Trailbuilder Pippo Marani, Marco Melandri und Stefano Migliorini wagen es
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Die Val di Sole ist weltweit als MTB-Paradies bekannt und auf die Downhill-Fans wartet hier der Trail der Trails: die gefürchtete Black Snake! Also genau das richtige für einen schönen genüsslichen Augusttag.

Auch Marco Melandri, der ex-Moto GP-Champion, möchte sich diese legendäre Downhill-Strecke nicht entgehen lassen und fährt in Begleitung des Trailbauers Pippo Marani und des ehemaligen BMX-Weltmeisters und heutigen Firmenchefs von THOK Stefano Migliorini, alias „Miglio“, hier an den Start.

Marco Melandri, Pippo Marani und Stefano Migliorini kennen sich schon seit fast dreißig Jahren, aus der Zeit, als sie noch zusammen auf den BMX-Rädern herumflitzten. Marco ist der Jüngste unter ihnen. Keiner von ihnen hätte jemals gedacht, dass Marco einmal bei den Motorrad-Weltmeisterschaften ganz oben auf dem Podium stehen würde.

In seiner Jugendzeit verfolgte Marco voller Bewunderung die Karriere des älteren Stefano „Miglio“, der schon mit siebzehn zum BMX-Weltmeister gekrönt wurde und als Ausnahmetalent dieser Disziplin galt. Pippo, der älteste unter ihnen, war dagegen schon damals in den Kategorien Downhill und Gravity ein Idol.

Mit zwanzig gewann Marco dann den Weltmeistertitel in der 250-cm Klasse und Stefano gründete, nach seinen glorreichen Jahren als Downhill-Profi, die E-Bike-Marke THOK. Pippo dagegen gilt als Geschichtsträger des italienischen MTB-Sportes: Er ist nicht nur Italiens bekanntester Trailbauer, sondern auch auf der ganzen Welt für die von ihm gemeißelten Downhill-Strecken berühmt. Natürlich ist auch die „Black Snake“, auf der sich alle berühmten Biker schon mal die Zähne ausgebissen haben, eine seiner Kreationen.

Marco, Pippo, Miglio: Ihre Wege hatten sich zwar getrennt, aber ihre gemeinsame Radleidenschaft hat sie, jetzt da Marco auch die Superbike-Klasse hinter sich gelassen hat und wieder auf das Fahrrad, oder besser gesagt auf das E-MTB, umgestiegen ist, in Commezzadura (Trento) wieder zusammengeführt. Natürlich sitzen sie auf einem THOK – eins vom „Miglio“, der Marco früher auf den Schultern herumgefahren hatte.

Marco Melandri’s erstes Mal auf der Black Snake

Marco möchte auf die Black Snake: Es wird seine erste Abfahrt auf dieser Profistrecke, die sein Jugendfreund Pippo geschustert hat. Stefano dagegen ist auf diesem Trail groß und zum Profi-Biker geworden. Nun sitzen alle drei auf dem Sattel eines THOK:

Marco auf seinem MIG, mit dem er trainiert und bei seinen E-Bike-Rennen an den Start geht. Geometrie und Ausstattung seines Bikes sind zum größten Teil serienmäßig: SUNTOUR-Dämpfung mit einem für sein Gewicht sehr weichen 30%-SAG, zwölffache SRAM 01-Schaltung, SRAM-Code-Bremsen, „MAGIC-Mary“-Reifen von Schwalbe aus weicher Gummimischung, DH-Karkasse, Tecnomousse und 1,2bar Druck vorne und 1,5bar hinten.

Für den Antrieb sorgt der SHIMANO E8000-Motor mit folgenden Einstellungen: LOW bei ECO-Unterstützung für einen geringen Akkuverbrauch; MEDIUM auf dem TRAIL, um den Pedaltritt zu unterstützen, ohne die sportliche Komponente zu kurz kommen zu lassen; HIGH auf BOOST, um auch die steilsten und technischsten Stellen ohne unnötigen Kraftverlust flott zu überwinden.

Pippo probiert dagegen heute das brandneue MIG 2.0 (hier in unserem Test), das THOK im Juni auf den Markt gebracht hat. Der M-Rahmen, den Miglio normalerweise benutzt, ist zwar nicht ganz seine Bike-Größe, doch als „Anführer“ der Bande der drei Glorien des italienischen Downhills der 1990er Jahre schreckt er vor nichts zurück. Auch mit der SAG kommt er gut zurecht, selbst wenn sie für sein Gewicht etwas zu weich ist.

Stefano dagegen sitzt auf dem Sattel seines TK01 LTD und nutzt die Abfahrt, um die neuen Komponenten für das TK01-Serienrad und vor allem den neuen EP8-Shimano-Motor, den er ganz frisch aus Japan erhalten hat, zu testen.

Und da stehen sie nun in der typischen Holzhütte des Trentino, dem Wahrzeichen der Bike-Welt der Val di Sole, am Start der Black Snake. Anspannung liegt in der Luft. Der Trail flößt selbst ihnen noch Respekt ein, aber im Kopf sind sie immer noch die jungen Draufgänger wie vor 30 Jahren.

Dann geht es los und einer nach dem anderen prescht durch das Starttor auf die Strecke. Marco und Stefano meistern schwungvoll den ersten Road Gap und verschwinden im Wald. Pippo folgt ihnen etwas gelassener und genießt die Strecke. Dieser erste Streckenteil zeichnet sich durch natürliche Hindernisse aus: Sprünge, Steine und steile, oft nach außen abfallenden Kurven stellen die drei auf eine harte Probe.

Stefano und Marco kommen zwar ins Schwitzen, meistern aber alle Schwierigkeiten unversehrt. Die Settings ihrer Bikes sind bestens auf sie eingestellt. Marco fährt seit einem Jahr das MIG und weiß, dass er sich dank des tiefen Schwerpunkts und dem kurzen Vorbau voll auf sein MIG verlassen kann und auch aus den engsten und steilsten Kurven locker herausfährt.

Stefano hat bei dieser Abfahrt endlich die Gelegenheit, das TK01 auf einer wirklich extremen Strecke zu testen. Seine Enduro-Dämpfer lässt er bis aufs Äußerste arbeiten. Sie enttäuschen ihnen nicht und besänftigen auch die holprigsten Untergründe. Mit der neuen verlängerten TCG PLUS-Geometrie des THOKs und dem tieferen Standover hat das Bike an Stabilität und Lenkbarkeit gewonnen und das neue 1.8 Lenkrohr gewährleistet präzise Lenkmanöver und somit Sicherheit und Spaß.

Für Pippo ist es eine Augenweide und Genuss, ihnen auf der Strecke zu folgen. Der Kopf mag wohl noch der eines 30jährigen sein, aber wie sieht es mit dem Körper aus? Beim „Teo Dog Stone“, dem technisch anspruchsvollsten Teil, der für seine hohen Stufen mit losem Untergrund und miteinander verschlungenen Baumwurzeln und Felsstücke berüchtigt ist, hält man wohl besser kurz an, um mit kühlen Kopf abzuchecken, wie diese Passage am besten zu nehmen ist….

Nach der „Teo Dog Stone“ ist der Rock Garden und der „Prà dei Moser” dran, der direkt zum “Salto dell’Ecatombe”, dem Hekatomben-Sprung führt, dessen explosive Landung schon für viele Athleten das Aus auf Weltcuprennen bedeutet hat.

Doch Marco lässt sich durch nichts einschüchtern und liebt die Geschwindigkeit: Die Hindernisse nimmt er locker auf dem Sattel sitzend, springt furchtlos und manchmal unter Stefanos Anleitung, für den es wiederum dank des 170 Millimeter-Federwegs seiner Gabel, ein Leichtes ist, solche Extremstrecken zu meistern.

Road Gap vor dem Wald Doch die „Schwarze Schlange“ hat noch mehr zu bieten

Nach einem kurzen ebenen Stück geht es zu „The Hell“, also zur Hölle, die diesen Namen nicht zu Unrecht trägt, und dem „Pippo Jump“, bevor man die letzten Kurven vor dem Ziel erreicht. Die erste von ihnen heißt „Corner Hill“ und verdiente sich ihren Namen, als sie 2008 Sam Hill aus dem WM-Rennen warf und ihn den Weltmeistertitel verlieren ließ. Dann die Zielgerade und der befreiende Sprung durchs Ziel.

Der Adrenalinpegel ist ganz oben: Stefano, Marco und Pippo lachen und nehmen sich gegenseitig auf die Schippe. Sie sind noch voll aufgedreht und natürlich rundum zufrieden, einen der härtesten Downhill-Parcours der Welt gemeistert zu haben. Die THOK-Bikes haben sich von ihrer besten Seite gezeigt und Stefano konnte für viele Komponenten der TK01-Serienversion die endgültige Wahl treffen.

Zum krönenden Abschluss genehmigen sie sich dann ein Bier beim Bike-Abspritzen, wobei sie an die eine oder andere Erinnerung und Anekdote aus alten Zeiten zurückdenken und langsam wieder runterkommen.

Leidenschaft, Staub, Erde, Schweiß und blutige Schürfwunden … die Grundstoffe, aus denen die THOKs sind: E-MTBs für wahre Biker.

Quelle: PM THOK
Bilder: THOK