Von Grund auf in Belgien entwickelt und gebaut, sollen sich die Modelle bestens in den urbanen Alltag ihrer Nutzer einfügen.
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Die neuen E-MAX Modelle werden jetzt in das aktuelle Ahooga 2026 Portfolio eingeführt und der Öffentlichkeit im Rahmen der Velofollies im belgischen Kortrijk zum Ende der Woche präsentiert. Die neuen Modelle sollen sich dabei nahtlos in das Modellangebot der Marke einfügen, indem sie geringes Gewicht, eine agile, von BMX-Rädern inspirierte Geometrie und eine hohe Alltagstauglichkeit mitbringen. Wir haben uns die Modelle bereits Anfang Dezember vergangenen Jahres persönlich angesehen und auch schon die erste Runde damit gedreht. Hier jetzt alle Details und unser erster Fahreindruck.

Ahooga E-MAX 2026 im Detail

Anfang Dezember 2025 lud Ahooga zu einem „geheimen Treffen“ ins Schloss Krickenbeck am Niederrhein, um dort seinen Händlern und anschließend auch diversen Pressevertretern seine neuesten Entwicklungen vorab zu zeigen. Auch wir waren vor Ort und wurden herzlich vom gesamten Team in einer herrlich vorweihnachtlichen Stimmung empfangen.

Die außergewöhnliche Location schien sich dabei bestens für eine Vorstellung der neuen Flaggschiffe der Marke zu eignen und schon bald versammelten wir uns in einem Zimmer des weitläufigen Schlosses, wo Ahooga-CEO Hendrik Winkelmans uns zur Präsentation begrüßte.

Er stellte gleich zu Anfang heraus, dass es sich bei Ahooga immer um das Produkt dreht und man immer nach außergewöhnlichen Lösungen strebt. Man möchte keine Konkurrenz zu den gewöhnlichen „Bosch-Bikes“ darstellen, sondern legt seinen Fokus auf die bestmögliche Nutzung von Pedelecs bzw. Fahrrädern im urbanen Raum.

Man hat sich dabei gefragt, warum recht schwere Fahrräder mit großen Rädern die Norm in der Stadt darstellen, obwohl leichtere Modelle mit kleineren Rädern verfügbar und mit so vielen Vorteilen ausgerüstet sind. Die einfachere Mitnahme, höherer Diebstahlschutz und eine unkomplizierte Lagerung sprechen für sich.

Für die neuen MAX-Modelle hat man seine Plattform komplett überarbeitet, ohne aber seinen unverwechselbaren Designansatz zu verwässern. Ziel war es, eine noch weiter verbesserte Performance zu bieten, intelligentere Komponenten zu verbauen und den Nutzern ein verfeinertes Fahrerlebnis zu bieten.

Dabei sollen sich die (E-)Falträder von Ahooga beim Fahren genauso anfühlen wie ein normales Fahrrad und nicht ein wackliges und indifferentes Fahrgefühl bieten, wie mancher Konkurrent. Dafür integriert die Marke aus Brüssel ein komplettes Rahmendreieck, dessen Stabilität nicht einer Faltfunktion geopfert wird. Dies trotz zwei Kilogramm Gewichtsersparnis.

Trotzdem, und das ist das Gute, lassen sich die Ahooga-Modelle alle auf ein Maß zusammenfalten, welches das Pedelec bzw. Fahrrad auf Handgepäckgröße bringt und so ein Pendeln in der Bahn ohne zusätzliche Kosten ermöglicht. Diesen Vorteil bieten nicht viele Modelle dieser Klasse, was Nutzern auch in anderen Transportszenarien und beim Verstauen im Büro und Zuhause ebenfalls zugutekommt.

Insgesamt vier Varianten umfasst die jetzt vorgestellte Serie, zwei davon mit elektrischem Antrieb. Die E-MAX genannten Modelle setzen dabei nicht mehr auf einen Bafang-Antrieb an der Front wie ihre Vorgänger, sondern werden jetzt mit einem Motor von Mivice ausgerüstet. Der zusammen mit dem Ahooga-Team speziell angepasste Antrieb leistet 40 Nm und wird durch eine im Oberrohr integrierte, aber entnehmbare Batterie mit Energie versorgt. Die Batterie übernimmt man dabei vom Vorgängermodell, inkl. Range Extender.

Für die Entnahme ist das Ahooga E-MAX am besten in Faltposition, so dass das Scharnier geöffnet ist. Gerade diese Verriegelung ist es, die sich als außergewöhnliche Lösung zeigt. So erleichtert sie zum einen die leichte Entnahme der abschließbaren Batterie, zum anderen bringt sie eine einfache Bedienung und eine hohe Stabilität durch eine formschlüssige und extra stabile Konstruktion in Verbindung mit dem verstärkten Steuerrohr mit.

Für diese Konstruktion war dem leitenden Ingenieur Thomas Moreels verantwortlich, der auch die technischen Highlights während der Präsentation weiter vorstellte. So bringen die elektrisch angetrieben Modelle jetzt auch ein kompaktes Bedienteil mit farbigem Display von Mivice mit, welches den Premiumcharakter der Modelle weiter betont.

Wir kannten dieses bereits von unserem Kurztest des Mivice-Heckantrieb M080 im Java Frenetica und von unserem Firmen-Besuch des europäischen Standorts von Mivice in Bamberg. Im Ahooga E-MAX macht es ebenso eine gute Figur und stellt viele Informationen bereit.

Geschaltet wird entweder mit einer Kettenschaltung von Microshift mit acht Gängen oder der bewährten Shimano Alfine 8, beide mit Kette ausgerüstet, einen Zahnriemen bietet man (noch) nicht an. Ob dieser mit dem eigens entwickelten Schaltauge zusammenarbeiten würde, wäre sowieso fraglich. Im Gegensatz zu starren Schaltaugen, die oft verbaut werden und sich durch Faltbewegungen oft verstellen, dreht sich die Ahooga-Konstruktion beim Falten mit dem Hinterbau mit und rastet dann beim Entfalten wieder exakt in seine Sollposition ein.

Das Falten geht übrigens sehr schnell und bringt ein weiteres technisches Highlight mit. Klappt man den Lenker mit Steuerkopf zur Seite, findet dann eine Verriegelung am Hinterbau mittels mechanischer Verbindung statt und nicht per Gummistrap, die man sonst so kennt. Auch sind stabile Rollen verbaut, die ein einfaches Manövrieren auch im gefalteten Zustand erlauben, z.B. auf dem Bahnhofsgleis oder im Zug selbst.

Um dem Besitzer nützliche Dienste zu bieten, steht natürlich passendes Zubehör bereit. Angefangen vom Range Extender, der sich unterhalb des Oberrohrs anbringen lässt, sind auch Taschen, Gepäckträger oder Hinterbauständer verfügbar. Schutzbleche sind ab Werk verbaut und für Fahrten bei jedem Wetter ausgelegt.

Ein (Tag-)Fahrlicht ist im Steuerrohr verbaut, wird bei den Pedelecs mit einem Scheinwerfer von Busch + Müller und Rücklicht ergänzt, wobei beide auf den Schutzblechen angebracht sind. Mit einer hydraulischen Bremsanlage von Shimano ist man zudem für jegliche Bremssituationen gut gerüstet, auch bei widrigem Wetter.

Was ebenfalls noch neu bei den Modellen der Belgier ist, stellte CEO Hendrik weiter vor. Erstmals wird es möglich sein, sich sein (E-)Faltrad auch farblich zu konfigurieren. So kann man entweder zurückhaltend dezent oder auffällig schrill unterwegs sein, je nach eigenem Wunsch. Auch ein persönlicher Text ist möglich. Das Feature ist ab März verfügbar.

Jetzt nach der Velofollies Messe werden die Bikes zu den ersten Ahooga-Händlern kommen, bevor im Februar noch eine Tour bei diversen Partnern in Deutschland (und Europa) erfolgt. Der Saisonstart findet am 01. März 2026 zusammen mit Omloop het Nieuwsblad statt.

Auf erster Probefahrt

Wir haben nochmal alle dort gezeigten Varianten zusammen in den Blick genommen, bevor wir dann daran machten, die Modelle auch in der Praxis auszuprobieren.

Nach ein paar Runden im Schloßpark trafen wir uns für eine längere Runde um den Hinsberger Bruch und Schroliksee, die sich auch als Kulisse für einen Outdoor-Shoot eigneten.

Ahooga MAX 2026

Der Mivice-Frontantrieb erledigte leise und genügend kraftvoll seine Arbeit, wurde dabei aber auf die höchste Unterstützungsstufe gestellt. Berge oder längere Anstiege suchten wir dort vergeblich, eine kurze Rampe wurde jedenfalls bravourös absolviert.

Was man immer merkte war, dass das Ahooga E-Max sich größer anfühlte, als es eigentlich war. Es zeigte sich stabil, auch bei unserer vielleicht nicht ganz freiwilligen Fahrt über Waldwege. Man hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf einem wackeligen Faltrad zu sitzen.

Stuart Jefka von Ahooga, der mit uns die Runde fuhr, konnte ein Lied davon singen. Schließlich war er in 2025 beim „Race around Ruanda“ mit dem Ahooga B-MAX unterwegs gewesen und hatte das Modell so auf 1000 Kilometern auf Herz und Nieren getestet.

Auch Zeger Dox, ein Journalist und Fotograf aus Belgien mit einem Faible für Outdoor-Abenteuer, kann von guten Erfahrungen berichten. Schließlich ist er mit dem A-MAX von Ahooga über 4000 Kilometer von Spitzbergen nach Brüssel gefahren.

Das wollten und konnten wir an diesem Nachmittag nicht übertreffen, allerdings konnten wir ebenfalls Erfahrungen auf verschiedenen Untergründen sammeln und eine erste Einschätzung zur Neuheit aus Brüssel bekommen. Vielleicht kann man es als „erwachsenes E-Faltrad“ beschreiben, weil es sich ebenso anfühlte. Schaute man nicht direkt unter sich, hatte man durch das Handling das Gefühl, auf einem deutlich größeren Fahrrad zu sitzen.

So war die Runde schneller vorbei, als uns lieb war und mit einbrechender Dunkelheit gelangten wir wieder zurück in den Schloßpark, wo man noch mit dem Ahooga-Team fachsimpeln konnte. Ingenieur Thomas zeigte noch die Entnahme des Akkus und gab auch weitere Informationen zu seiner speziellen Konstruktion des Gelenks, welches gleichzeitig auch als Akkuabdeckung fungiert.

Da es mit der Dunkelheit auch immer kälter wurde, verlegten wir weitere Diskussionen dann auf den Abend. Da war auch die Vorstellung eben jenes Films geplant, der Stuarts Rennen durch Ruanda zeigte. Ein guter Einstieg, um danach noch mehr ins Gespräch zu kommen und auch die Details rund um die MAX-Modelle von Ahooga zu erfassen.

Apropos, hier noch die Spezifikationen:

Ahooga E-MAX A8 2026

Ahooga E-MAX A8 2026

Ahooga E-MAX A8 2026

Motor: Mivice M060, 250 W, ≥35 Nm, 36 V
Batterie: Integriert, 248 Wh (428 Wh mit Range Extender)
Display: Mivice LED-Display mit Tachometer, 5 Unterstützungsstufen
Rahmen: Ahooga Max 6061 Frame, 160 mm
Gabel: Ahooga 6061 Fork, 154 mm
Schaltung: Shimano Alfine 8
Bremsen: Shimano Hydraulic MT200, 160 mm Scheiben
Kurbelgarnitur: 52 Zähne, 170 mm Kurbeln
Vorbau: Faltbarer Vorbau, höhenverstellbar
Sattelstütze: 31,6 mm Durchmesser, 580 mm Länge, 17 mm Offset
Sattel: Selle Royal Ariel
Laufräder: Alloy – 406x21C 36H, Vorderrad: Kugellager (36H), Hinterrad: Shimano Alfine 8
Reifen: Schwalbe Billy Bonkers Performance Bronze, 20*2“, ETRTO 50-406
Gewicht: 18,1 kg
zul. Gesamtgewicht: 120 kg
Preis: 3.499 EUR

Ahooga E-MAX D8 2026

Ahooga E-MAX D8 2026

Ahooga E-MAX D8 2026

Motor: Mivice M060, 250 W, ≥35 Nm, 36 V
Batterie: Integriert, 248 Wh (428 Wh mit Range Extender)
Display: Mivice LED-Display mit Tachometer, 5 Unterstützungsstufen
Rahmen: Ahooga Max 6061 Frame, 160 mm
Gabel: Ahooga 6061 Fork, 154 mm
Schaltung: Microshift Acolyte 8-Gang
Bremsen: Shimano Hydraulic MT200, 160 mm Scheiben
Kurbelgarnitur: 52 Zähne, 170 mm Kurbeln
Vorbau: Faltbarer Vorbau, höhenverstellbar
Sattelstütze: 31,6 mm Durchmesser, 580 mm Länge, 17 mm Offset
Sattel: Selle Royal Ariel
Laufräder: Alloy – 406x21C 36H, Vorderrad: Kugellager (36H), Hinterrad: Shimano HG 8-Gang (36H)
Reifen: Schwalbe Billy Bonkers Performance Bronze, 20*2“, ETRTO 50-406
Gewicht: 17,5 kg
zul. Gesamtgewicht: 120 kg
Preis: 2.999 EUR

Geometrie Ahooga MAX 2026
RahmengrößeA
Oberrohr (mm)
Steuerrohr (mm)
Lenkwinkel (°)
Sitzrohr (mm)
Sitzwinkel (°)70
Kettenstrebe (mm)600
BB Drop (mm)270
Reach (mm)420-440
Stack (mm)700-820
Radstand (mm)1088

Und dann folgte der gemütliche Teil. 😉

Fazit

Infolge des kurzen Trips in das Schloss Krickenbeck nahe Nettetal haben wir einen guten Eindruck gewonnen, sowohl vom Ahooga-Team, als natürlich auch von den demnächst verfügbaren Falträdern. Man erfährt, dass die Menschen hinter der Marke mit Leidenschaft hinter ihren Produkten stehen und dass sie diesen auch in widrigen Situationen (Gravel-Race in Ruanda, oft aber auch einfach Städten in Europa 😉 ) vertrauen. Die Eigenschaften, welche in der Präsentation gezeigt wurden, konnten wir beim anschließenden Fahren nachvollziehen. Wie bereits geschrieben, fühlten sich die Modelle nicht als kleines, instabiles Faltrad, sondern eher als vollwertiges Fahrrad an. Daher freuen wir uns auf einen ausgiebigen Test, sobald die E-MAX Modelle verfügbar werden. Wir werden dann hier an dieser Stelle berichten.

Alle weiteren Details findet man jetzt auf der Website von Ahooga.

Transparenzhinweis: Der Autor wurde seitens der Marke AHOOGA zum Event eingeladen. Die Anfahrt, Unterbringung und Verpflegung wurde übernommen. Es gab keine Auflagen oder Vorgaben für eine Berichterstattung. Der Autor gibt hier einzig seinen eigenen Eindruck wieder.