Frauen sind im Unternehmertum und insbesondere im Handwerk weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Frauenanteil in handwerklichen und verwandten Berufen im Jahr 2024 bei lediglich 10,3 Prozent. Die e-motion Gruppe will diesen Zustand nicht hinnehmen und engagiert sich gezielt für mehr Sichtbarkeit, Chancengleichheit und weibliche Vorbilder in technischen Berufsfeldern.
Girls’Day: Praxisnahe Einblicke ins Handwerk
Im Rahmen des diesjährigen Girls’Day öffnete die e-motion Gruppe am 23. April bundesweit ihre Werkstätten. Ziel des Aktionstags ist es, Mädchen frühzeitig mit technischen und handwerklichen Berufen in Kontakt zu bringen, Hemmschwellen abzubauen und neue berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Bereits über 150 Teilnehmerinnen konnten in den vergangenen Jahren Einblicke in den Arbeitsalltag einer Zweiradmechatronikerin gewinnen.
Weibliche Führung als sichtbares Signal
Dass Frauen auch in leitenden Positionen der Fahrradbranche erfolgreich sind, zeigt das Beispiel von Alexa Gagstatter, Geschäftsführerin der e-Bike Welt in Ulm. Sie berichtet aus einer nach wie vor männlich dominierten Branche, in der Fachkompetenz von Frauen nicht immer selbstverständlich anerkannt werde.
„Eine der größten Herausforderungen ist es, für die eigene Kompetenz wahrgenommen zu werden und nicht nur für das Geschlecht“, erklärt Gagstatter.
Gerade in technischen Kontexten werde Expertise häufig infrage gestellt. Umso wichtiger sei ein selbstbewusstes Auftreten und die klare Positionierung der eigenen Fähigkeiten.
Auch auf struktureller Ebene zeigt sich die Schieflage: Bei Branchenevents, Schulungen oder Fachveranstaltungen sind Frauen oft noch deutlich in der Minderheit.
Neue Perspektiven in der Führung
Gleichzeitig sieht Gagstatter klare Vorteile in weiblichen Führungsansätzen. Besonders in der Kommunikation und im Umgang mit Mitarbeitenden und Kundschaft könnten andere Blickwinkel eingebracht werden. Werte wie Verlässlichkeit, Respekt und offene Kommunikation stehen dabei im Mittelpunkt ihrer Arbeit.
Technik als Mittel zum Zweck
Im Fokus steht für sie nicht die Technik allein, sondern deren Nutzen für die Menschen.
„Es geht darum, Lösungen zu finden, die Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensfreude ermöglichen“, so Gagstatter.
Besonders im Bereich von Spezialrädern, etwa Dreirädern für Menschen mit individuellen Bedürfnissen, werde dieser Anspruch greifbar. Erfolgreiche Lösungen führten hier oft zu spürbar mehr Lebensqualität.
Appell an junge Frauen
Trotz erkennbarer Fortschritte fordert Gagstatter ein höheres Tempo bei der Gleichstellung. Langfristig müsse allein die Kompetenz entscheidend sein, unabhängig vom Geschlecht. Ihr Rat an junge Frauen: mehr Mut zum Einstieg in technische Berufe.
„Sich Dinge zutrauen, auch wenn man nicht alles perfekt kann. Einfach anfangen, Fragen stellen und Erfahrungen sammeln.“
Girls’Day als langfristiger Impuls
Mit Initiativen wie dem Girls’Day setzt die e-motion Gruppe gezielt Impulse, um mehr Frauen für technische und handwerkliche Berufe zu gewinnen. Gleichzeitig zeigen Beispiele wie das von Alexa Gagstatter, dass Führungspositionen in der Branche zunehmend vielfältiger werden, getragen von Fachkompetenz, Engagement und dem Willen zur Gestaltung.






Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Bitte beachte unsere Kommentarregeln:
Wir möchten eine respektvolle und konstruktive Diskussion fördern. Kommentare, die thematisch nicht passen, beleidigend sind oder den Zweck haben, andere Leser oder Autoren herabzusetzen, behalten wir uns vor zu löschen. Denke daran, so zu schreiben, als würdest du mit echten Personen sprechen. Humor ist willkommen, politische Diskussionen sollten vermieden werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars.
Bleib auf dem Laufenden:
Du kannst den Kommentar-Feed dieses Beitrags abonnieren.
Wer immer alles mitverfolgen möchte, sollte den Hauptfeed abonnieren.