T3-Studie zeigt deutlichen Einfluss auf das Pendelverhalten
3 min Lesezeit

Diensträder könnten eine spürbare Rolle bei der Entlastung des Berufsverkehrs spielen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des T3 Transportation Think Tank, die in der Fachzeitschrift Active Travel Studies veröffentlicht wurde. Demnach steigt die Wahrscheinlichkeit, den Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurückzulegen, durch ein Dienstrad um mehr als 50 Prozent.

Neben gesundheitlichen und finanziellen Vorteilen rückt damit vor allem der verkehrliche Effekt in den Fokus: Wer regelmäßig mit dem Fahrrad pendelt, reduziert die Zahl der Autos im morgendlichen Berufsverkehr und trägt so zur Entlastung von Straßen sowie öffentlichen Verkehrsmitteln bei.

Breite Datengrundlage und praxisnahe Faktoren

Die Studie basiert auf einer Querschnittsanalyse und berücksichtigt neben soziodemografischen und wirtschaftlichen Merkmalen auch die Verkehrsmittelausstattung von Haushalten, Einstellungen zum Radfahren sowie die individuelle Wetterresistenz. Ergänzend flossen infrastrukturelle Faktoren wie Duschen und Fahrradabstellplätze am Arbeitsplatz sowie die Pendeldistanz in das Modell ein.

Gerade Letztere ist entscheidend: Laut dem Bundesverkehrsministerium entfallen in Deutschland rund 40 Prozent aller Wege auf das Pendeln. Die mittlere tägliche Distanz liegt dabei bei lediglich 4,9 Kilometern – ein Bereich, der für viele Menschen gut mit dem Fahrrad zu bewältigen ist.

Sehr viel mehr Menschen könnten aufs Dienstrad umsteigen, wenn der Gesetzgeber den Unternehmen einen sicheren Rechtsrahmen schafft und den Nutzenden eine bessere Infrastruktur“, so Wasilis von Rauch, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Zukunft Fahrrad. „Unternehmen und Beschäftigte profitieren in vielerlei Hinsicht vom Dienstradleasing und es ist ein wichtiger Stabilisator für die Fahrradwirtschaft. Die Studie zeigt, wie sehr auch alle anderen Beschäftigten und ihre Unternehmen von mehr Diensträdern profitieren, weil der Verkehr gerade zu Stoßzeiten entlastet wird.

Wasilis von Rauch, Geschäftsführer von Zukunft Fahrrad

Pedelecs verstärken den Effekt deutlich

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist der Einfluss elektrisch unterstützter Fahrräder: Pedelecs stellen einen großen Anteil der Diensträder und erhöhen die Nutzungswahrscheinlichkeit zusätzlich. Insgesamt zeigt die Studie, dass der Besitz eines Dienstrads die Wahrscheinlichkeit, zumindest gelegentlich bis regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, um 54 Prozent steigert.

Dieser Effekt beschränkt sich nicht nur auf den Arbeitsweg. Auch im Alltag führt die Verfügbarkeit eines Pedelecs zu einer intensiveren Nutzung des Fahrrads, sowohl bei Gelegenheits- als auch bei Vielfahrern.

Bild: PD-F/ Flyer

Unsere Analyse verdeutlicht, dass Diensträder vor allem beim Pendeln einen Unterschied machen. Insbesondere erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen gelegentlich bis häufig mit dem Rad zur Arbeit fahren – und zwar selbst dann, wenn wir weitere Faktoren wie Einstellungen oder die Verfügbarkeit von E-Bikes und anderen Verkehrsmitteln berücksichtigen“, erklärt Janina Welsch, Leitautorin der Studie. „Es ist weitere Forschung nötig, die beispielsweise genauer erklärt, wie das Dienstradleasing die Fahrradnutzung über verschiedene Zeiträume hinweg beeinflusst.

Potenzial für Verkehr und Unternehmen

Auch aus Sicht der Branche besitzt das Dienstrad ein erhebliches Potenzial für die Verkehrswende. „Das Dienstrad ist ein Gamechanger für den täglichen Arbeitsweg. Der Stau zur Rush Hour kann damit verringert werden auch für die, die kein Fahrrad nutzen können oder möchten. Und wenn mehr Berufstätige ihre Pendelstrecke mit dem Rad oder E-Bike zurücklegen, kommen Millionen Menschen effizienter, zuverlässiger und pünktlicher zur Arbeit“, so von Rauch.

Die Ergebnisse unterstreichen damit nicht nur die individuelle Relevanz des Dienstradleasings, sondern auch dessen gesamtgesellschaftlichen Nutzen, insbesondere in dicht besiedelten urbanen Räumen und zu verkehrsintensiven Zeiten.

Hier findet sich die Studie zum Nachlesen: https://t3-forschung.de/unsere-arbeit/grundlagenforschung