Morgen beginnt die Konferenz „Anschluss erreichen“ der DB-Infrastrukturgesellschaft InfraGO. Im Zentrum steht die Frage, wie jeder Bahnhof in Deutschland funktionierende Anschlüsse für Radfahrende schaffen kann. Der ADFC ist mit eigenen Beiträgen beteiligt. Zentral für den weltgrößten Fahrradclub ist der Ausbau von Fahrradparkplätzen an Bahnhöfen. Aber auch die Fahrradmitnahme in Bahnen muss verbessert werden, so der ADFC. ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann sagt:
Eine Million Fahrradparkplätze fehlen an Bahnhöfen
Laut Branchenanalysen fehlen aktuell etwa eine Million Fahrradabstellplätze und rund 1.000 Fahrradparkhäuser an den wichtigsten Bahnhöfen für Alltagsradverkehr und Radtourismus. An den erheblichen Kosten will sich der Bund laut Nationalem Radverkehrsplan beteiligen. Allerdings war beispielsweise das im Jahr 2023 gestartete Förderprogramm „Fahrradparken an Bahnhöfen“ mit 55 Millionen Euro aus Sicht des ADFC von Beginn an deutlich unterfinanziert – und wird zudem nach 2027 nicht fortgesetzt. Lodemann:
Unzufriedenheit mit der Fahrradmitnahme
Neben sicheren Stellplätzen ist die unkomplizierte Mitnahme des Rads in Zügen die zweite entscheidende Stellschraube. Der Fahrrad-Monitor 2025, eine repräsentative Befragung des Bundesverkehrsministeriums, hat kürzlich gezeigt, dass rund zwei Drittel (62%) der Radfahrenden die Mitnahme des Fahrrads in Nah- und Regionalverkehrszügen wichtig finden. Etwa die Hälfte von ihnen (48%) ist mit dem Angebot unzufrieden.
Die Mitnahme in Fernverkehrszügen ist für 46% der Radfahrenden wichtig. Hier bewerten sogar zwei Drittel (66%) das aktuelle Angebot negativ. Lodemann:
Erwartungen an die DB-Konferenz
Der ADFC begrüßt ausdrücklich, dass die Fachkonferenz „Anschluss erreichen“ erstmalig stattfindet. Lodemann: „Die Bahn zeigt mit der Konferenz, dass ihr Radfahrende als Kunden wichtig sind. Natürlich! Die gute Erreichbarkeit von Bahnhöfen ist auch der Schlüssel zu mehr Menschen, die die Bahn gern nutzen. Wir verbinden die Konferenz mit der Hoffnung, dass konkrete Impulse zum Fahrradparken und zur Fahrradmitnahme die Rad-Bahn-Kombi schon bald deutlich attraktiver machen.“
Mehr Informationen stehen im aktuellen ADFC-Positionspapier zur Fahrradmitnahme in Bahnen zur Verfügung, ebenso in den Ergebnissen des Fahrrad-Monitor 2025. Dort gibt es auch Informationen zum auslaufenden Förderprogramm „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“. Die PTV-Studie zum Bedarf an Fahrradabstellanlagen zitiert das Mobilitätsforum Bund. Das Programm der Konferenz „Anschluss erreichen“ gibt es auf den Seiten der Infostelle Fahrradparken.







21. Mai 2026
Nur junge Leute schaffen es z. B. ein Pedelec in Fernzügen mit dem Vorderrad oben unter der Decke aufzuhängen, selbst wenn man Schloss und Akku, sowie jegliches Gepäck abbaut. Das schafft man nur zu zweit. Somit dürfte der Anteil der älteren Fernreisenden mit Fahrrad zu fast 100% das aktuelle Angebot der Bahn als negativ empfinden.
In die doppelstöckigen Regionalzugwagen kann man dagegen sehr schön ebenerdig sogar mit Gepäck reinrollen, wenn man es mit dem Fahrrad denn auf den Bahnsteig ohne mühsam zu überwindende Treppen geschafft hat.
Man fühlt sich in vielen Fällen mit Fahrrad lediglich als geduldeter Fahrgast.
Große Probleme macht es auch, wenn man durch Ausfall eines Fernzuges mit reserviertem Fahrradstellplatz keinen Platz mehr finden kann. Deshalb fahr ich nur noch mit einem Bernds Faltrad als Pedelec, dass man zusammengefaltet dann in jedem Zug mitnehmen kann.
Somit ist die Fahrradmitnahme zumindest in Fernzügen jedesmal ein Abenteuer und keine Selbstverständlichkeit.
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