Wie fährt sich der erste Nabenantrieb der Schwaben?
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Vor wenigen Tagen waren wir in Hamburg. Im Cruise Center Baakenhöft wurden die neuen Produkte von Bosch eBike Systems für das Modelljahr 2027 erstmals vorgestellt. Wie gewöhnlich präsentierte Claus Fleischer, Geschäftsleiter von Bosch eBike Systems, die neuen Komponenten vor internationalen Pressevertretern und den Medienteams einiger größerer Händler. Die größte Überraschung dabei war eigentlich keine, denn in Fachkreisen war es schon länger ein offenes Geheimnis, dass Bosch an einem Nebenmotor fürs Heck arbeitet. Wie dieser sich fährt und was zudem noch gezeigt wurde, erfährt man jetzt in diesem Artikel.

Bosch Hub Line für günstige, leichte urbane Pedelecs

Die Präsentation startete mit der Vorstellung des neuen Nabenmotors, begleitet vom passenden neuen E-Urbanbike von Canyon.

Der Antrieb kann mit der ebenfalls neuen UTgear H2 kombiniert werden, was dem Nutzer zwei Übersetzungen bereitstellt, die mechanisch zu wechseln sind.

Ebenfalls stellt der Bosch eBike-Chef den neuen PowerTube 360 vor, einem kompakten und schlanken Akku neuester Technologie, der für die Fahrten in der Stadt genügen soll.

Die Erweiterung der Reichweite per PowerMore 250 Range Extender bleibt möglich.

Bedient wird das System mit dem ebenfalls neuen LED Controller, der kompakter und ausgereifter daherkommt.

Ebenfalls neu: Das Intuvia 200 Display, welches für eine klare Ablesbarkeit in Monochrome sorgen soll, konfigurierbar über die eBike Flow-App von Bosch.

Abseits des Hub Line-Antriebs hat Bosch auch den Active Line Plus-Motor auf den neuesten Stand gebracht.

Er bietet jetzt 60 Nm und 340 % Unterstützung und baut sehr viel kompakter, was auch ein halbes Kilo Gewicht (an bis zu 40 % recycletem Aluminium) einspart.

Für dieses Segment führt Bosch eBike Systems die neue PowerTube 720 Batterie ein. Ebenfalls sehr kompakt und ausreichend auch für längere Touren.

Das Bosch ConnectModule ist jetzt einfacher nachrüstbar und bietet zudem Bluetooth LE, so dass ein Orten des Pedelecs abseits eines Mobilfunknetzes möglich wird.

Das smarte System kann jetzt „Live Daten“ anderen Anwendungen zur Verfügung stellen, angefangen mit Smartwatches oder anderen Produkten von Garmin.

Über die Zertifikate, die Bosch zusammen mit Rebike eingeführt hat, haben wir hier schon berichtet. Es kam in Hamburg aber nochmal zur Sprache.

Insgesamt hat Bosch eBike Systems wieder einmal einige Neuheiten für 2027 auf den Weg gebracht.

Wichtigste Komponente war aber die neue Hub Line!

Diese lässt sich einfach an verschiedenste Bike anbauen (bis jetzt aber nur OEM), wobei wir jetzt aber auf unsere Runde durch Hamburg aufbrechen wollten.

Erste Bosch Hub Line Testfahrt

Wir sind dann an der Norderelbe entlang rausgefahren, dann links abgebogen und eine kleine Rampe hoch.

Mit dem Gazelle Curb, welches als Singlespeed konzipiert ist, musste man kurz vor der Kuppe doch etwas mehr in die Pedale treten.

Dann ging in Richtung Rothenburgsort. Hier schien der Antrieb in seinem Element und glänzte durch sehr geringe Geräuschentwicklung und gute Performance.

Wir gelangten dann zum „kurzen Olaf“ (umgangssprachlich für den nicht fertig gebauten „Elbtower“) und legten dort eine kurze Pause ein, um über unsere ersten Eindrücke zu sprechen.

Jeder der Mitfahrer zeigte sich zufrieden mit dem Vortrieb des Hub Line in der Stadt, wobei diverse Fragen zu Technologie wie dem in der Steuerungseinheit integrierten Neigungssensor vom Bosch-Team beantwortet wurden.

Wir machten uns dann wieder auf den Weg zurück, der uns schließlich aus Richtung der Universität wieder zurück zum Cruise Center führte.

Im Großen und Ganzen lieferte der neue Antrieb von Bosch eine gute Performance ab, wobei wir bereits stärkere und auch kultiviertere Motoren gefahren sind, auch mit integriertem, automatischem Zwei- oder Dreiganggetriebe.

Die Kombination von Bosch Hub Line und UTgear H2 haben wir auch noch ausprobiert. Hier muss man die Übersetzung mechanisch und händisch an die jeweilige Situation anpassen.

Zum Anfahren oder für kleinere Anstiege könnte dieses System ausreichen, auf Dauer könnte es aber in bestimmten Städten eventuell zu mehr Schaltarbeit führen. In Hamburg aber nicht.

Schnitt Active Line Plus MY27

Auch ein Pedelec mit dem neuen Active Line Plus haben wir vor Ort ausprobiert. Es war mit einer automatischen Kettenschaltung von TRP ausgestattet und vermittelte deutlich mehr Kraft und zum Komfort durch die Möglichkeit, automatisch schalten zu lassen. Insgesamt ein guter Gesamteindruck.

Fazit

Der Hub Line Antrieb fügt sich nahtlos ins Portfolio von Bosch eBike Systems ein, allerdings hätte man schon einen Antrieb mit integriertem Getriebe erwarten können, um der bestehenden Konkurrenz zu begegnen. Bosch versucht zwar, dies mit Software und integrierter Sensorik zu lösen, allerdings geht dies nur in gewissen Grenzen. Man darf schon jetzt auf eine Weiterentwicklung des Antriebs gespannt sein. Eine solche hat dem Active Line Plus jedenfalls gutgetan und bringt jetzt auch die „urbanen“ Mittelmotoren auf einen modernen Stand.

Was meint ihr dazu?