Wie fährt sich das neue Flaggschiff der Schweizer? Wir haben es kurz getestet!
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Schon bei unserem Besuch bei FLYER in Huttwil im Frühjahr 2015 wurde uns seitens des Schweizer Herstellers von Premium-E-Bikes von deren Plänen berichtet, eine eigene Technologieplattform aufzubauen.

Zur Eurobike im letzten Jahr stellte man dann die FLYER Intelligent Technology Plattform (FIT) dann vor, hatte aber als Anschauungsobjekt nur ein Modell aus dem 3D-Drucker dabei.

Es sollte bis zu diesem Sommer dauern, bis die Modelle dann soweit fertig entwickelt waren, dass man die Fachpresse wiederum in die Schweiz einlud.

Uns reichte es dieses Mal leider nicht für diesen Termin, so dass wir bis zur diesjährigen Eurobike warten mussten, um mit einem neuen Modell wie dem FLYER Uproc7 zu fahren.

Mit dem FLYER Uproc7 auf der Teststrecke

Durchdacht, wertig und wie aus einem Guss. So hat sich das Uproc7 angefühlt, als wir das Modell am FLYER-Stand zum Testen übernommen haben. Komplett ausgerüstet mit Plus-Bereifung, XT-11-fach Schaltung und per Remote absenkbarer Sattelstütze war es mehr als bereit für die Teststrecke. Vielleicht auch noch für einige Trails?

FLYER Uproc7

FLYER Uproc7

Die Bedienung erschließt sich einem quasi sofort, obwohl an der etwas überladen wirkenden Bedienkonsole am linken Lenkergriff vielleicht ein wenig zuviel Schalter, die übrigens beleuchtet sind, angebracht wurden. Wichtig wäre hier einmal auszuprobieren, ob diese einen Sturz vertragen. Wer möchte es testen? 😉

Für das erste Ausprobieren (natürlich ohne Sturz) bietet sich zuerst einmal die Automatikschaltung des Zweigang-Getriebes im neuen Panasonic-Motor an, welchen Entwicklungspartner FLYER in seinen Modellen exklusiv bis 2018 verbauen darf.

Bedieneinheit & Display

Bedieneinheit & Display

Hier fällt dem geübten Pedelec-Nutzer auf, dass auf den ersten Metern die Gangwahl per Kettenschaltung nicht unbedingt notwendig, sondern der Wechsel der beiden internen Gänge durchaus ausreichend ist. Zum Schaltkomfort des Systems später mehr.

Beim Nehmen der Rampe auf dem Weg zur Mountainbike-Teststrecke bietet sich wie üblich das Schalten auf einen kleineren Gang an, damit man nicht unterwegs stecken bleibt. Hier wäre die Abstufung wahrscheinlich nicht ausreichend gewesen.

Antrieb und Fahrwerk

Der Motor treibt das neue Flaggschiff der Schweizer vehement voran und bietet jederzeit genug Kraft, um bis zur Abregelgrenze zu beschleunigen. Das Abregeln erfolgt dabei nicht abrupt, sondern weich und auch danach lässt sich das E-MTB von FLYER aus eigener Kraft weiter beschleunigen.

SIB - integrierte Batterie

SIB – integrierte Batterie

Der schmale Akku mit den neuen 20700er Panasonic-Zellen schmiegt sich in das speziell geformte Unterrohr ein, wobei dies dem Schwerpunkt und damit dem Handling zugute kommt, Auch der leicht nach oben gedrehte Antrieb fügt sich fast ideal ins Rahmendesign ein und gibt dabei ein stimmiges Bild ab.

Mit 432 Wh bietet der Energiespeicher einen ausreichenden Ernergievorrat, wobei der Antrieb so abgestimmt sein soll, dass man ähnlich weit wie manche Modelle mit 500-Wh-Akku kommt.

Bei unserem getesteten FLYER Uproc7 waren Fahrwerkskomponenten von FOX verbaut, die genügend Federweg (160 mm) bereitstellten und das neue Modell zusammen mit den breiten Schwalbe Rocket Ron in 27,5 Zoll nicht an Bodenhaftung verlieren ließen.

Heckansicht

Heckansicht

Das E-Mountainbike war von FLYER hinsichtlich der Balance gut abgestimmt, man hatte das Modell jederzeit gut im Griff und fühlte sich sicher. Dafür sorgten auch die hydraulischen Scheibenbremsen mit den großen Bremsscheiben, so dass man auch nach Wunsch ohne Probleme anhalten konnte.

Natürlich haben wir auch die manuelle Schaltung des internen Getriebes des Panasonic-Antriebs ausprobiert, welcher auch einwandfrei funktionierte. Derzeit fast noch besser als im Automatik-Modus, denn hier erfolgt der Schaltvorgang etwas abrupt und ruppig.

Auf Nachfrage teilte man uns nach der Testfahrt mit, dass diese Problematik den Technikern durchaus bekannt ist und man an einer Lösung arbeitet, damit die Schaltung in Zukunft weicher und harmonischer ausgeführt wird.

Kassette

Kassette

Design und Ausstattung

Das gefällige Design entstammt der durchdachten Konstruktion, welche die Antriebskomponenten von Anfang an integriert hat und so stimmiges Gesamtbild abgibt. Die Linie des Oberrohrs setzt sich im Hinterbau nahezu geradlinig fort, wobei man eine kurze Kettenstrebe erreichen konnte, was für das agile Fahrverhalten des E-MTB-Modells aus der Schweiz verantwortlich ist.

Das große, zentrale Display zeigt alle Informationen übersichtlich an und bietet mit verschiedenen Screens genau die Informationen, die der Fahrer gerade haben möchte bzw. bevorzugt. Die Bedienung mit Joystick ist vielleicht nicht jedermanns Sache auf ruppigem Untergrund, lässt sich aber durchaus bewerkstelligen und ging bei dem FLYER Uproc7 gut von der Hand.

Die Bedienung von Shimano Schaltung und der Remote-Sattelstütze machte keine Probleme und so machte die erste Fahrt mit dem Modell sogleich Lust auf mehr. Da wir aber noch weitere Modelle testen wollten, mussten wir das Topmodell der Biketec AG leider wieder abgeben, um uns den nächsten Neuheiten zu widmen.

Fazit

Hier merkt man, dass Cheftechniker und CTO Ivica Durdevic seine Vorstellung eines E-Mountainbikes realisiert hat. Es passt alles zusammen und das neue Flaggschiff von FLYER macht beim Fahren einfach riesigen Spaß! Für uns eines der Highlights auf der Messe!

FLYER Uproc7 Test

Macht Spaß! FLYER Uproc7

Wir sind zuversichtlich, dass man bei den Schweizern die Abstimmungsprobleme des Motors vor Auslieferung im Frühjahr nächsten Jahres noch in den Griff bekommen wird. Bestellbar werden die Modelle mit FIT-Technologie ab Oktober 2016 sein.

Bis dahin gibt es alle Informationen auf den Webseiten des Unternehmens.

Update wg. Korrektur: FLYER verbaut hier natürlich die neuesten 20700er Zellen von Panasonic und nicht, wie von uns geschrieben, die 18650er Zellen. Genauso verfügt das Uproc7 über 160 Millimeter Federweg und nicht nur über 140 mm, wie der kleine Bruder Uproc4. Wir bitten die Fehler zu entschuldigen und bedanken uns für die Hinweise!