Manche Namen verschwinden einfach in der Schublade der Markengeschichte. Andere kommen zurück, weil sie es verdient haben. Das Tycoon gehört zur zweiten Kategorie. Fast dreißig Jahre nachdem das Original eines der prägendsten Fullsuspension-Bikes seiner Zeit war, bringt Steppenwolf 2027 den Namen zurück auf die Trails, dieses Mal als vollwertiges E-Enduro mit Gravity-Fokus. Und der Anspruch dahinter ist kein nostalgischer Marketing-Gag, sondern eine klare Ansage: Wer heute Tycoon draufschreibt, muss auch Tycoon liefern. Seht es euch selbst in unserem Artikel an.
Steppenwolf Tycoon 2027 im Überblick
Das neue Tycoon markiert Steppenwolfs Rückkehr zu einer dedizierten Gravity-Plattform. Entwickelt für Fahrer, die genau wissen, was sie wollen, wenn der Trail steiler, schneller und ruppiger wird: ein Bike, das auch dann noch mitmacht, wenn andere längst überfordert sind.
Steppenwolf trennt ziemlich konsequent zwei Welten. Die Tundra-Serie ist der Allrounder im Portfolio, das Bike für lange Tage auf dem Trail, für Touren, für alles ein bisschen. Das neue Tycoon tickt anders. Er ist kein Kompromiss und will auch keiner sein.
Wer sich für den Tycoon entscheidet, sucht nicht die eine Bike-Lösung für alle Situationen, sondern ganz gezielt die nächste Abfahrt, das nächste Feature, die nächste persönliche Bestzeit am Berg runter. Nicht jeder Fahrer braucht ein Bike mit dieser Ausrichtung. Aber wer es braucht, weiß auch genau warum.
Rahmen & Geometrie
Der Tycoon basiert auf einem Vollcarbonrahmen mit 170 mm Federweg vorne wie hinten, eine Ansage, die in dieser Klasse für ernsthafte Gravity-Ambitionen steht. Vorgestellt wurde die erste öffentliche Version bereits auf der Eurobike 2025 noch als Tundra 11, seither hat Steppenwolf zwölf Monate an der Serienreife gefeilt und gemerkt, dass es einen anderen Namen braucht.
Die auffälligste Veränderung sitzt vorne: ein spürbar verstärkter Steuerrohrbereich, kombiniert mit einer neu konstruierten Dämpferanlenkung. Beides zielt auf dasselbe Ergebnis ab, nämlich mehr Steifigkeit im Chassis und mehr Ruhe am Vorbau, genau dann, wenn Tempo und Gelände unruhig werden.
Was heißt das jetzt fürs Fahrverhalten? Der Lenkwinkel von 64° ist deutlich in Richtung Gravity gezogen und sorgt genau für die Laufruhe bei Tempo, die auf ruppigen, steilen Trails den Unterschied macht. Gleichzeitig hält der mit 78° recht steile effektive Sitzwinkel die Sitzposition beim Bergauftreten kompakt und effizient, was bei einem Bike, das für wiederholte Abfahrten gedacht ist, kein Nice-to-have ist, sondern Pflicht.
Spannend wird es bei den Kettenstreben: Die bleiben über alle drei Größen bei konstanten 450 mm. Kombiniert mit dem eher moderaten Radstand von 1.249 bis 1.297 mm bedeutet das, das Tycoon dürfte trotz seiner slacken Front nicht behäbig wirken, sondern sich vergleichsweise kompakt und wendig lenken lassen. Ideal, um das Bike aktiv durch Anlieger und über Kicker zu bewegen, statt es nur geradeaus laufen zu lassen.
Die Tretlagerabsenkung von 30 mm liegt im soliden Mittelfeld: tief genug für ein sattes, verankertes Kurvengefühl, aber nicht so extrem, dass technische Uphill-Passagen zur Pedal-Lotterie werden. Das mit der Größe wachsende STR-Verhältnis (von 1,44 auf 1,37) zeigt zudem, dass der Cockpit-Aufbau in XL spürbar gestreckter wird als in M, größere Fahrer bekommen also eine aktivere, mehr auf Reach ausgelegte Position statt nur eine hochskalierte Kopie der kleineren Rahmen.
Unterm Strich: ein Setup, das klar auf Speed und Kontrolle in steilem Gelände ausgelegt ist, sich dank kurzer Kettenstreben aber nicht wie ein reiner Downhiller fährt, sondern genug Verspieltheit behält, um auch auf technischeren Trailabschnitten Spaß zu machen.
Motor & Akku
Für den Antrieb hat sich Steppenwolf beim Tycoon für die aktuellste Avinox M2S Antriebseinheit entschieden, gepaart mit einem integrierten 800-Wh-Akku. Damit steht ein maximales Drehmoment von 130 Nm und 1300 W zur Verfügung.
Diese Kombination soll zudem auf genau das ausgelegt sein, was Gravity-Fahrer wirklich brauchen: genug Reserven, um mehrere Runden am Berg hochzukurbeln, ohne dass am Ende des Tages die Power fehlt.
Gleichzeitig soll das System die dynamische Fahrcharakteristik erhalten, die man von einem modernen E-Gravitybike erwartet, also kein behäbiges Lastenrad-Gefühl, sondern ein Bike, das sich auch bergab noch wie ein Bike anfühlt.
Fahrwerk & Ausstattung
Beide Ausstattungsvarianten teilen sich Rahmen, Motor, Akku und Geometrie. Der Unterschied liegt in der Komponentenwahl, und die fällt je nach Modell deutlich aus.
Der Tycoon 11 fährt obenauf: FOX 38 Factory Grip X2 vorne, FOX Float X2 Factory hinten, dazu eine SRAM X0 Eagle AXS Transmission und SRAM Maven Ultimate Bremsen. Carbonlaufräder von DT Swiss runden das Topmodell ab.
Der Tycoon 10 setzt auf RockShox, konkret eine ZEB Ultimate Gabel und einen Vivid Ultimate Dämpfer, kombiniert mit SRAM GX Eagle AXS Transmission und SRAM Maven Silver Bremsen.
Die Laufräder kommen hier in Aluminium von DT Swiss. Wer preisbewusster einsteigen will, verliert also nicht an Fahrwerksqualität, sondern spart eher an der Komponenten-Oberklasse.
Bei den Reifen sind sich beide Modelle einig: Maxxis Assegai vorne und Maxxis DHR II hinten, eine bewährte Kombination für Grip in praktisch jeder Trail-Situation.
Modellübersicht
Steppenwolf Tycoon 11 2027
Bild folgt
Motor: Avinox M2S, 1300 W, 130 Nm
Batterie: Avinox, 800 Wh (integriert)
Display: Avinox DP100
Rahmen: Full Carbon, 170 mm
Gabel: FOX 38 Factory Grip X2, 170 mm
Dämpfer: FOX Float X2 Factory
Schaltung: SRAM X0 Eagle AXS Transmission, 1×12
Bremsen: SRAM Maven Ultimate
Kurbelgarnitur: n/a
Vorbau: n/a
Sattelstütze: n/a
Sattel: n/a
Laufräder: DT Swiss Carbon
Reifen: Maxxis Assegai / Maxxis DHR II v/h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: 150 kg
Preis: 9.999 EUR
Steppenwolf Tycoon 10 2027
Bild folgt
Motor: Avinox M2S, 1300 W, 130 Nm
Batterie: Avinox, 800 Wh (integriert)
Display: Avinox DP100
Rahmen: Full Carbon, 170 mm
Gabel: RockShox ZEB Ultimate, 170 mm
Dämpfer: RockShox Vivid Ultimate
Schaltung: SRAM GX Eagle AXS Transmission, 1×12
Bremsen: SRAM Maven Silver
Kurbelgarnitur: n/a
Vorbau: n/a
Sattelstütze: n/a
Sattel: n/a
Laufräder: DT Swiss Aluminium
Reifen: Maxxis Assegai / Maxxis DHR II v/h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: 150 kg
Preis: 7.999 EUR
Fazit
Das neue Steppenwolf Tycoon tritt mit einem klaren Auftrag an: Er soll keine Kompromisse eingehen, sondern das sein, was der Name seit dreißig Jahren verspricht, ein Gravity-Bike für Fahrer, die genau das wollen und nichts anderes. Vollcarbonrahmen, 170 mm Federweg vorne und hinten, ein verstärktes Frontend und der kräftige Avinox M2S Antrieb mit 800-Wh-Akku ergeben ein Paket, das für Tempo, Kontrolle und wiederholte Abfahrten gemacht ist. Mit dem Tycoon 11 und dem Tycoon 10 bietet Steppenwolf zwei Ausstattungsstufen, die sich in der Komponentenwahl unterscheiden, aber nicht in der Ausrichtung. Ab Anfang 2027 soll der Tycoon exklusiv über autorisierte Steppenwolf-Fachhändler erhältlich sein. Wer schon jetzt beim Gedanken an die nächste Bikepark-Saison ein Grinsen im Gesicht hat, sollte sich den Namen notieren. Wir jedenfalls freuen uns auf einen ersten Test.
Alles Weitere demnächst direkt bei Steppenwolf.














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