Schweizer Tochtergesellschaft überträgt Vermögenswerte und Verbindlichkeiten an deutsches Investmentunternehmen
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Der indische Zweiradhersteller TVS Motor Company richtet sein internationales E-Bike-Geschäft neu aus. Wie das Unternehmen mitteilte, hat die Schweizer Tochtergesellschaft TVS EBike Company AG Vereinbarungen zur Übertragung bestimmter Vermögenswerte und Verbindlichkeiten an die deutsche Callista Asset Management 33 GmbH unterzeichnet.

Die entsprechenden Verträge wurden bereits am 14. Mai 2026 geschlossen. Der Abschluss der Transaktion wird für den 13. August 2026 erwartet. Das Volumen der Vereinbarung liegt laut Unternehmensangaben bei rund 16 Millionen Schweizer Franken. Die Zahlung soll über einen Zeitraum von 24 Monaten erfolgen.

TVS betont, dass es sich nicht um den Verkauf eines kompletten Unternehmensbereichs oder eine klassische „Slump Sale“-Transaktion handelt, sondern um die Übertragung ausgewählter Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der E-Bike-Sparte. Hintergrund seien die sich verändernden Marktbedingungen im internationalen Fahrrad- und E-Bike-Sektor.

Die Käufergesellschaft Callista Asset Management 33 GmbH mit Sitz in München gehört laut TVS nicht zur Unternehmensgruppe und steht in keiner Verbindung zu den Anteilseignern des Konzerns.

TVS EBike betreibt unter anderem das Schweizer Handelsnetzwerk „m-way“ und ist zudem im B2B-Geschäft in Europa und Großbritannien aktiv. Darüber hinaus entwickelt und vertreibt das Unternehmen mehrere eigene E-Bike-Marken, darunter Cilo, Simpel, Allegro, EGO Movement und EBCO.

Für das Kalenderjahr 2025 meldete TVS EBike einen eigenständigen Umsatz von 51,55 Millionen Schweizer Franken sowie ein Nettovermögen von 2,63 Millionen Schweizer Franken. Veränderungen an der Eigentümerstruktur der börsennotierten Muttergesellschaft soll es im Zuge der Transaktion nicht geben.

Als zusätzliche Einordnung lässt sich festhalten, dass der vergleichsweise niedrige Transaktionswert im Verhältnis zum ausgewiesenen Jahresumsatz auf die derzeit schwierigen Rahmenbedingungen im europäischen Fahrrad- und E-Bike-Markt hindeuten könnte. Auffällig ist insbesondere, dass sich die Bewertung laut TVS am Buchwert der Nettovermögenswerte orientiert und nicht an Umsatz- oder Wachstumsperspektiven.

Zudem deutet die gestreckte Zahlung über einen Zeitraum von 24 Monaten darauf hin, dass die Transaktion eher von vorsichtiger Risikobewertung als von expansiven Wachstumserwartungen geprägt ist. Branchenweit kämpfen viele Anbieter derzeit mit hohen Lagerbeständen, Preisdruck und einer spürbar schwächeren Nachfrage nach dem Pandemie-Boom der vergangenen Jahre.

Dass mit Callista Asset Management 33 GmbH zudem ein Beteiligungs- und Restrukturierungsinvestor als Käufer auftritt, könnte ebenfalls darauf hindeuten, dass hier vor allem operative Neuordnung und Konsolidierung im Vordergrund stehen.