reifen: SCHWALBE Hurricane Performance Line 57-622 Reflex v/h
Gewicht: 32,2 kg (gemessen)
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: 2.699 EUR
Fazit
Mit dem Urban Comfort liefert KUMO ein Pedelec ab, das sich unserem ersten positiven Eindruck folgend im Test als durchdachtes und komfortables Alltags- und Tourenrad präsentiert hat. Der kräftige Bafang M410 Antrieb sorgt in Kombination mit der Shimano Inter-5E Nabenschaltung in nahezu allen Fahrsituationen für souveräne Fahrleistungen. Lediglich an sehr steilen Anstiegen wird deutlich, dass die Schaltung das hohe Drehmoment des Motors softwareseitig begrenzt. Darüber hinaus überzeugt das Urban Comfort mit einem ausgewogenen Fahrverhalten, einer komfortablen Federung und einer Ausstattung, die kaum Wünsche offenlässt. Fernlicht und Bremslicht, der belastbare Gepäckträger, zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten am Rahmen sowie die Möglichkeit zur direkten Anhängermontage unterstreichen den hohen Alltagsnutzen. Auch bei Reifenwahl und Bremsanlage hat KUMO aus unserer Sicht die richtigen Komponenten gewählt. Verbesserungspotenzial sehen wir vor allem bei der Software, da die Aufteilung der Funktionen auf zwei Apps unnötig kompliziert wirkt. Auch das vordere Schutzblech dürfte etwas länger ausfallen, um Spritzwasser noch wirkungsvoller abzuhalten. Insgesamt bestätigt das KUMO Urban Comfort jedoch den sehr stimmigen, ersten Eindruck. Wer ein komfortables, leistungsstarkes und umfangreich ausgestattetes Pedelec für Alltag, Pendelstrecken und ausgedehnte Touren sucht, findet hier ein überzeugendes Gesamtpaket mit einem aus unserer Sicht attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.
- kräftiger Bafang M410 Antrieb
- großer Akku
- zuverlässige Bremsen
- komfortable Federung
- stabiles Fahrverhalten
- passende Reifenwahl
- aufrechte Sitzposition
- Fernlicht und Bremslicht
- stabiler MIK HD-Gepäckträger (27 kg Zuladung)
- Anhängerbefestigung am Rahmen
- viele Befestigungspunkte
- hohes Gewicht
- zwei Apps nötig
- vorderes Schutzblech etwas kurz
Transparenzhinweis: Unser ausführlicher Test des KUMO Urban Comfort wurde von der Prophete In Moving GmbH hinsichtlich der Produktionskosten unterstützt. Auf das Testergebnis und unsere Meinung hatte dies keinen Einfluss.









































































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