Branche bleibt trotz Rückgängen über dem Vor-Corona-Niveau
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Die deutsche Fahrradwirtschaft steht weiterhin vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Das zeigt eine neue Studie des T3 Transportation Think Tanks im Auftrag von Zukunft Fahrrad. Demnach waren 2025 insgesamt 74.300 Menschen in den Kernbereichen Herstellung, Handel und Dienstleistungen beschäftigt. Der Gesamtumsatz der Branche lag bei rund 25 Milliarden Euro.

Damit gingen Beschäftigung und Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erneut zurück. In der Herstellung sank die Zahl der Beschäftigten um fünf Prozent, im Handel um drei Prozent. Insgesamt verzeichnete die Branche damit das zweite Jahr in Folge Rückgänge. Gleichzeitig liegen die Beschäftigungs- und Umsatzzahlen weiterhin über dem Niveau der Jahre vor der Corona-Pandemie.

Bild: Azmil Murad

Gestiegene Kosten und Preisdruck belasten Unternehmen

Die Nachfrage nach Fahrrädern blieb 2025 insgesamt stabil. Für die Unternehmen gestaltete sich das Marktumfeld dennoch schwierig. Gestiegene Kosten infolge geopolitischer Verwerfungen, rückläufige Preise und teilweise weiterhin hohe Lagerbestände belasteten die Geschäftsentwicklung.

Auch bei den Umsätzen zeigen sich Unterschiede zwischen den einzelnen Bereichen. In der Fahrradherstellung gingen die Umsätze um zwei Prozent zurück, während der Handel einen Rückgang von zehn Prozent verzeichnete. Der zunehmende Service in den Werkstätten konnte die Auswirkungen teilweise abfedern.

Zukunft Fahrrad

Der Dienstleistungsbereich erwies sich insgesamt als vergleichsweise widerstandsfähig. Während das Dienstradleasing einen Umsatzrückgang von zehn Prozent verzeichnete, konnte das Geschäft mit wiederaufbereiteten und gebrauchten Fahrrädern (Refurbishing) zulegen.

Über die unmittelbar in der Fahrradwirtschaft Beschäftigten hinaus sichert die Branche laut Studie insgesamt mehr als 198.000 Arbeitsplätze. Darin enthalten sind neben den direkten auch indirekte Beschäftigungsverhältnisse durch bezogene Lieferungen und Leistungen sowie induzierte Arbeitsplätze, die durch die Konsumausgaben der Beschäftigten entstehen.

Standortpolitik und Infrastruktur als zentrale Herausforderungen

Aus Sicht von Zukunft Fahrrad besteht insbesondere beim Wettbewerb mit internationalen Anbietern Handlungsbedarf. Geschäftsführer Wasilis von Rauch sieht dabei unter anderem den zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China als Herausforderung für die deutsche und europäische Fahrradwirtschaft. Er fordert eine wirksame Marktüberwachung sowie einen gestärkten Zoll, um Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken.

Neben der Standortpolitik rückt die Fahrradinfrastruktur in den Mittelpunkt. Laut der im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellten Studie „Mobilität in Deutschland“ fahren Frauen, Kinder, Jugendliche sowie ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen heute weniger Fahrrad als noch vor einigen Jahren. Als einen Faktor nennt Zukunft Fahrrad die mangelnde sichere Infrastruktur.

Wasilis von Rauch sieht die Branche trotz der aktuellen Belastungen grundsätzlich gut aufgestellt. Sie sei innovationsgetrieben und mittelständisch geprägt und schaffe Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort. Damit die Fahrradwirtschaft ihr Potenzial weiter entfalten könne, seien aus seiner Sicht sowohl ein fairer Wettbewerb als auch eine sichere Infrastruktur notwendig.

Mehr Details unter: www.zukunft-fahrrad.org.