Der Mechatronik-Spezialist wartet mit einer kompletten Produktpalette in Sachen E-Bike auf
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Auf der diesjährigen Eurobike wurde auch das Produktangebot von Marquardt 2018 präsentiert, welches inzwischen zu einem ganzen Systembaukasten ausgebaut wurde. Nach dem Einstieg des Mechatronik-Spezialisten im letzten Jahr, hat Marquardt die Produktlinien konsequent ausgebaut und bietet nun eine noch differenzierte Komponentenauswahl an.

Dabei bietet das Familienunternehmen aus Rietheim-Weilheim den kompletten E-Bike Systembaukasten aus einer Hand an und stellt dabei auch eine modulare und individuelle Zusammenstellung zur Auswahl. Neben den Komponenten steht dabei auch ein attraktives Servicepaket zur Auswahl.

Marquardt 2018 mit modularem Systembaukasten

Das Kernstück des Systems stellt das zentrale Steuergerät dar, welches mit zugehörigem Motor, Sensorik, Akku, Ladegerät bis hin zu Bedieneinheit und Display erweitert werden kann. Eine systemeigene Software harmonisiert die Komponenten über alle Ebenen und lässt sich je nach Kundenwunsch individuell anpassen.

Marquardt Systembaukasten; Bild: Marquardt

Zum Angebot im E-Bike Bereich sagt Ansgar Neumaier, Vice President Sales and Program Management Switches, Sensors and Controls:

Zu den Stärken von Marquardt gehört es von jeher, dass wir unser Know-how immer wieder auf neue Geschäftsfelder übertragen und uns damit als geschätzter Entwicklungspartner bei zahlreichen renommierten Marken einen Namen machen. So liefern wir seit Jahrzehnten komplexe Systeme in Hausgeräte, Elektrowerkzeuge und industrielle Anwendungen. Unsere Kompetenz wollen wir jetzt auch für die anspruchsvollen Fahrradhersteller einsetzen und mit unseren Lösungen zu ihrem Erfolg beitragen.Ansgar Neumaier

Ansgar Neumaier; Bild: Marquardt

Displays und Bedieneinheiten

Immer öfter sind die innovativen Bedieneinheiten und Displays des Unternehmens aus Rietheim-Weilheim auch in Kombination mit anderen E-Bike Antrieben, wie dem TQ-Antrieb, Brose oder dem neuen Amprio Antrieb zu sehen.

Bild: Marquardt

Hier hat man drei Bedieneinheiten im Programm, deren Top-Modelle zusätzlich noch mit den zwei Displays aus dem Programm des Herstellers kombiniert werden können. Einzig die Basis-Variante Drive ist als Stand Alone Einheit konzipiert und kann auch nur Basis-Funktionen wie Ein/ Aus. Licht, Auswahl der Unterstützungsstufe und den Ladezustand der Batterie auf der LCD-Anzeige darstellen. Ein Update über USB ist möglich.

Weitere Funktionalität bieten die Modelle Connect und Comfort, die zusätzlich noch eine Anbindung des Smartphones per Bluetooth ermöglichen und so weitere Möglichkeiten per zugehöriger App erschließen. Die Funktionen hier in der Übersicht:

Marquardt Connect und Comfort Bedieneinheiten

  • kompatibel zu Advanced/ Premium Display bzw. Smartphone
  • Ein/ Aus
  • Licht
  • Unterstützungsstufe
  • Ladezustand (nur Comfort)
  • Geschwindigkeit (nur Comfort)
  • Störungsindikator
  • Softwareupdate über USB
  • Lichtautomatik (nur Comfort)
  • Fahrdatenanzeige (über Bluetooth)
  • Smartphone App (über Bluetooth)

Bild: Marquardt

Die Displays Advanced und Premium ergänzen die Funktionalität der eben beschriebenen Einheiten und stellen weitere Funktionen und Anzeigen zur Verfügung. Hier die Funktionen im Überblick:

Marquardt E-Bike Displays Advanced und Premium

  • kompatibel zu Connect und Comfort Bedieneinheiten
  • Ein/ Aus
  • Licht
  • Unterstützungsstufe
  • Ladezustand
  • Geschwindigkeit
  • Lichtautomatik
  • Schiebehilfe Symbol
  • USB Symbol
  • Fahrdaten
  • Reichweite
  • Bluetooth Symbol
  • Uhrzeit
  • Anzeige von Fehlercodes

nur Premium:

  • Anzeige von Fehlern im Volltext
  • Ereignismeldung (PopUp)
  • Konfigurationsmenü
  • Grafische Statistikfunktionen
  • Herzfrequenzanzeige
  • Smartphone-Benachrichtigung
  • Navigationspiktogramme
  • Konfigurierbare Seite (My-View)

E-Bike Display Premium; Bild: Marquardt

Die Top-Varianten mit Bluetooth können über das Smartphone mit einer Cloud verbunden werden und so auch die Basis für ein transparentes Flottenmanagement darstellen. Eine Vergabe von Fahrberechtigungen oder ein Diebstahlschutz soll genauso möglich sein, wie auch eine die Erfassung des Fahrprofils über eine Smartwatch oder App wie auch eine reichweitenabhängige Navigation.

Marquardt InTube E-Bike Akku

Für 2018 hat Marquardt eine weitere Neuheit im Programm: ein neuer Akku, der ein integrierbares Rahmendesign ermöglicht. Der neue Power-Pack kommt ähnlich dem Bosch PowerTube 500 mit einem achteckigen Profil und soll mit nur 322 Millimeter Länge viel kürzer als vergleichbare Systeme sein.

Damit soll dem Designer nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Gestaltung des Unterrohrs bereitstehen, wobei dank der schmalen Silhouette auch kleinere Rahmengrößen kein Problem darstellen. Da das neue Bauteil eine kurze Bauform aufweist, kann der zugehörige Fahrradrahmen auch besonders steif und leicht ausgelegt werden.

Marquardt InTube E-Bike Akku

Marquardt InTube E-Bike Akku; Bild: Marquardt

Je nach Kundenwunsch, kann die Akkuhalterung entweder selbst gestaltet oder aber auch komplett von Marquardt bezogen werden. Der Entnahmemechanismus beim Marquardt-System wurde besonders einfach und sicher gestaltet. Wird das Schloss geöffnet, wird der Akku zuerst über einen Auffangmechanismus gehalten und kann dann mit einer leichten Schiebebewegung kontrolliert entnommen werden.

In den Größen 500 oder 620 Wattstunden ist der neue Akku für die Integration im Unterrohr zu haben und kann entweder für Systeme mit 36 Volt oder auch 48 Volt konfiguriert werden. Beide Versionen liefern zudem 12-V-Hilfsspannung, die den Betrieb einer Lichtanlage oder Nebenaggregaten möglich machen. Weiter integriert: CAN-Bus Protokolle, Zustandsanzeige und Weckleitung. Die Entwicklung und Fertigung erfolgt direkt bei Marquardt.

Marquardt und das BMW Motorrad X2City

Marquardt war auch am neuen Kickscooter BMW Motorrad X2City beteiligt und liefert dafür das komplette Antriebssystem. Dieses besteht aus einem Getriebenabenmotor am Hinterrad, der zugehörigen Motorsteuerung, die komplette Sensorik, den Akku und das Bedienteil. Zusätzlich stellt das Unternehmen von der südwestlichen Schwäbischen Alb den Service für das Fahrzeug sicher. Zu Entwicklung teilt Ansgar Neumaier mit:

Die Zusammenarbeit mit BMW Motorrad und der ZEG belegt unsere Kompetenz als Entwicklungspartner für wegweisende E-Mobility-Produkte. Auch im boomenden Markt der urbanen Mobilität auf zwei Rädern wollen wir bei Marquardt eine bedeutende Rolle spielen und mit unseren Lösungen Zukunftstrends mitgestalten.Ansgar Neumaier
BMW X2 City

BMW X2 City; Bild: Marquardt

Der Antrieb im Hinterrad kann den BMW Motorrad X2City Kickscooter auf bis zu 25 km/h beschleunigen, wobei das Fahrzeug als „Pedelec25“ eingestuft ist und so ein Fahren ohne Helm und Motorradführerschein erlaubt. Über das Bedienteil kann die Geschwindigkeit auf 8, 12, 16, 20 und 25 km/h eingestellt werden.

Bedienteil; Bild: Marquardt

Mit dem Akku, der eine Kapazität von 408 Wh aufweist und spritzwassergeschützt im Rahmen des E-Rollers untergebracht ist, kann eine Strecke bis zu 35 Kilometern zurückgelegt werden. Das Laden erfolgt mittels spezifischen Ladegerät direkt an einer Haushaltssteckdose (auch bei entnommenen Akku) und dauert bis zu 2,5 Stunden. Das Fahrzeug bietet sich bestens zur Überwindung der letzten Meile in Städten oder auf Pendelstrecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln an und kann platzsparend zusammengeklappt werden.

Bild: Marquardt

Impressionen von der Eurobike

Wir haben uns die Produkte auf der vergangenen Eurobike direkt am Stand von Marquardt angesehen. Hier ein paar Eindrücke:

Alle weiteren Informationen zum Angebot von Marquardt im E-Bike Bereich stehen auch im Webspecial des Unternehmens zur Verfügung.

Bilder: s. Kennz.