„Certified by Bosch“ soll mehr Transparenz und Vertrauen im Second-Hand-Markt schaffen
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Der Markt für gebrauchte und generalüberholte E-Bikes wächst kontinuierlich. Gleichzeitig bestehen bei vielen Kaufinteressierten Unsicherheiten über den tatsächlichen Zustand eines gebrauchten Modells – insbesondere bei Akku und Antrieb. Mit „Certified by Bosch“ stellt Bosch eBike Systems nun eine digitale Zertifizierung für E-Bikes mit smartem System vor, die mehr Transparenz beim Gebrauchtkauf schaffen soll.

Das digitale Zertifikat dokumentiert den Zustand von Akku, Antrieb und weiteren Systemkomponenten zum Zeitpunkt der Zertifizierung. Käufer erhalten dadurch einen Einblick in zentrale technische Kennzahlen, die bislang kaum nachvollziehbar waren.

Dazu gehören unter anderem die Anzahl der Ladezyklen und die verbleibende Akkukapazität sowie Angaben zur bisherigen Laufleistung und Belastung des Antriebssystems. Die Bewertung erfolgt über ein Sterne-System, das den technischen Zustand der Komponenten auf einen Blick sichtbar machen soll.

Darüber hinaus enthält das Zertifikat Informationen zum jeweiligen E-Bike, darunter Marke, Modelljahr und Rahmennummer. Zusätzlich bestätigt es, dass das Rad in der eBike Flow App nicht als gestohlen gemeldet wurde und keine Hinweise auf Manipulationen oder Tuning vorliegen. Zum Schutz vor Fälschungen lässt sich die Echtheit des Zertifikats über einen QR-Code online überprüfen.

Als erster Partner wird der Refurbishment-Spezialist Rebike das System nutzen. Ab Juli 2026 sollen sämtliche E-Bikes mit Bosch-System, die über Rebike aufbereitet und verkauft werden, mit dem Zertifikat ausgestattet sein. Die zertifizierten Modelle werden zunächst in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden angeboten. Neben dem Rebike-Onlineshop und den eigenen Filialen sollen sie auch über Partner-Marktplätze sowie ausgewählte Shop-in-Shop-Flächen bei Decathlon erhältlich sein.

Für Anfang 2027 kündigt Bosch die Ausweitung des Angebots auf den europäischen Fahrradfachhandel an. Händler sollen dann ebenfalls die Möglichkeit erhalten, gebrauchte E-Bikes mit dem digitalen Zertifikat auszustatten. Damit könnte ein einheitlicher Standard für die Zustandsbewertung gebrauchter E-Bikes entstehen.

Neben der verbesserten Transparenz verweist Bosch auch auf den Nachhaltigkeitsaspekt des Gebrauchtmarkts. Nach Unternehmensangaben können durch den Kauf eines gebrauchten E-Bikes gegenüber der Herstellung eines vergleichbaren Neurads bis zu 208 Kilogramm CO₂ eingespart werden. Dies entspreche rund 80 Prozent der Emissionen eines neuen E-Bikes. Da vorhandene Komponenten weitergenutzt werden, sinkt zugleich der Bedarf an neuen Rohstoffen und Bauteilen.

Mit „Certified by Bosch“ reagiert Bosch eBike Systems auf die zunehmende Bedeutung des Second-Hand-Markts und versucht, den Kauf gebrauchter E-Bikes durch nachvollziehbare technische Informationen transparenter und vergleichbarer zu machen.

Unsere Einordung

Offen bleibt allerdings, warum Bosch den Vorstoß nicht gleich gemeinsam mit anderen Antriebsherstellern und Branchenverbänden als herstellerübergreifenden Standard entwickelt hat. Zwar kann Bosch die relevanten Zustandsdaten seiner eigenen Systeme besonders präzise auslesen, für Käufer gebrauchter E-Bikes wäre ein einheitliches Zertifikat für alle Marken jedoch deutlich hilfreicher. Man strebt eine solche Lösung ja für 2027 an. Inzwischen entsteht aber zunächst kein allgemeines Qualitätssiegel für den Gebrauchtmarkt, sondern ein auf Bosch-Systeme beschränktes Angebot. Gerade angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Antriebshersteller bleibt die Transparenz für einen großen Teil des Gebrauchtmarktes damit weiterhin begrenzt.

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Quelle: PM Bosch
Bilder: Bosch