Ende Januar hatte ein Sprecher von ZF uns gegenüber noch betont, dass die Restrukturierungen in der E-Mobilitäts-Division ausschließlich Pkw-Technologien betreffen und dass die E-Bike-Sparte davon nicht berührt werde. Man räumte allerdings ein, dass der europäische E-Bike-Markt „sehr schwierig und herausfordernd“ sei und derzeit weder Neuigkeiten noch Messeauftritte absehbar seien. Nur wenige Tage später gab das Unternehmen gegenüber einem anderen Fachmagazin jedoch an, die Vertriebsaktivitäten im E-Bike-Bereich vorübergehend ausgesetzt zu haben.
ZF war 2018 mit der Gründung von ZF Sachs Micro Mobility Solutions GmbH in den E-Bike-Markt eingestiegen. Das Joint Venture mit BrakeForceOne (BFO) und Magura zielte damals darauf ab, maßgeschneiderte Antriebssysteme für Fahrräder zu entwickeln und im Wettbewerb zu etablierten Anbietern wie Bosch eine Rolle zu spielen. 2020 übernahm ZF die Sparte vollständig und integrierte sie in sein Produktportfolio.
Marktbeobachter sehen die Herausforderung vor allem im harten Wettbewerb und dem anspruchsvollen europäischen Marktumfeld. Auch namhafte Kooperationspartner wie Raymon haben die Zusammenarbeit mit ZF inzwischen beendet und setzen wieder auf langjährige Antriebspartner wie Bosch und Yamaha. Selbst technologische Innovationen wie das 48-Volt-System „Centrix“ (hier im Fahrbericht), das 2024 auf der Eurobike vorgestellt wurde, konnten den Marktdruck nicht abfedern.
Die Entscheidung ZFs zeigt, dass Erfahrung und finanzielle Mittel aus dem Automotive-Sektor keine Garantie für nachhaltigen Erfolg im E-Bike-Markt darstellen. Ähnliche Rückzüge gab es bereits bei anderen deutschen Automobilzulieferern wie Brose, die ihr E-Bike-Geschäft an Yamaha Motor Co., Ltd. übergaben.
Wie es mit ZF im E-Bike-Bereich weitergeht, bleibt offen. Wir aber bleiben dran und werden über weitere Wendungen berichten.




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