Der niederländische Fahrradhändler 12GO Biking übernimmt den vorhandenen Fahrradbestand von Accell Nederland. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um mehrere Zehntausend Fahrräder der Marken Batavus, Sparta und KOGA. Die Vereinbarung betrifft den gesamten entsprechenden Bestand in den Niederlanden. Zu den genauen Stückzahlen machen die beteiligten Parteien keine Angaben.
Die Insolvenzverwalter hatten nach eigenen Angaben zunächst nach einem Käufer gesucht, der den vorhandenen Bestand kurzfristig und geordnet übernehmen kann. Die Verwertung der Lagerbestände hat in dieser Phase des Insolvenzverfahrens Priorität.
Bestand bleibt im professionellen Fahrradhandel
12GO Biking erklärt, die Übernahme sei auch deshalb erfolgt, weil man verhindern wollte, dass die Fahrräder außerhalb des professionellen Fahrradhandels angeboten werden. Der Händler will deshalb auch anderen Fachhändlern Zugang zu Teilen des Bestands ermöglichen.
Dafür soll mit tweewielerportal.nl ein eigenes Portal für gewerbliche Abnehmer eingerichtet werden. Bestehende professionelle Fahrradhändler können dort ein Geschäftskonto anlegen und Fahrräder der Marken Batavus, Sparta und KOGA bestellen, solange entsprechende Bestände verfügbar sind. Das Angebot richtet sich ausschließlich an gewerbliche Kunden.
Auch für Verbraucher sollen sich aus dem zusätzlichen Angebot vorübergehend reduzierte Preise für ausgewählte Modelle ergeben. Beim Kauf über 12GO Biking gelten nach Angaben des Unternehmens die üblichen Serviceleistungen und Verbraucherrechte.
Weitere Gespräche über Accell-Aktivitäten
Die Übernahme des Fahrradbestands ist ausdrücklich von den übrigen Verkaufsprozessen im Rahmen der Accell-Insolvenz getrennt. Nicht Bestandteil der Vereinbarung sind insbesondere die Markenrechte sowie das Parts-and-Accessories-Geschäft von Accell.
Für diese Bereiche gibt es laut Insolvenzverwaltern ebenfalls Interesse. Weitere Angaben zu möglichen Verkäufen sollen folgen.
Unterdessen laufen Gespräche über eine mögliche Übernahme weiterer Teile des Unternehmens. 12GO-Biking-Direktor Pieter van den Berg bestätigt, dass sein Unternehmen hierzu mit den Insolvenzverwaltern spricht. Gleichzeitig befinden sich auch andere Interessenten in Gesprächen. Eine Fortführung der gesamten Fahrradgruppe als Einheit erwartet van den Berg nach eigener Einschätzung nicht.
Rund 60 Interessenten für eine Fortführung
Bereits in der vergangenen Woche hatten die Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass rund 60 Parteien Interesse an einer Fortführung von Teilen des insolventen Fahrradherstellers gezeigt haben. Darunter befinden sich sowohl Angebote für einzelne Marken als auch Vorschläge zur Übernahme mehrerer Marken.
Accell war in den vergangenen Jahren zunehmend unter finanziellen Druck geraten. Während der Corona-Pandemie waren Fahrräder stark nachgefragt, gleichzeitig führten Probleme in den Lieferketten zu Verzögerungen bei der Beschaffung von Komponenten. Nach dem Ende der Pandemie ging die Nachfrage wieder zurück.
Über die finanziellen Konditionen sowie den genauen Umfang der jetzt vereinbarten Übernahme des Fahrradbestands wurden keine Angaben gemacht.



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