Hersteller betont kontrollierte Leistungsabgabe, Sicherheit und Systemintegration statt reiner Maximalwerte
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Avinox hat am 19. Mai 2026 in Shenzhen seine Position zur Rolle hoher Motorleistung im E-MTB-Segment präzisiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Einordnung von Leistung als funktionaler Faktor und nicht als reiner Geschwindigkeitshebel.

Der Hersteller reagiert damit auf eine anhaltende Debatte in der Branche, in der hohe Systemleistungen häufig mit Sicherheitsrisiken, erhöhtem Verschleiß oder einer stärkeren Belastung von Trails gleichgesetzt werden. Avinox stellt dem die Sichtweise gegenüber, dass Leistung vor allem die fahrerische Kontrolle in technischen Situationen verbessern und den Zugang zum Mountainbiken erweitern könne.

Leistung als Unterstützung in technischen Fahrsituationen

Nach Darstellung des Unternehmens ist Leistung klar von Geschwindigkeit zu trennen. Während die Geschwindigkeit maßgeblich für das Risiko im Gelände sei, wirke sich Motorleistung vor allem auf Beschleunigung und Traktion bei niedrigen Geschwindigkeiten aus, etwa an steilen Anstiegen oder in technisch anspruchsvollem Gelände.

Avinox betont, dass alle Systeme innerhalb der geltenden gesetzlichen Geschwindigkeitsgrenzen betrieben werden. Hohe Leistungsreserven seien demnach nicht darauf ausgelegt, schneller zu fahren, sondern schwierige Passagen besser bewältigen zu können.

Kontrolle als Sicherheitsfaktor

Ein zentraler Aspekt der Argumentation ist die kontrollierte Leistungsentfaltung. Durch softwarebasierte Assistenzsysteme werde die Unterstützung situationsabhängig und möglichst gleichmäßig bereitgestellt. Ziel sei es, typische Fahrsituationen wie das Durchdrehen des Hinterrads, das Abwürgen am Berg oder Kontrollverlust in technischen Passagen zu reduzieren.

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In dieser Logik kann zusätzliche Leistung laut Avinox auch sicherheitsrelevant sein, da sie das Risiko von Fahrabbrüchen oder unfreiwilligem Absteigen in schwierigem Gelände verringern könne.

Anpassbare Unterstützung für unterschiedliche Einsatzprofile

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Individualisierung der Motorunterstützung. Unterschiedliche Einsatzszenarien, vom sportlichen Trail-Einsatz bis zum schweren Lastenaufstieg, erfordern differenzierte Leistungsprofile.

Über frei konfigurierbare Fahrmodi lassen sich Unterstützungsstufen und Leistungsabgabe an Terrain, Fahrstil und persönliche Präferenzen anpassen. Damit soll die Technologie sowohl ambitionierten als auch weniger erfahrenen Fahrerinnen und Fahrern entgegenkommen.

Systemansatz statt isolierter Motorentwicklung

Avinox beschreibt seinen Ansatz als ganzheitliche Systementwicklung. Hohe Motorleistung wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in Verbindung mit Rahmenstruktur, Bremsen, Laufrädern, Antriebskomponenten, Batteriearchitektur und Softwaresteuerung entwickelt.

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Ein Beispiel ist die automatische Leistungsreduktion während Schaltvorgängen, um den Verschleiß am Antriebsstrang zu reduzieren. Ziel ist eine gleichmäßige Belastung aller Komponenten und damit eine längere Lebensdauer des Gesamtsystems.

Einordnung innerhalb der Branchenentwicklung

Mit Blick auf regulatorische Diskussionen positioniert sich Avinox für eine innovationsgetriebene, aber regelkonforme Weiterentwicklung des E-MTB-Segments. Pauschale Leistungsbegrenzungen ohne differenzierte Begründung werden dabei kritisch gesehen.

Gleichzeitig betont das Unternehmen die Unterstützung bestehender gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie die Bedeutung klar definierter Geschwindigkeitsregeln.

Fazit

Der Ansatz von Avinox verschiebt den Fokus weg von reinen Leistungskennzahlen hin zu einer systemisch gedachten Integration von Motor, Fahrzeug und Software. Leistung wird dabei als Werkzeug zur Erweiterung der Fahrmöglichkeiten verstanden und soll mehr Kontrolle, Zugänglichkeit und Anpassungsfähigkeit im Gelände ermöglichen.

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Quelle: PM Avinox