Der britische Faltrad-Hersteller Brompton Bicycle Limited hat für das Geschäftsjahr 2024/25 (bis 31. März 2025) einen leicht rückläufigen Umsatz von 121,4 Mio. £ (Vorjahr: 122,6 Mio. £) gemeldet – ein Minus von 0,91 %. Trotz des Umsatzrückgangs verzeichnete das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von 130.476 £ (Vorjahr: 4.602 £), was vor allem auf eine verbesserte Kontrolle der Gemeinkosten zurückzuführen ist. Die Bruttomarge lag bei 49,2 % (Vorjahr: 50,0 %), wobei höhere Importzölle und Logistikkosten für die neue G-Line-Reihe die Margen belasteten.
Neue Produkte und Marktstrategie
Ein zentraler Erfolg des Jahres war die Einführung der Brompton G Line – das erste Großrad-Modell des Herstellers, das sowohl als E-Bike als auch in der nicht-elektrischen Variante erhältlich ist. Die G Line trug bereits 9 % zum Umsatzvolumen (6.707 verkaufte Räder) und 9,8 % zum Gesamtumsatz (ca. 12 Mio. £) bei. Der Fokus auf Premium-Produkte wie die G-, T- und P-Line führte zu einer Steigerung des durchschnittlichen Verkaufspreises pro Rad, was den Umsatzrückgang durch geringere Stückzahlen (78.530 Räder, −7,5 % ggü. Vorjahr) teilweise ausglich.
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung
Brompton bleibt als zertifiziertes B-Corp-Unternehmen seiner Verpflichtung zu sozialer und ökologischer Verantwortung treu. Im Berichtsjahr wurden über 100 Zulieferer zu Menschenrechtsstandards befragt, wobei 25 bereits hohe Standards nachweisen konnten. Die CO₂-Bilanz verschlechterte sich jedoch aufgrund des Energieverbrauchs für die Produktion der G Line und des erhöhten Luftfrachtaufkommens. Die Recyclingquote am Hauptstandort Greenford (UK) lag bei 67 %, während der Gesamtmüll um 9 % reduziert werden konnte.
Finanzielle Herausforderungen und Ausblick
Die Netto-Vermögenswerte sanken auf 60,8 Mio. £ (Vorjahr: 65,1 Mio. £), bedingt durch den Jahresfehlbetrag nach Steuern (−2,1 Mio. £). Die Liquidität verringerte sich auf 1,8 Mio. £ (Vorjahr: 13,1 Mio. £), da Working Capital in Lagerbestände floss, um die Nachfrage nach neuen Produkten zu bedienen. Zur Stärkung der Liquidität nutzte Brompton 5 Mio. £ einer 20-Mio.-£-Kreditlinie.
Für 2026 plant das Unternehmen die Ausweitung der G Line auf neue Märkte sowie weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung. Die Prognose bleibt optimistisch, da sich die Fahrradbranche nach Jahren der Unsicherheit normalisiert.
Fazit
Trotz kurzfristiger finanzieller Belastungen setzt Brompton auf langfristige Wachstumsstrategien: Innovation, Premium-Produkte und Nachhaltigkeit. Die G Line könnte sich als Game-Changer erweisen – vorausgesetzt, die globale Nachfrage nach hochwertigen Falträdern hält an.
Quelle: Brompton Bicycle Limited, Annual Report 2024/25




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