Wie schlägt sich die Neuheit mit dem unkonventionellen Rahmenkonzept bei unsrer ersten Probefahrt?
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Für die Saison 2017 gibt es seitens der Hersteller viele verschiedene Versuche, den Antrieb samt Akku anders als in den letzten Jahren in das E-Bike zu integrieren.

Auch Cannondale hat hier eine spezielle Lösung entwickelt, die unter anderem im von uns kurz auf der Eurobike getesteten Cannondale Moterra LT zum Einsatz kommt.

Cannondale Moterra LT im Kurztest

Wie schon Lapierre beim neuen Overvolt AM verfolgen auch die US-Amerikaner einen revolutionären Ansatz und ordnen die Antriebskomponenten auf neue Art an, um daraus Vorteile für die Schwerpunktlage und das Fahrverhalten zu ziehen.

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Anders als die Franzosen, die den Akku über dem Motor platzierten, verlagert Cannondale beim Moterra den Energiespender aber außen an das Unterrohr, wobei eine Gummi-Abdeckung diesen vor Schmutz, Nässe und Schlamm schützen soll. Wie das in der Praxis funktioniert, wird man dann sehen!

Der Rahmen wurde dafür völlig neu konstruiert, wobei das Unterrohr massiv ausfällt und den Akku formschlüssig aufnehmen kann. Den Bosch Performance CX Antrieb dreht man in einer Flucht mit dem Rahmen, dabei verschafft man dem Modell ein gute Bodenfreiheit und einen tiefen Schwerpunkt.

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Über dem Motor hat, wie sonst nur bei wenigen E-Mountainbikes, zudem eine Flaschenhalterung Platz, so dass man hier auf eine Erfrischung in einer kurzen Pause nicht verzichten muss. Auch der Hinterbau konnte relativ kurz gestaltet werden, so dass sich hier ein agiles Fahrverhalten ergeben soll.

Antrieb & Fahrwerk

Der hier verbaute CX-Antrieb von Bosch ist mit 75 Newtonmeter eine sehr gute Wahl und gesellt sich dabei zu einer sehr großen Zahl an E-MTBs, die ebenfalls auf diesen Antrieb setzen. Das Cannondale Moterra LT kommt allerdings nicht mit der modernen und angesagten Plus-Bereifung daher, die ein Mehr an Grip und Beherrschbarkeit auch für ungeübtere Fahrer bereitstellt, sondern verbaut die „normalen“ Räder in 27,5 Zoll.

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Die darauf montierten Schwalbe Reifen (vorne „Magic Mary“ und hinten „Hans Dampf“) haben dann die Chance bekommen, ihr Können gleich auf der Teststrecke der Eurobike zu beweisen. Wir waren mit der LT-Version unterwegs, wobei das Kürzel bei Cannondale für „Long Travel“ steht und so auf ein Mehr an Federweg hindeutet. Genau sind es 160 Millimeter, die hier für Spaß im Gelände sorgen sollen.

Und tatsächlich: die Konstruktion erfüllt ihren Zweck, wie wir auf der kurzen Fahrt auf der Eurobike-Teststrecke zumindest teilweise erfahren konnten. Der Schwerpunkt liegt tief, deshalb fühlte sich das Bike massiv an und konnte sicher auf der Strecke bewegt werden.

Keine Mühe hatte es mit der Geländebeschaffenheit, die ja auch nicht besonders extrem war. Hier kann man ruhig noch eine Schippe drauf legen. Trotz der schmaleren Bereifung hatte man genügend Bodenhaftung, so dass die Kraft des Bosch-Antriebs gut übertragen werden konnte.

Auch die verbaute Shimano SLX Schaltung mit elf Gängen passte zur Abstimmung des Motors und ließ sich gut bedienen. Bei unserem Modell waren zudem hydraulische Scheibenbremsen derselben Serie von Shimano verbaut, die ihre Sache ebenfalls gut machten.

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Design & Ausstattung

Das neueste E-MTB-Modell aus dem Hause Cannondale bringt alles mit, was man für eine gute Zeit auf dem Trail braucht. Einen kräftigen Antrieb, eine gute Federung, standfeste Bremsen und einen großen Akku mit 500 Wh. Dazu eine per Fernbedienung absenkbare Sattelstütze für die Abfahrt.

Cannondale verzichtet hier auf das neue Purion-Display und verbaut weiterhin das bewährte Intuvia, welches sich mit der Fernbedienung am Lenker steuern lässt. Das funktioniert einwandfrei, warum also ändern?

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Ob einem das Design des neuen Top-Modells von Cannondale gefällt, muss jeder selber wissen. Rein technisch hat es für das Fahrverhalten eine Verbesserung gebracht, welche die ungewöhnliche Konstruktion rechtfertigt.

Fazit

Cannondale hat hier mit dem Moterra ein spannendes Modell für 2017 im Portfolio, das sicher seine Freunde finden wird. Wie sich die Integration des Akkus an einer derart exponierten Stelle bewährt, wird man über die Zeit sehen.

Uns jedenfalls hat es Spaß gemacht, mit dem Cannondale Moterra LT auf der Eurobike eine Runde zu drehen und werden vielleicht schon bald die Gelegenheit haben, das E-Mountainbike auch einmal länger zu testen.

Wir freuen uns schon darauf! 🙂

Mehr Informationen zum E-Bike Portfolio von Cannondale gibt es auf deren Webseiten.