Einige lang erwartete Neuheiten für das Modelljahr 2016 hat Bosch eBike Systems soeben präsentiert, darunter ein neuer, größerer Akku. Wir stellen alle Neuerungen vor.
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Bei den Neuheiten von Bosch 2016 handelt es sich vornehmlich um Detailverbesserungen, die das Gesamtpaket weiter voranbringen.

Vor allem das boomende Segment der E-Mountainbikes hat Bosch hier im Blick und bringt für die zugehörige Zielgruppe zahlreiche Neuheiten, die Pedelec-Erlebnis steigern sollen.

Die neue Performance Line CX 2016

War die für das Modelljahr 2015 vorgestellte Drive Unit CX mehr eine Neuheit optischer Natur, die zudem eine Gewichtsersparnis mit sich brachte, so hat Bosch 2016 der Einheit zudem ein weiteres Feature verpasst.

Der für den Einsatz an E-Mountainbikes gedachte Motor kommt nun auch mit mehr Drehmoment daher und leistet anstatt 60 Nm wie bisher, nun ganze 75 Newtonmeter.

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Damit lässt sich eine maximale Unterstützung von 300 Prozent realisieren, die dank ebenfalls angepasster Steuerung nun unmittelbar nach dem Anfahren zur Verfügung steht und zudem dosiert erfolgt.

Ebenfalls zur erhöhten Performance trägt nun die Möglichkeit bei, ein 14-er Ritzel zu verbauen, welches bestens mit den 10–42 t-Kassetten von SRAMs 1×11-fach-Antrieben harmonieren soll und dabei eine ausreichende Übersetzungsbandbreite bereitstellt.

Weiter wurde auch die Baugröße des Antriebs verkleinert, so dass dieser nun weniger Platz benötigt und so den Fahrradherstellern mehr Freiheit bei der Gestaltung lässt, die nun beispielsweise die Geometrie des Hinterbaus für ein wendigeres Fahrverhalten anpassen können.

Die aktuellen Active Line und Performance Line Motoren bleiben mit ihrer Leistung von 60 Nm weiter im Programm, da diese auf eine andere Zielgruppe ausgelegt sind.

Bosch 2016: Neuer 500 Wh Akku

Viele Fahrer von Bosch-Pedelecs haben sich schon seit längerem einen größeren Akku gewünscht, lange hat auch Bosch die Planung eines Energiespeichers mit größerer Kapazität dementiert.

Für das Produktportfolio von Bosch 2016 wird nun endlich eine Batterie mit 500 Wattstunden angeboten, die den Einsatzradius der Bosch E-Bikes nun um 25 Prozent erweitern dürfte.

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Dank der fortschreitenden Entwicklung in der Akkutechnik konnte der Leistungszuwachs dabei ohne Größenwachstum des Batteriegehäuses realisiert werden – einzig das Gewicht hat um rund 100 Gramm zugenommen. Damit bietet Bosch das beste Leistungsgewicht seiner Klasse.

Somit passt der neue Akku, der in rund 4,5 Stunden wieder aufgeladen werden kann, auch an alle anderen Modelle mit der 2. Generation des Bosch-Antriebs, worüber sich viele freuen dürften.

Der 500-Wh-Akku soll entweder in Rahmen- oder Gepäckträgerversion für rund 800 EUR zu kaufen sein, das wären knapp 150 EUR mehr, als derzeit für den 400 Wh Akku aufgebracht werden müsste.

Nyon 2016 mit Neuerungen

Auch den Nyon Bordcomputer stattet Bosch 2016 mit neuen Funktionen aus. So können ab dem neuen Modelljahr in der Routenplanung bis zu zehn Zwischenziele verwendet werden, die dann direkt in der Kartenansicht eingefügt werden können.

Für E-Mountainbikes stellt Bosch eine spezielle Routenfunktion zur Verfügung, die bei der Routenplanung besonders für eMTBs geeignete Trials auswählt. Die bisherige Auswahl „schnellste“ oder „schönste“ Route bleiben natürlich weiterhin verfügbar.

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Ganz neu lassen sich nun auch GPX-Tracks über das ebike-connect Portal importieren, welche dann mittels aller Funktionen des Portals bearbeitet und schließlich auf das Bosch Nyon 2016 übertragen werden können.

Dafür wurde auch die Hardware des Nyon Bordcomputers erweitert, welche dem Nutzer nun eine Speicherkapazität von 8 GB (vorher: 512 MB) zur Verfügung stellt.

Schon zur Vorstellung des Nyon 2013 sollte schon bald eine Reichweiten-Anzeige zur Verfügung stehen, welche die Topografie berücksichtigt. Diese wird mit dem 2016er Nyon nun endlich Realität und berechnet anhand verschiedener Daten wie der Topografie, dem individuellen Fahrverhalten des Fahrers, dem Fahrergewicht und dem Füllstand des Akkus die genaue restliche Reichweite. Dieses Premium-Feature kann der Nutzer für 4,99 EUR dazu kaufen.

Ebenfalls neu ist eine exakte Höhenanzeige, für welche der Nutzer vor Fahrtantritt kurz eine Kalibrierung durchführen muss.

Zum Ende des Jahres soll es das Nyon System als Nachrüst-Kit geben, welches an Modelle mit Active Line oder Performance Line einfach nachträglich angebracht werden kann. Es soll zu einer UVP von 549 EUR in den Handel kommen.

Das Nachrüstsystem soll die neueste Software beeinhalten, die dann auch als Update allen Nyon-Nutzern zur Verfügung gestellt werden und mehr Stabilität und Funktionalität bringen soll.

Bosch eShift 2016

Für das Modelljahr 2016 wird auch die integrierte elektronische Schaltlösung Bosch eShift weiter verbessert. So erhält die NuVinci H|Sync eine manuelle Neun-Gang-Schaltung, die eine Spreizung von 380 Grad bereitstellt.

 

Auch die Sram Nabe erhält eine manuelle Schaltmöglichkeit. Hier kann der Nutzer drei fest definierte Gänge schalten. Die Shimano Di2 Nabenschaltung wird um eine Auto-Downshift-Funktion erweitert, so dass die Schaltung beim Anhalten automatisch in einem vom Nutzer festgelegten niedrigen Gang schaltet.

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Leider funktioniert das eShift-System immer noch nur mit dem Intuvia Bedienteil und nicht mit dem Nyon.

Dieses sollte unserer Meinung nach ebenfalls einmal in das Nyon-System integriert werden.

Neuer Reichweiten-Assistent

Der Bosch Reichweitenassistent, welcher jedem Internetnutzer kostenlos zur Verfügung steht, wurde ebenfalls erweitert und berechnet nach Eingabe von Daten zu Fahrer, Rad-Typ und zu fahrender Strecke die voraussichtliche Reichweite des E-Bikes.

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Dazu gibt es noch hilfreiche Tipps, wie man die Reichweite eines E-Bikes vergrößern und damit länger Spaß bei der Tour haben kann.

Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Homepage des Herstellers.

Bilder: Bosch