Wie schlägt sich die aktualisierte Baureihe bei täglichen Fahrten?
9 min Lesezeit

Mit dem neuen Air Carbon Pro erweitert ADO 2026 seine Air 20-Serie um ein neues Premium-Modell, das gezielt die Schwächen des bisherigen Air Carbon adressiert. Das leichte Carbon-Klapprad erhält erstmals eine automatische 2-Gang-Schaltung sowie einen kräftigeren Hinterradmotor und verbindet damit hohen Fahrkomfort mit dem geringen Gewicht, das die Baureihe auszeichnet. Trotz der technischen Aufwertung bleibt das Air Carbon Pro mit lediglich 16,2 Kilogramm eines der leichtesten E-Klappräder seiner Klasse. Wir haben es getestet.

ADO Air 20 Carbon Pro 2026 im Überblick

Der hochwertige Carbonrahmen bildet weiterhin die Basis des Air Carbon Pro und trägt maßgeblich zum geringen Gesamtgewicht von lediglich 16,2 Kilogramm bei. Zusammen mit den 20 Zoll großen Laufrädern und den 1,75 Zoll breiten Reifen bleibt das E-Klapprad kompakt und gleichzeitig alltagstauglich.

ADO Air 20 Carbon Pro 2026

Zusammengefaltet misst es rund 87 × 48 × 66 Zentimeter und lässt sich damit vergleichsweise einfach im Kofferraum oder in öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren.

Neu beim Air Carbon Pro ist der 250 Watt starke Hinterradmotor von Bafang, der ein Drehmoment von bis zu 50 Nm bereitstellt. Gegenüber dem bisherigen Air Carbon fällt die Unterstützung damit kräftiger aus. Ergänzt wird der Antrieb durch einen sog. Dual-Sided-Drehmomentsensor, der die Tretkraft des Fahrers beidseitig erfassen und eine möglichst natürliche Leistungsabgabe ermöglichen soll.

Eine der wichtigsten Neuerungen ist jedoch die automatische 2-Gang-Schaltung. Sie passt die Übersetzung selbstständig an die jeweilige Fahrsituation an und soll insbesondere beim Anfahren sowie an Steigungen für mehr Komfort sorgen. Geschaltet werden muss dabei nicht mehr manuell.

Beim Akku bleibt ADO dem bisherigen Konzept treu. Der 345,6 Wh große Energiespeicher ist platzsparend in der Sattelstütze untergebracht und kann zum Laden oder Wechseln entnommen werden. Laut Hersteller sind Reichweiten von bis zu 100 Kilometern möglich.

Ebenfalls zur Serienausstattung gehört ein Carbonriemen-Antrieb. Dieser arbeitet wartungsarm, benötigt keine Schmierung und verspricht einen sauberen sowie leisen Betrieb im Alltag.

Für die Verzögerung kommen hydraulische Scheibenbremsen zum Einsatz. Sie sollen unabhängig von den Witterungsbedingungen eine zuverlässige Bremsleistung bieten und passen damit zum hochwertigen Gesamtkonzept des E-Klapprads.

Informationen zur Geschwindigkeit, Akkukapazität und Unterstützungsstufe werden auf einem wasserdichten IPS-Farbdisplay in sehr guter Qualität dargestellt.

Zusätzlich lässt sich das Air Carbon Pro per App mit dem Smartphone verbinden. Darüber stehen unter anderem GPS-Tracking, Geofencing sowie weitere Fahrzeugfunktionen zur Verfügung.

Neu an Bord ist außerdem eine NFC-Entriegelung. Das E-Bike kann dadurch bequem per Smartphone oder NFC-Karte entsperrt werden, ohne dass ein klassischer Schlüssel erforderlich ist. Weiter kann das Modell auch wie gehabt per Bluetooth entriegelt werden, wenn man sich diesem nähert.

Die Beleuchtungsanlage entspricht vollständig den Anforderungen der StVZO und ist bereits ab Werk installiert. Damit ist das Air Carbon Pro auch für den Straßenverkehr in Deutschland ausgestattet.

Auf der Fahrt

Vor der ersten Ausfahrt steht beim Air Carbon Pro zunächst etwas Eigenleistung an. Das E-Klapprad wird in einem erfreulich kompakten Karton geliefert, in dem dennoch sämtliches Zubehör seinen Platz findet. Neben Werkzeug liegen auch Speichenreflektoren bei. Montiert werden müssen das Vorderrad, der Lenker, der Sattel an der Sattelstütze, sowie die Sattelstütze selbst. Anschließend ist das E-Klapprad schnell fahrbereit.

Unser Testmodell wurde ohne Seitenständer ausgeliefert. Da ein E-Klapprad im Alltag häufig abgestellt wird, würden wir einen passenden Ständer allerdings als sinnvolle Ergänzung empfehlen.

Der Akku war bei der Auslieferung bereits vorgeladen, wohl aus Sicherheitsgründen allerdings nicht vollständig gefüllt. Einer ersten kurzen Probefahrt steht damit zwar nichts im Weg, für längere Touren vom Start weg empfiehlt sich vorab jedoch eine vollständige Ladung.

Die Verbindung mit der ADO-App gelang unkompliziert. Nach der Anmeldung per Benutzerkonto oder Mobilnummer standen verschiedene Funktionen zur Verfügung. Neben Navigationsfunktionen und Informationen zum verbundenen Fahrrad lässt sich hier auch zwischen Eco- und Sport-Modus wechseln.

Vor allem im Sport-Modus legt das Air Carbon Pro beim Anfahren spürbar kräftiger los. Ergänzt wird die App durch einen integrierten KI-Chatbot, der bei Fragen oder Problemen erste Hilfestellung geben soll.

Das Entsperren per mitgelieferter NFC-Karte funktionierte im Test schnell und zuverlässig. Alternativ kann das Fahrrad auch per NFC-fähigem Smartphone oder klassisch über den Einschaltknopf aktiviert werden. Ist der Akku zuvor vollständig ausgeschaltet worden, muss dieser allerdings zunächst separat eingeschaltet werden.

Schon nach den ersten Metern fiel das überraschend spritzige Fahrverhalten auf. Das geringe Gesamtgewicht macht sich deutlich bemerkbar und lässt das Air Carbon Pro wesentlich agiler wirken, als man es von vielen anderen E-Klapprädern kennt. Der Bafang-Hinterradmotor unterstützt dabei kräftig und harmonisch.

Auch steilere Anstiege konnten wir problemlos bewältigen. Hier spielt neben der Motorleistung allerdings auch das Fahrergewicht eine Rolle. Leichtere Fahrer dürften von der Kombination aus 50 Nm Drehmoment und geringem Fahrzeuggewicht besonders profitieren.

Die automatische 2-Gang-Schaltung erledigte ihre Arbeit insgesamt zuverlässig. Das Hochschalten war während der Fahrt leicht spürbar, da dabei naturgemäß Kraft auf dem Antriebsstrang liegt. Das Herunterschalten verlief dagegen nahezu unbemerkt und fiel im Fahrbetrieb praktisch nicht auf.

Die Lenkung vermittelt ein direktes Fahrgefühl und reagiert ohne Verzögerung auf Lenkbewegungen. Gerade im Stadtverkehr sorgt das für ein angenehm agiles Handling und erleichtert schnelle Richtungswechsel.

Auf asphaltierten Straßen überzeugten die schmalen Reifen mit einem ruhigen und leichtgängigen Abrollverhalten. Auf geschotterten Wegen stößt das Konzept dagegen etwas früher an seine Grenzen. Die vergleichsweise schmalen Reifen bieten dort naturgemäß weniger Komfort und Grip. Hinzu kommt, dass sich die leichten Carbonlaufräder bei höherem Fahrergewicht auf unebenem Untergrund etwas flexibler anfühlten.

Die hydraulischen Scheibenbremsen benötigten zunächst eine kurze Einbremsphase. Danach überzeugten sie mit einer gut dosierbaren und kräftigen Bremsleistung, die jederzeit ausreichend Reserven bot.

Die Beleuchtung lässt sich sowohl über die App als auch direkt am Bedienteil per langem Tastendruck aktivieren. Das funktionierte im Test zuverlässig und ermöglicht eine komfortable Bedienung auch ohne Smartphone.

Wer Packtaschen am Gepäckträger nutzen möchte, sollte deren Größe im Blick behalten. Je nach Modell kann es vorkommen, dass man beim Pedalieren mit der Ferse an die Taschen stößt. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Montagehöhe empfiehlt es sich außerdem, auf ausreichende Bodenfreiheit zu achten.

Das Zusammenklappen des Air Carbon Pro gelang erfreulich einfach und war nach wenigen Handgriffen erledigt. Auch das Entfalten geht schnell von der Hand und dürfte nach kurzer Eingewöhnung problemlos gelingen.

Im gefalteten Zustand hält ein Magnetplättchen am Hinterbau das Vorderrad an der Gabel fest. Das funktioniert grundsätzlich gut, setzt allerdings voraus, dass beide Magnetelemente beim Zusammenklappen sauber aufeinander treffen. Sitzt das Klapprad nicht exakt in Position, löst sich die Verbindung leichter wieder.

ADO bewirbt das Modell als universell für Fahrer zwischen 150 und 200 Zentimetern Körpergröße. In der Praxis könnten sehr große Personen jedoch an ergonomische Grenzen stoßen. Hinzu kommt das zulässige Gesamtgewicht von 120 Kilogramm, das insbesondere bei größeren und schwereren Fahrern inklusive Gepäck berücksichtigt werden sollte. Vielleicht doch ein Stück mit der Bahn fahren?

Die vom Hersteller angegebene Reichweite von bis zu 100 Kilometern erscheint aus unserer Sicht grundsätzlich erreichbar, allerdings nur bei überwiegender Nutzung der niedrigsten Unterstützungsstufe und unter günstigen Bedingungen. Wer häufig im Sport-Modus unterwegs ist oder viele Steigungen bewältigt, sollte mit entsprechend geringeren Reichweiten rechnen.

ADO Air 20 Carbon Pro 2026

ADO Air 20 Carbon Pro 2026

ADO Air 20 Carbon Pro 2026

Motor: Bafang H700, 250 W, 50 Nm
Batterie: ADO, 345,6 Wh, wechselbar in der Sattelstütze
Display: IPS-Farbdisplay
Rahmen: Carbon
Gabel: Carbon, starr
Schaltung: Automatische 2-Gang-Schaltung im Heckantrieb integriert
Bremsen: Hydraulische Scheibenbremsen
Kurbelgarnitur: n/a
Vorbau: n/a
Sattelstütze: Batterie
Sattel: Komfortsattel
Laufräder: 20 Zoll
Reifen: 1,75 Zoll breit
Gewicht: 16,2 kg
zul. Gesamtgewicht: 120 kg
Preis: 2.499 EUR

Fazit

Mit dem Air Carbon Pro entwickelt ADO sein leichtes Carbon-Modell konsequent weiter und behebt gleichzeitig einen der größten Kritikpunkte des bisherigen Modells. Die Kombination aus dem geringen Gewicht, dem kräftigeren Bafang-Antrieb und der automatischen 2-Gang-Schaltung macht das E-Klapprad zu einem komfortablen Begleiter für Pendler, Camper und alle, die ein möglichst leichtes Modell suchen. Besonders das agile Fahrverhalten und die einfache Handhabung beim Klappen konnten im Test überzeugen. Auch bei der Ausstattung zeigt sich das Air Carbon Pro überaus modern. App-Anbindung, GPS-Tracking und die NFC-Entriegelung fügen sich sinnvoll in das Gesamtkonzept ein und erweitern den Funktionsumfang, ohne die Bedienung unnötig kompliziert zu machen. Die automatische Schaltung arbeitet insgesamt zuverlässig, wenngleich der Gangwechsel nach oben leicht spürbar bleibt. Kompromisse gibt es naturgemäß ebenfalls. Die schmalen Reifen und die leichten Carbonlaufräder fühlen sich vor allem auf Asphalt wohl und sind für häufige Fahrten auf Schotter nur bedingt geeignet. Zudem dürfte die Einheitsgröße sehr großen Fahrern weniger entgegenkommen. Auch die vom Hersteller genannte Reichweite von bis zu 100 Kilometern erscheint aus unserer Sicht nur in der niedrigsten Unterstützungsstufe realistisch. Insgesamt erhält man mit dem ADO Air Carbon Pro ein außergewöhnlich leichtes, hochwertig ausgestattetes und angenehm spritzig fahrendes E-Klapprad, das sich vor allem im urbanen Alltag und auf befestigten Wegen auch außerhalb der Stadt wohlfühlt. Wer genau nach einem solchen Konzept sucht und den entsprechenden Preis einzuordnen weiß, bekommt ein überzeugendes Gesamtpaket.

PRO
  • Im Vergleich geringes Gewicht
  • Hochwertiger Carbonrahmen
  • Kräftiger und spritziger Bafang-Antrieb
  • Automatische 2-Gang-Schaltung
  • Wartungsarmer Carbonriemen
  • NFC-Entriegelung
  • GPS-Tracking und App-Anbindung
  • Kompaktes Faltmaß
  • Einfacher Faltmechanismus
  • Gute Bremsleistung
  • Hochwertige Verarbeitung
CONTRA
  • Reifen hauptsächlich für Asphalt geeignet
  • Hochschalten leicht spürbar
  • Einheitsgröße nicht für alle Körpergrößen ideal
  • Maximalreichweite nur im Eco-Modus realistisch
  • Seitenständer sollte zur Grundausstattung gehören

Transparenzhinweis: Unser ausführlicher Test des Air 20 Carbon Pro 2026 wurde von A Dece Oasis (ADO) hinsichtlich der Produktionskosten unterstützt. Auf das Testergebnis und unsere Meinung hatte dies keinen Einfluss.