Mit einer klaren strategischen Ausrichtung und dem Blick auf die Zukunft der Fahrradbranche hat die Eurobike auf ihrer Auftakt-Pressekonferenz zur Ausgabe 2026 ihre weiteren Entwicklungsschritte vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die internationale Vernetzung der Branche, technologische Innovationen sowie eine stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse des Fachmarktes. Ab 2027 will die Messe ihr Profil als führende europäische B2B-Plattform für Bike-Business, Ecomobility und Innovation weiter schärfen.

Philipp Ferger, CEO Fairnamic; Dr. Ralf Deckers, Member of the Executive Board at IFH Cologne; Hannes Neupert, Expert in the field of LEV and Renewable Energies; Isabel Eberlein, CEO Velokonzept and Women in Cycling Germany; Frank Puscher, Moderator
Fairnamic-Geschäftsführer Philipp Ferger betonte beim vorgelagerten Media Day die Bedeutung eines starken internationalen Branchentreffens. Rund 800 Aussteller aus 44 Ländern präsentieren auf der diesjährigen Eurobike ihre Neuheiten. Die Messe werde konsequent weiterentwickelt, um den Anforderungen von Ausstellern, Fachbesuchern und Marktpartnern noch besser gerecht zu werden.
Dass persönliche Begegnungen trotz Digitalisierung weiter an Bedeutung gewinnen, unterstreichen aktuelle Marktdaten des IFH Köln. In einer internationalen Befragung nannten 73 Prozent der Teilnehmer persönliche Netzwerke als besonders wichtigen Erfolgsfaktor, 68 Prozent messen direkten Lieferantenbesuchen eine hohe Relevanz bei.
Gleichzeitig bleibt das wirtschaftliche Umfeld anspruchsvoll: 70 Prozent der Befragten erwarten steigende Einkaufspreise, 61 Prozent sehen wachsende Unsicherheiten und 55 Prozent rechnen mit anhaltendem Margendruck. Dennoch zeigen sich erste Anzeichen einer Stabilisierung des Geschäftsklimas.
Ein weiteres Thema der Pressekonferenz war das bislang ungenutzte Potenzial weiblicher Zielgruppen. Eine Studie von Women in Cycling Germany und dem IFH Köln kommt zu dem Ergebnis, dass durch den Abbau bestehender Zugangsbarrieren bis 2030 zusätzliche Umsätze von bis zu 950 Millionen Euro möglich wären. Entscheidend sei eine stärkere Ausrichtung der Kommunikation auf Aspekte wie Sicherheit, Komfort und Alltagstauglichkeit anstelle einer rein technischen Ansprache.
Auch die fortschreitende Digitalisierung der Mobilität stand im Fokus. Mikromobilitäts-Experte Hannes Neupert sieht die Branche vor einem tiefgreifenden technologischen Wandel. Software werde künftig nahezu alle Bereiche der Mobilität prägen – von der Fahrzeugsteuerung über die Vernetzung bis hin zu Service und Wartung.
Gleichzeitig entstünden neue Fahrzeugkategorien und Anforderungen an Regulierung sowie Produktsicherheit. Vor diesem Hintergrund gewönnen Präsenzveranstaltungen weiter an Bedeutung, da sie den direkten Vergleich von Produkten und Technologien ermöglichen und Innovationen erlebbar machen.
Die 34. Eurobike findet vom 24. bis 27. Juni 2026 auf dem Gelände der Messe Frankfurt statt. Die ersten drei Messetage richten sich an das internationale Fachpublikum, bevor die Veranstaltung am 27. Juni mit einem Publikumstag endet.
Ergänzung: Zusätzliche Veränderungen betreffen den künftigen Messe-Rhythmus und die Projektleitung. Wie das Branchenmagazin velobiz.de unter Berufung auf die Eurobike-Pressekonferenz berichtet, soll die Messe nach der Ausgabe 2027 in einen zweijährigen Turnus wechseln. Demnach würde die Eurobike 2028 pausieren und erst 2029 wieder stattfinden.
Außerdem wurde ein Wechsel in der Projektleitung angekündigt. Die Verantwortung für die künftigen Eurobike-Ausgaben übernimmt Matthias Pietsch. Er gilt als erfahrener Experte für die Organisation von Großveranstaltungen und soll die weitere Entwicklung der Messe begleiten.
Weitere Informationen möchten die Veranstalter im Laufe der Woche veröffentlichen.




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