Der Markt für Dienstradleasing in Deutschland steht weiterhin unter dem Einfluss der angespannten wirtschaftlichen Lage. Nachdem der Markt in den Jahren 2021 bis 2023 noch stark gewachsen war, verzeichnete er 2025 bereits das zweite Jahr in Folge einen leichten Umsatzrückgang. Gleichzeitig wächst die Zahl der geleasten Fahrräder im Bestand weiter – ein Hinweis darauf, dass das Modell grundsätzlich stabil bleibt. Das geht aus der aktuellen Studie „Der deutsche Dienstradleasing-Markt 2026“ hervor, die von der Beratungsgesellschaft Deloitte gemeinsam mit dem Branchenverband Zukunft Fahrrad veröffentlicht wurde.
Umsatz leicht rückläufig, weniger neue Leasingverträge
Der Gesamtumsatz der Dienstradleasing-Branche lag 2025 bei rund 2,8 Milliarden Euro. Damit sank er gegenüber dem Vorjahr um etwa vier Prozent (2024: 2,9 Milliarden Euro). Auch die Zahl der neu abgeschlossenen Leasingverträge ging zurück: Rund 720.000 Fahrräder wurden 2025 neu geleast – etwa 30.000 weniger als im Jahr zuvor.
Als wesentlichen Grund sehen die Studienautoren das schwache wirtschaftliche Umfeld im Fahrradmarkt. Viele Händler sitzen weiterhin auf hohen Lagerbeständen, wodurch Rabatte den klassischen Kauf attraktiver machen. Hochwertige Fahrräder und E-Bikes lassen sich dadurch häufig auch ohne Leasingmodell vergleichsweise günstig erwerben.
Leasingflotte wächst trotz Marktdruck
Trotz rückläufiger Neugeschäfte wächst die gesamte Dienstradflotte weiter. Ende 2025 umfasste sie rund 2,2 Millionen geleaste Fahrräder in Deutschland. Das liegt vor allem daran, dass bestehende Leasingverträge über mehrere Jahre laufen und damit kontinuierlich im Bestand bleiben.
Parallel steigt auch die Zahl der Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten Dienstradleasing anbieten. 2025 kooperierten rund 342.000 Unternehmen mit Leasinganbietern – ein Zuwachs von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit haben inzwischen rund 22,6 Millionen Erwerbstätige Zugang zu einem Dienstradangebot über den Arbeitgeber.
Tatsächlich genutzt wird das Angebot jedoch bislang nur von 2,4 Millionen Beschäftigten.
Vertragsbindung bleibt größtes Hindernis
Die erstmals durchgeführte Konsumentenbefragung innerhalb der Studie zeigt, dass Dienstradleasing zwar in der Bevölkerung bekannt ist – rund 73 Prozent der Befragten sind mit dem Konzept vertraut. Dennoch bestehen weiterhin Vorbehalte.
Als größte Bedenken nannten die Teilnehmer:
- Vertragsbindung (38 Prozent)
- Unsicherheit bei einem möglichen Arbeitgeberwechsel (31,5 Prozent)
- Unklare Vertragskonditionen (23,4 Prozent)
Auf der anderen Seite sehen viele Nutzer klare Vorteile im Modell. Besonders häufig genannt wurden:
- inkludierte Wartungs- und Serviceleistungen (38,1 Prozent)
- Vermeidung hoher Einmalkosten beim Fahrradkauf (37,7 Prozent)
- steuerliche Vorteile durch Gehaltsumwandlung
Rund 17 Prozent der Befragten planen laut Studie, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Fahrrad über den Arbeitgeber zu leasen.
Fachhandel profitiert vom Leasinggeschäft
Für die Fahrradbranche bleibt das Dienstradleasing ein wichtiger Absatzkanal. Über Leasingprogramme entscheiden sich Kundinnen und Kunden überdurchschnittlich häufig für höherpreisige Modelle.
Der durchschnittliche Preis eines geleasten Fahrrads lag 2025 bei etwa 3.460 Euro. Dabei kosteten geleaste E-Bikes im Schnitt rund 3.700 Euro, während konventionelle Fahrräder auf etwa 2.660 Euro kamen.
Besonders deutlich zeigt sich die Bedeutung des stationären Handels: 86 Prozent der geleasten Fahrräder wurden über Fachhändler verkauft. Im Gesamtmarkt liegt dieser Anteil deutlich niedriger – dort entfallen nur rund 69 Prozent der Verkäufe auf stationäre Geschäfte.
Großes Potenzial im Mittelstand
Ein wesentlicher Wachstumstreiber könnte künftig der Mittelstand sein. Während große Unternehmen Dienstradleasing bereits häufig anbieten, sind kleinere Betriebe bislang deutlich unterrepräsentiert.
Dabei machen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden rund 97 Prozent aller Betriebe in Deutschland aus. Branchenvertreter sehen hier entsprechend großes Wachstumspotenzial – vorausgesetzt, Anbieter und Arbeitgeber informieren Beschäftigte stärker über das Modell.
Gleichzeitig verweist die Branche auf die Bedeutung politischer Rahmenbedingungen. Ohne sichere Fahrradinfrastruktur und fahrradfreundliche Arbeitsumgebungen könne das volle Potenzial des Dienstradleasings langfristig nicht ausgeschöpft werden.
Mehr dazu auf der Website von Zukunft Fahrrad.




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