Gut ausgestattetes Pedelec bringt alles für die tägliche Fahrt mit und zeigt kaum Schwächen
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Das Entice 5+ Excite ABS ist das Topmodell der erst im Jahr 2025 komplett überarbeiteten Entice 5er-Serie von Kalkhoff, welches noch ohne Vollfederung daherkommt. Auf Komfort muss man trotzdem nicht verzichten, genauso wenig wie auf Sicherheit. Denn das Modell bringt das Bosch eBike ABS mit, welches für nahezu narrensichere Bremsvorgänge auf jeglichen Untergründen sorgt, innerhalb der physikalischen Grenzen natürlich. Angetrieben wird es vom starken Performance Line CX Antrieb der neuesten Generation von Bosch, der maximal 100 Nm Drehmoment abgeben kann. Die Energieversorgung basiert auf dem großen Akku mit 800 Wh, der für eine große Reichweite im Alltag und auf Touren sorgen kann.

Kalkhoff Entice 5+ Excite ABS im Überblick

Das Entice 5+ Excite ABS vom Traditionshersteller Kalkhoff präsentiert sich mit einem robust gestalteten Rahmen, der keinen Zweifel an seiner Tragfähigkeit lässt. Die Verarbeitung wirkt einwandfrei und auch im Detail stimmig. Kalkhoff gibt 10 Jahre Garantie auf den Rahmen.

Die Rahmenform ist so ausgelegt, dass die Überstandshöhe moderat bleibt und ein einfaches Aufsteigen möglich ist. Kalkhoff stattet dieses Modell zudem mit einer Parallelogramm-Federsattelstütze von by schulz aus, die naturgemäß nicht absenkbar ist. Eine zweite Feder zur Anpassung der Federhärte gehört zum Lieferumfang.

Für die Höhenanpassung muss die unter einer Abdeckung versteckte Klemmung gelöst werden, gegebenenfalls auch die Länge der Sattelstütze angepasst werden. In unserem Fall passte sie jedoch ebenso wie die Lenkerhöhe, die sich über das verstellbare Cockpit 2.0 einstellen lässt.

So sitzt man bequem auf dem eBike-spezifischen Selle Royal On-Sattel und hat das Kalkhoff-Pedelec über die ergonomischen GS10 Evo-Griffe von Ergon gut im Griff.

Sämtliche Bedienelemente lassen sich erreichen, ohne die Hände vom Lenker nehmen zu müssen, darunter auch die unscheinbar platzierte Oi Klingel rechts sowie der Taster für das Fernlicht links.

Das vor dem Lenker und oberhalb des Supernova Mini 3-Scheinwerfers montierte Bosch Kiox 500 befindet sich optimal im Sichtfeld und ist sehr gut ablesbar. Das Team aus Emstek führt sämtliche Kabel hinter der Lampe in das Steuerrohr, darunter auch die Bremsleitung und die Leitungen für das ABS, was zu einer aufgeräumten Optik beiträgt.

Den Antrieb steuert man über die bewährte Bosch LED Remote, die zudem eine Verbindung mit dem Smartphone ermöglicht. Über die Bosch eBike Flow App lassen sich anschließend weitere Funktionen nutzen und individuelle Einstellungen vornehmen.

Der Bosch Performance Line CX lässt sich seit dem vergangenen Jahr vom Nutzer individuell anpassen: Das maximale Drehmoment kann auf bis zu 100 Nm erhöht werden (Standard: 85 Nm), die Leistung auf 750 W statt der üblichen 600 W und die Unterstützung auf bis zu 400 Prozent (statt 340 Prozent). Eine formschöne Abdeckung schützt den Motor dabei zuverlässig vor Schmutz.

Mit steigender Leistung nehmen allerdings auch Energieverbrauch und Verschleiß zu, sodass jeder Fahrer seine persönliche Balance bei den Einstellungen finden muss. Den großen 800-Wh-Akku hat der Hersteller abschließbar im Unterrohr integriert und mit einer leicht zu bedienenden Abdeckung geschützt.

Diese Abdeckung entwickelte Kalkhoff gemeinsam mit Studio Gielen und stellte sie im vergangenen Jahr vor. Über einen Slider-Button am Unterrohr wird der Verschluss entriegelt, anschließend lässt sich das Fach öffnen. Im Test funktionierte das einwandfrei, zudem blieb die Verschmutzung über den gesamten Testzeitraum hinweg vernachlässigbar.

Allerdings wird anschließend weiterhin der Schlüssel benötigt, um den Akku selbst zu entriegeln. Der Komfortgewinn fällt daher eher moderat aus. Auch optisch hätte sich das Schloss zumindest unsichtbar hinter der Klappe integrieren lassen.

Unten links am Sitzrohr befindet sich der Ladeanschluss, welcher von einer stabilen Klappe geschützt wird, die beim Schließen fühlbar einrastet. Hier muss man nur aufpassen, dass das Pedelec nicht mit eingestecktem Kabel bewegt wird, da die Kurbel diesem in die Quere kommen kann.

Dem Bosch-Motor nachgeordnet arbeitet die für E-Bikes optimierte Shimano CUES mit 11 Gängen. Sie bietet eine Übersetzungsbandbreite von 454 Prozent und damit in Kombination mit dem kräftigen Motor mehr als ausreichend Reserven. Dank des Linkglide-Systems bleibt selbst ein Schalten unter Last unproblematisch.

Die Bremsanlage von Tektro wurde speziell für das Zusammenspiel mit dem Bosch eBike ABS entwickelt und fügt sich sowohl optisch als auch technisch stimmig ins Gesamtbild ein. Am Kalkhoff-Pedelec wirkt sie beinahe überdimensioniert, nicht zuletzt deshalb, weil wir sie während des gesamten Tests nie an ihre Grenzen bringen konnten.

Angetrieben wird das Entice 5+ Excite ABS über stabile Pedale mit integrierten Pins, die für guten Grip sorgen und dank Reflektoren auch den Anforderungen der StVZO entsprechen. Selbst bei ungünstigen Bedingungen dürfte der Kontakt zum Pedelec damit zuverlässig bestehen bleiben.

Auch die Bereifung sorgt für sicheren Kontakt auf verschiedenen Untergründen. Die verbauten Johnny Watts 365 Performance Reflex sind als Ganzjahres-SUV-Reifen konzipiert und laut Hersteller Schwalbe mit Lamellenprofil und verstärktem Pannenschutz ausgestattet. Die Gummimischung soll demnach auch bei niedrigen Temperaturen griffig bleiben und wurde speziell für E-Bikes ausgelegt.

Die Schutzbleche aus Aluminium fallen extralang aus und verfügen an den Enden über Spritzschutzverlängerungen. Das erweist sich im Alltag als Vorteil, da aufgewirbeltes Wasser nicht auf die Schuhe des Fahrers geleitet wird. Der freistehend integrierte Gepäckträger stützt sich optisch lediglich am Hinterbau ab, ist technisch jedoch zusätzlich am Schutzblech befestigt.

Er verfügt neben einer stabilen Federklappe auch über Kompatibilität mit dem MIK HD System sowie über Rails für Seitentaschen. Ergänzt wird der Träger mit 27 kg Traglast von Kalkhoff durch einen Rückstrahler und eine Trelock COB Line-Rückleuchte mit integrierter Bremslichtfunktion.

Weitere Details umfassen den kompakten, aber ausreichenden Kettenschutz, ein optisch gut integriertes ABUS-Rahmenschloß (gleichschließend mit dem Akkuschloß) und diverse Montagepunkte, z.B. unter dem Oberrohr, unten auf dem Unterrohr (z.B. für einen Range Extender) oder rechts und links am Steuerrohr.

Beim nahezu mittig installiertem Fahrradständer kann man positiv bemerken, dass dieser nicht mit der Kurbel kollidieren kann, wie man es oft bei ähnlichen Installationen sieht. Das Pedelec steht darauf sicher und stabil.

In der Praxis

Das Fahrverhalten des Kalkhoff Entice 5+ Excite ABS entsprach genau den Erwartungen, die der erste Eindruck geweckt hatte. Das Pedelec reagierte recht direkt und zügig, vermittelte dabei ein ausgereiftes Handling und ein hohes Sicherheitsgefühl.

Das lag nicht nur am Gewicht, welches das Modell förmlich am Boden kleben ließ. Dennoch ließ sich das Pedelec zügig beschleunigen, was vor allem dem kräftigen Bosch Performance Line CX-Antrieb zu verdanken ist.

Aufgrund eines Fehlers war das Drehmoment auf die zuvor üblichen 85 Nm begrenzt, was sich jedoch nur in Extremsituationen bemerkbar machte. Das Zusammenspiel mit der Shimano CUES-Schaltung mit elf Gängen machte die meisten Anstiege trotzdem problemlos bewältigbar.

Ob auf der Straße, auf Feldwegen oder auch abseits befestigter Wege, die SR Suntour Mobie34 machte einen durchaus guten Eindruck, wobei die Parallelogramm-Federsattelstütze ihren Teil zum Komfort des Fahrers beitrug.

So machte es Spaß und wir konnten mit dem Kalkhoff-Pedelec problemlos viele „Kilometer fressen“, ohne dass man große Pausen unterwegs benötigte. Zudem war man auch bezüglich des Straßenverkehrs in Sachen Sitzhaltung gut im Bike integriert und behielt den Überblick.

Wir testeten das Verhalten des Pedelecs auch in Situationen, in denen das Bosch eBike ABS eingreifen musste. Trotz teilweise noch vorhandenen Restschnees und zeitweise nasser Bedingungen war dies nur schwer zu provozieren, was auf den hohen grundsätzlichen Grip der Reifen und das gut abgestimmte Fahrwerk des Modells hinweist.

Wir sind im Rahmen unseres Tests mehrere ausgedehnte Runden mit dem Kalkhoff Entice 5+ Excite ABS gefahren, welches auch die Batterie in die Nähe ihrer Kapazität gebracht haben. 50 km waren immer drin, eher mehr.

Allerdings war es noch recht kalt und wir sind zumeist mit der höchsten Unterstützungsstufe oder „Auto“ unterwegs gewesen. Gut auch die Schutzbleche, denn trotzdem sie aus Aluminium waren, machten sie sich auch auf schlechten Strecken kaum bemerkbar. Das kennen wir teilweise anders, wenn jedes Steinchen für ein lautes „Deng“ sorgt.

Weitere Probleme hatten wir keine, aber eventuell gibt es im Detail Raum für Verbesserungen. So wäre eine absenkbare Sattelstütze mit Federung die bessere Wahl gewesen, da ein Auf- und Absteigen damit erleichtert würde. Auch beim Ampelhalt bringt dies ja bekanntlich Vorteile.

Natürlich ist das hohe Gewicht ein Thema. Einerseits sorgt dieses für eine gute Straßenlage, andererseits doch manchmal für ein schwieriges Handling, besonders wenn man das Pedelec einmal über schwierige Stellen, oder eben in den Fahrradkeller bugsieren muss.

Der Lack in der Farbgebung moonstonegrey matt sieht edel und zurückhaltend aus, lässt sich allerdings teilweise nicht so einfach reinigen. Es benötigt dann doch etwas mehr Handarbeit, um diesen so sauber zu bekommen, wie wahrscheinlich glänzenden Lack.

Kalkhoff Entice 5+ Excite ABS 2025

Kalkhoff Entice 5+ Excite ABS 2025

Kalkhoff Entice 5+ Excite ABS 2025

Motor: Bosch Performance Line CX, 250 W, 100 Nm
Batterie: Bosch PowerTube 800, 800 Wh
Display: Bosch Kiox 500 / LED Remote
Rahmen: Aluminium
Gabel: SR Suntour Mobie34, 120 mm
Schaltung: Shimano Cues, 1×11
Bremsen: Tektro Volans ABS, 203/180 mm v/h
Kurbelgarnitur: Aluminium
Vorbau: Cockpit 2.0 verstellbar, 65 mm
Sattelstütze: By Schulz Parallelogramm G.2, gefedert
Sattel: Selle Royal ON
Laufräder: Aluminium, Hohlkammer, 29“
Reifen: Schwalbe Johnny Watts 365 Performance Reflex, 60-622 v/h
Gewicht: 32,5 kg (selbst gemessen; Werksangabe: 34 kg)
zul. Gesamtgewicht: 170 kg
Preis: 5.899,00 EUR

Unser Fazit

Das Kalkhoff Entice 5+ Excite ABS ist ein ausgereiftes und gut ausgestattetes Pedelec. Es bringt alles mit, was man für den Alltag, aber auch ausgedehnte Touren benötigt. Mit dem eBike ABS eher etwas mehr, wovon dann nicht nur (Wieder-)Einsteiger profitieren können. Die Verarbeitung hat sich als sehr gut herausgestellt, die Zusammenstellung der Komponenten als passend, wobei wir dem Modell das bei uns versehentlich reduzierte Drehmoment des Bosch CX-Antriebs nicht ankreiden. Wie wir später herausgefunden haben, war das Entice 5+ Excite ABS wohl falsch konfiguriert zu uns gekommen, ein kurzer Besuch in der Werkstatt kann dieses Problem im Nu lösen. Abschließend hat sich das Pedelec als zuverlässiger Begleiter im Alltag und auch auf Touren gezeigt. Dank gut dimensionierter Schutzbleche und griffiger Reifen konnte man bei „Wind und Wetter“, dank integriertem Fernlicht auch bei „Nacht und Nebel“ gut unterwegs sein. Natürlich rangiert Kalkhoff als Traditionshersteller im Premiumsegment, zahlt dieses aber auch durch Wertstabilität und die ausgereifte Funktionsweise wieder zurück. Von uns bekommt das Kalkhoff Entice 5+ Excite ABS eine Empfehlung für den Allround-Einsatz.

PRO
  • kräftiger, ausgereifter Motor
  • großer Akku
  • stabiler, belastbarer Rahmen
  • großes, gut ablesbares Display
  • kräftige Bremsen
  • eBike ABS
  • Bremslicht
  • Kettenschaltung mit großer Übersetzung
  • gefederte Sattelstütze
  • bequeme, ergonomische Kontaktpunkte
  • „leise“ Aluminiumschutzbleche
  • praktische Gepäckoptionen
CONTRA
  • hohes Gewicht
  • pflegeintensiver Lack

Transparenzhinweis: Unser ausführlicher Test des Entice 5+ Excite ABS wurde von der
Kalkhoff Werke GmbH hinsichtlich der Produktionskosten unterstützt. Auf das Testergebnis und unsere Meinung hatte dies keinen Einfluss.