Die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union ist 2025 gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent gesunken. Das geht aus den endgültigen Zahlen hervor, die die Europäische Kommission am 27. Oktober 2026 veröffentlicht hat. Insgesamt kamen 19.350 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das waren 580 weniger als 2024 und 3.400 weniger als 2019.
In Deutschland entwickelte sich die Zahl der Verkehrstoten dagegen in die andere Richtung. Nach endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes starben 2025 insgesamt 2.832 Menschen im Straßenverkehr. Das waren 62 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten stieg um 1,7 Prozent auf rund 371.000. Gleichzeitig sank die Zahl der Schwerverletzten um 2,9 Prozent auf etwa 49.200.
Damit zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Während die EU insgesamt weniger Verkehrstote verzeichnete, nahm ihre Zahl in Deutschland zu. Im Vergleich zu 2019 lag Deutschland allerdings sieben Prozent niedriger. EU-weit betrug der Rückgang im selben Zeitraum 15 Prozent.
Jeder sechste Verkehrstote in Deutschland war mit dem Fahrrad unterwegs
Besonders relevant für den Radverkehr ist die Entwicklung bei Fahrrädern und Pedelecs. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes starben 2025 insgesamt 462 Menschen bei Verkehrsunfällen, während sie mit dem Fahrrad unterwegs waren. Das entsprach 16,4 Prozent aller Verkehrstoten in Deutschland. Gegenüber 2024 stieg die Zahl der getöteten Radfahrer um 3,8 Prozent, im Vergleich zu 2015 sogar um 20,6 Prozent.
217 der tödlich verunglückten Radfahrer waren mit einem Pedelec unterwegs. Im Jahr 2024 hatte diese Zahl noch bei 195 gelegen, 2015 waren es 36. Der Anstieg bei den getöteten Radfahrern insgesamt ist laut Destatis auf die zunehmende Zahl tödlich verunglückter Pedelec-Nutzer zurückzuführen.
Die Zahlen beziehen sich auf die vorläufige Auswertung für 2025. Die später veröffentlichte endgültige Jahresstatistik bestätigt die Gesamtzahl von 2.832 Verkehrstoten in Deutschland. Die detaillierten Angaben zu den getöteten Radfahrern stammen dagegen aus der gesonderten Mitteilung mit vorläufigen Ergebnissen.
Ältere Menschen besonders häufig betroffen
Die Altersstruktur der tödlich verunglückten Radfahrer verdeutlicht die besondere Gefährdung älterer Menschen. 61,5 Prozent der 2025 tödlich verunglückten Radfahrer waren mindestens 65 Jahre alt. Bei Pedelec-Fahrern lag der Anteil dieser Altersgruppe sogar bei 67,3 Prozent. Bei Fahrrädern ohne Hilfsmotor waren es 56,3 Prozent.
Auch in der Gesamtstatistik des Straßenverkehrs fallen ältere Menschen besonders ins Gewicht. 2025 starben in Deutschland 1.115 Menschen ab 65 Jahren bei Verkehrsunfällen. Das entsprach 39 Prozent aller Verkehrstoten. Darunter waren 148 Menschen, die mit einem Pedelec unterwegs waren, sowie 138 Radfahrer ohne Motor.
Die Europäische Kommission kommt für die EU ebenfalls zu dem Ergebnis, dass ältere Menschen häufiger Opfer von Verkehrsunfällen werden als andere Altersgruppen. Neben Pkw-Insassen gehören Radfahrer, Fußgänger und Motorradfahrer zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern.
Landstraßen bleiben ein Schwerpunkt der Verkehrssicherheit
Die Unfallstatistik zeigt außerdem, dass der Unfallort eine wichtige Rolle spielt. In Deutschland ereigneten sich 2025 rund drei Viertel aller polizeilich registrierten Verkehrsunfälle innerhalb geschlossener Ortschaften. Dort wurden 66 Prozent aller Verletzten registriert.
Die meisten Verkehrstoten waren dagegen auf Landstraßen zu beklagen. Insgesamt starben dort 1.580 Menschen, entsprechend 56 Prozent aller Verkehrstoten. Innerorts kamen 960 Menschen ums Leben, auf Autobahnen waren es 292.
Gerade auf Landstraßen bestehen besondere Risiken, etwa durch höhere Fahrgeschwindigkeiten, fehlende Trennungen zwischen den Fahrtrichtungen und ungeschützte Hindernisse am Straßenrand. Auch für Radfahrer und Pedelec-Fahrer ist die Sicherheit auf diesen Strecken deshalb ein wichtiges Thema.
Innerhalb geschlossener Ortschaften wiederum waren Radfahrer und Fußgänger stark unter den Todesopfern vertreten. Von den 960 innerorts getöteten Menschen waren 285 mit dem Fahrrad und 317 zu Fuß unterwegs. Unter den getöteten Radfahrern befanden sich 119 Pedelec-Nutzer.
Autofahrer häufig an Fahrradunfällen beteiligt
Die gesonderte Auswertung der Fahrradunfälle zeigt, dass Radfahrer häufig mit anderen Verkehrsteilnehmern verunglücken. Von den 95.794 Fahrradunfällen mit Personenschaden im Jahr 2025 waren 66,5 Prozent Unfälle mit mindestens einer weiteren beteiligten Person. In knapp 70 Prozent dieser Fälle war ein Autofahrer beteiligt.

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Allerdings waren nicht alle Fahrradunfälle Zusammenstöße mit anderen Verkehrsteilnehmern: 31,1 Prozent der Fahrradunfälle mit Personenschaden waren Alleinunfälle.
Auch bei der Frage nach der Hauptschuld unterscheidet Destatis nach der Art des Unfallgegners. Bei Fahrradunfällen mit anderen Verkehrsteilnehmern wurde Radfahrern in 28,6 Prozent der Fälle die Hauptschuld zugeordnet. Bei Unfällen mit Autofahrern lag dieser Anteil bei 25,3 Prozent, bei Unfällen mit Güterkraftfahrzeugen bei 21,4 Prozent. Bei Zusammenstößen mit Fußgängern wurde Radfahrern dagegen in 58,1 Prozent der Fälle die Hauptschuld angelastet.
Diese Werte beschreiben die polizeiliche Unfallauswertung. Sie sagen für sich genommen nichts darüber aus, wie häufig die jeweiligen Verkehrsmittel genutzt werden oder wie hoch das Unfallrisiko pro gefahrenem Kilometer ist.
Weniger Verkehrstote im ersten Halbjahr 2026
Die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2026 geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus. In Deutschland kamen von Januar bis Juni 1.233 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das waren neun Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2025, als 1.355 Todesopfer registriert wurden. Die Zahl der Verletzten sank um 4,2 Prozent auf rund 172.000.
Auch bei Radfahrern ging die Zahl der Todesopfer zurück: Im ersten Halbjahr 2026 starben 211 Fahrradfahrer, 22 weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei Fußgängern sank die Zahl der Verkehrstoten um 44 auf 150, bei Nutzern amtlich zugelassener Krafträder um 32 auf 216. Die Zahl der getöteten Pkw-Insassen ging um 20 auf 531 zurück.
Eine gegenläufige Entwicklung gab es bei E-Scootern. Hier stieg die Zahl der Todesopfer um 13 auf 28.
Insgesamt registrierte die Polizei in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 rund 1,26 Millionen Verkehrsunfälle, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank hingegen um 3,5 Prozent auf gut 138.000. Mehr Unfälle bedeuten somit nicht automatisch mehr Verletzte oder Todesopfer.
Geschwindigkeit bleibt eine wichtige Unfallursache
Bei Unfällen mit Personenschaden registrierte die Polizei im ersten Halbjahr 2026 rund 24.900 Fälle mit Fehlverhalten beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Anfahren oder Einfahren. Damit war diese Kategorie trotz eines Rückgangs um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum am häufigsten.
Es folgten Verstöße gegen die Vorfahrt oder den Vorrang anderer Verkehrsteilnehmer mit rund 21.100 Fällen. Unangepasste Geschwindigkeit wurde bei 19.800 Fällen erfasst. Hier zeigte sich ein Anstieg um vier Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.
Für das Gesamtjahr 2025 weist Destatis überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit als häufigste Ursache tödlicher Verkehrsunfälle aus. Bei Unfällen, bei denen mindestens ein Beteiligter die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte oder für die Straßen- und Witterungsverhältnisse zu schnell fuhr, starben 812 Menschen.
EU-Ziel bis 2030 noch nicht erreicht
Die Europäische Union will die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten bis 2030 gegenüber dem Ausgangsniveau halbieren. Langfristig sollen die Straßen im Rahmen der sogenannten Vision Zero bis 2050 nahezu frei von tödlichen Unfällen sein. Nach Einschätzung der Europäischen Kommission reichen die bisherigen Fortschritte noch nicht aus: Nur Belgien, Bulgarien, Dänemark, Polen und Rumänien befinden sich derzeit auf Kurs, das Ziel bei den Verkehrstoten zu erreichen.
EU-weit kommen auf jeden Verkehrstoten schätzungsweise fünf Schwerverletzte. Damit erleiden jährlich rund 100.000 Menschen schwere Verletzungen bei Verkehrsunfällen.
Die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2026 zeigen in Deutschland und in mehreren anderen europäischen Ländern eine positive Entwicklung. Ob sich dieser Trend bis zum Jahresende fortsetzt, bleibt abzuwarten. Die vollständigen vorläufigen EU-Zahlen für das Gesamtjahr 2026 will die Kommission im März 2027 veröffentlichen.
Es wird deutlich, dass die Verkehrssicherheit differenziert betrachtet werden muss: Der Rückgang der Verkehrstoten auf EU-Ebene und im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland steht einer steigenden Zahl getöteter Radfahrer im Jahr 2025 gegenüber. Besonders die hohe Zahl älterer Pedelec-Fahrer unter den Todesopfern und die Bedeutung von Landstraßen zeigen, dass die Sicherheit gefährdeter Verkehrsteilnehmer weiterhin eine zentrale Aufgabe bleibt.





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