Die Fahrerin des ROTWILD Schwalbe Gravity Teams dominiert die UCI-Weltmeisterschaft in Finale Ligure mit fünf Stage-Siegen. Ihr Vorsprung auf die Zweitplatzierte Laura Charles beträgt im Ziel 1:18 Minuten.
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Helen Weber ist neue Weltmeisterin im E-Enduro. Bei den UCI E-EDR World Championships am 17. Oktober 2026 im italienischen Finale Ligure gewann die Fahrerin des ROTWILD Schwalbe Gravity Teams fünf der sechs Wertungsprüfungen. Auf ihrem ROTWILD R.EXC mit dem Avinox M2S Race750 setzte sie sich mit einer Gesamtzeit von 44:37,705 Minuten durch. Für ROTWILD ist es der erste Weltmeistertitel im E-Enduro.

Weber baut Vorsprung kontinuierlich aus

Die Weltmeisterschaft führte über knapp 50 Kilometer durch das Hinterland der ligurischen Küste. Dabei standen mehr als 1.500 Höhenmeter bergauf und 2.500 Höhenmeter bergab auf dem Programm. Sechs Stages entschieden über die Medaillen, darunter mit Toboga PWR eine neu angelegte Uphill-Stage. Die längste Prüfung war der Megaroller, auf dem die Frauen mehr als 16 Minuten unterwegs waren.

Bild: Seb Schiek

Weber übernahm bereits auf der ersten Stage mit 1,4 Sekunden Vorsprung die Führung. Auf dem langen Megaroller baute sie den Abstand auf 20,8 Sekunden aus, nach der dritten Prüfung waren es bereits 54,5 Sekunden. Auch auf Ruggetta und der Power Stage Toboga PWR fuhr sie schnellste Zeiten. Vor der abschließenden Stage betrug ihr Vorsprung 1:15 Minuten. Dort wurde Weber Zweite und sicherte sich den Weltmeistertitel mit 1:18 Minuten Vorsprung auf Laura Charles.

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„Ich habe wirklich alles gegeben und bin gut durchgekommen. Das ist unglaublich, so ganz realisiert habe ich es noch nicht“, sagte Weber nach dem Rennen. Sie betonte zugleich die Bedeutung der Mannschaftsleistung: „Klar, gefahren bin am Ende ich, und ich bin richtig stolz. Aber diesen Titel hat das ganze Team geholt.“

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Erfolgreiche Saison mit WM-Krönung

Der Weltmeistertitel ist der Höhepunkt einer erfolgreichen Saison. In der European E-MTB Tour gewann Weber jedes Rennen, an dem sie teilnahm. Beim Finale in Luchon holte sie zehn von zwölf möglichen Stage-Siegen. Bei der Deutschen Meisterschaft im E-Enduro in Willingen verteidigte sie ihren Titel und gewann sämtliche Wertungsprüfungen. Ihr Vorsprung auf die Konkurrenz betrug dort mehr als zwei Minuten.

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Darüber hinaus sicherte sie sich den Deutschen Meistertitel im Enduro sowie Siege bei der Bosch E-MTB Challenge in Riva del Garda und der Trans Madeira. Beim UCI-Enduro-Weltcup in Morillon erreichte sie zudem Rang drei und bescherte ROTWILD damit das erste Podium in dieser Disziplin.

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Unterschiedliches Rennglück für die Teamkollegen

Auch die beiden männlichen Fahrer des ROTWILD Schwalbe Gravity Teams waren mit starken Saisonleistungen nach Finale Ligure gereist. Kelan Grant hatte 2026 erstmals seit vier Jahren wieder die irische Enduro-Meisterschaft gewonnen. Nach einem schweren Sturz im Training ging er allerdings angeschlagen an den Start. Zwischenzeitlich lag er auf Rang vier und kämpfte um einen Podestplatz, ehe ihn ein weiterer Sturz auf der dritten Stage Zeit kostete. Am Ende belegte er bei den Herren Rang sieben, 1:36 Minuten hinter Weltmeister Adrien Dailly.

Für Théo Ruhlmann, Gesamtsieger der European E-MTB Tour und der Bosch E-MTB Challenge 2026, endete das Rennen vorzeitig. Der als Mitfavorit angereiste Franzose stürzte auf dem Megaroller schwer, nachdem er eine Kompression zu schnell angefahren hatte. Im Krankenhaus wurde er vorsorglich untersucht. Ernsthafte Verletzungen wurden nicht festgestellt.

Teamleiter Lukas Spießl ordnete den Titel als Ergebnis langjähriger Arbeit ein. Besonders hob er Webers Entwicklung hervor, die ihr Trainer Torben Drach seit fünf Jahren begleitet. Auch die männlichen Fahrer hätten sich während der Saison als konkurrenzfähig erwiesen.

ROTWILD R.EXC und Avinox mit Rennzulassung

Weber bestritt die Weltmeisterschaft auf dem ROTWILD R.EXC, dem E-Enduro-Rennbike der Marke. Die Entwicklung begann 2023, seit 2024 setzt das Team das Modell bei Rennen ein. Die 2026er Ausführung verfügt über 170 Millimeter Federweg an der Front und 160 Millimeter am Heck.

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Zur Ausstattung gehören eine Mid-High-Pivot-Kinematik mit Carbon-Schwinge im Elevated-Box-Design sowie die Akkuplattform IPU900 mit 864 Wh Kapazität. Über verschiedene Komponenten und Einstellmöglichkeiten lassen sich laut Hersteller 45 Geometrie- und Fahrwerkskonfigurationen realisieren.

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Eine wichtige Rolle spielte auch die Zulassung des Motors. Seit August 2025 begrenzen die EPAC-Regularien der UCI die Motorleistung im Rennen auf 750 Watt am Hinterrad. Dabei muss das konkrete Motormodell zugelassen sein; eine reine Leistungsbegrenzung eines Serienmotors per Software genügt nicht.

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Bei der Weltmeisterschaft 2025 in Fiesch konnte das ROTWILD Schwalbe Gravity Team deshalb noch nicht mit dem Avinox-Antrieb antreten. Anschließend arbeitete das Rennteam mit Avinox an einer regelkonformen Rennversion. Am 15. April 2026 erhielt der Avinox M2S Race750 die UCI-Zulassung. Drei Tage später setzte das Team den Motor beim Rennen in Nova Gorica erstmals in einem UCI-Wettbewerb ein.

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Der Race750 basiert auf dem Serienmotor Avinox M2S, ist für den Renneinsatz jedoch auf die UCI-Leistungsgrenze und 130 Nm Drehmoment begrenzt. Die maximale Unterstützungsstufe von 800 Prozent und das Carry-over-Verhalten entsprechen der Serienversion. Die technische Identifikation erfolgt über ein eigenes Motorgehäuse mit QR-Code und eine an den jeweiligen Fahrer gebundene Race-Firmware. Einen zusätzlichen, aggressiveren Rennmodus gibt es nicht. Das Fahrgefühl soll daher nahe an der Serienversion bleiben.

Erster E-Enduro-Weltmeistertitel nach 30 Jahren ROTWILD

Der Rennsport ist für ROTWILD seit der Gründung 1996 ein wichtiger Bestandteil der Produktentwicklung. Bereits im Gründungsjahr gewann Stefan Herrmann in Cairns den UCI-Downhill-Weltmeistertitel in der Masters-Klasse auf einem Prototyp des RDH.01. Es folgten unter anderem die Cross-Country-Weltmeistertitel von Irina Kalentieva 2007 und 2009, ihre olympische Bronzemedaille 2008 in Peking sowie Alban Lakatas Marathon-Weltmeistertitel 2010.

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Mit Helen Webers Erfolg kommt nun, 30 Jahre nach dem ersten Weltmeistertitel der Marke, der erste WM-Titel im E-Enduro hinzu. Für das ROTWILD Schwalbe Gravity Team schließt sich in Finale Ligure zudem ein Kreis: Dort bestritt die Mannschaft 2024 ihren ersten Weltcup, damals bereits auf dem R.EXC, allerdings noch mit einem anderen Motor.

Quelle: PM Rotwild
Bilder: Seb Schiek