Studie sieht Wachstum beim Radverkehr – Zielverdopplung bis 2030 bleibt ohne Wirtschaftsverkehr außer Reichweite
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Die vom Bundesministerium für Verkehr veröffentlichte Zwischenevaluation des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP 3.0) zeigt insgesamt Fortschritte beim Ausbau des Radverkehrs in Deutschland. Gleichzeitig kommt der Bericht zu dem Schluss, dass das Ziel, die Verkehrsleistung des Radverkehrs bis 2030 zu verdoppeln, unter den aktuellen Rahmenbedingungen weiterhin deutlich verfehlt werden könnte.

Für den Radlogistikverband Deutschland e.V. (RLVD) ist das Ergebnis vor allem ein Hinweis darauf, dass der Wirtschaftsverkehr stärker in die Radverkehrsstrategie integriert werden muss. Verbandsvertreter betonen, dass zusätzliche Fördermittel, Personalressourcen und Infrastrukturmaßnahmen allein nicht ausreichen, um die angestrebten Verlagerungseffekte im Verkehrssystem zu erzielen.

Im Rahmen der Evaluation wird darauf verwiesen, dass die Verkehrsleistung des Radverkehrs seit 2017 nur moderat gewachsen ist. Parallel dazu verzeichnet die Radlogistikbranche jedoch ein deutliches Wachstum, insbesondere im Bereich der gewerblichen Nutzung von Lastenrädern sowie bei den entsprechenden Umsätzen.

Positiv hebt der RLVD hervor, dass erstmals auch Daten aus den jährlich veröffentlichten Branchenreports des Verbandes in die Zwischenevaluation eingeflossen sind. Dies wird als Signal gewertet, dass datenbasierte Grundlagen in der Radverkehrspolitik an Bedeutung gewinnen.

Radlogistik als bislang ungenutztes Potenzial

Die Evaluation identifiziert die Radlogistik als einen Bereich mit weiterhin nicht ausgeschöpftem Potenzial. Als zentrale Hemmnisse werden fehlende Mikrodepots, begrenzte Flächenverfügbarkeit in urbanen Räumen sowie eine unzureichende Einbindung in kommunale Verkehrs- und Logistikkonzepte genannt.

Der RLVD fordert in diesem Zusammenhang eine stärkere Berücksichtigung des Wirtschaftsverkehrs in der kommunalen Verkehrsplanung, den flächendeckenden Ausbau von Mikrodepots und Logistikflächen sowie faire Wettbewerbsbedingungen zwischen emissionsfreier Radlogistik und konventionellen Lieferverkehren. Zudem wird eine transparente Vollkostenbetrachtung von Fahrzeug- und Verkehrsinfrastruktur gefordert.

Nach Einschätzung des Verbands können Lastenräder und Fahrradanhänger bereits heute einen relevanten Anteil innerstädtischer Transporte übernehmen und damit zur Entlastung von Verkehrsflächen sowie zur Reduktion von Emissionen beitragen.

Vier Jahre bis zur Zielmarke 2030

Bis zur Abschlussevaluation des NRVP im Jahr 2030 bleiben noch vier Jahre. Der RLVD sieht darin die Möglichkeit, bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und die Rolle des Fahrrads im Wirtschaftsverkehr systematisch auszubauen. Der Verband kündigt an, den Prozess weiterhin mit Datenanalysen und praxisnahen Konzepten zu begleiten.