Der weltweit erste speziell für E-Bikes entwickelte Sattel im Fahrversuch. Wie hat er sich geschlagen?
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Den neuen Selle Royal eZone Sattel haben wir uns schon auf der Eurobike angesehen, aber ansehen und darüber sprechen ist eine Sache, damit zu fahren eine andere. So haben uns die Italiener kurzerhand ein Exemplar zur Verfügung gestellt, welches wir nun seit einigen Wochen abwechselnd an zwei Pedelecs im Einsatz haben.

Als Vergleich dienen die originalen Sättel unserer Cube-eBikes, an welche sich das jeweilige Hinterteil bereits gewöhnt hatte. 🙂 Kann der neue eZone Sattel die ab Werk verbauten Exemplare verdrängen?

Montage

Gewohnt einfach gestaltete sich die Montage des Sattels, die richtigen Klemmadapter an der Sattelstütze einmal vorausgesetzt. Den genutzten Sattel abmontieren und den eZone Sattel an dessen Stelle befestigen. Eventuell muss er danach noch etwas ausgerichtet werden.

Funktionen des Selle Royal eZone

Über die einzigartigen Features des eZone Sattels haben wir schon viel geschrieben. Zusammen mit der BMW-Tochter Designworks hat der italienische Sattel-Spezialist den weltweit ersten eBike-spezifischen Sattel entworfen, der mit speziell für diese Nutzung entwickelten Anpassungen aufwartet.

Der nur 470 Gramm wiegende Sattel ist mit 270 Millimeter kürzer als viele andere Sättel und kommt mit einer Breite von 170 Millimeter in Unisex-Größe daher. Er ist für eine moderate Sitzhaltung gedacht und kann so nahezu bei E-Bikes jeglicher Kategorie seine Anwendung finden.

Der eZone-Sattel ist mit 3D SkinGel ausgestattet, wobei dieses so platziert wurde, dass es nur an den notwendigen Stellen vorhanden ist. So wird Gewicht gespart, welches dann beispielsweise auch die Ausrüstung mit einem eGrip genannten Griff aus Fiberglas erlaubt, der dabei helfen soll, das E-Bike bequemer tragen zu können.

Flexible Flügel an der Seiten, sollen in Sachen ihrer Acceleration Control Funktion dabei helfen, die Kontrolle und Balance beim Beschleunigen zu verbessern. Zudem soll damit auch die Sicherheit des Fahrers erhöht werden. Das Sattelprofil zeigt sich in Folge des eFit Designs anders als die meisten bekannten Sättel: Hier hebt sich die Rückseite des Sattels an, womit ein Zurückrutschen des Nutzers beim Fahren verhindert werden soll. Eine kurze Nase soll zudem das Aufsteigen erleichtern.

Die Testfahrten

Ja, die kurze Nase. 😐 An diese konnte ich mich über den gesamten Testzeitraum nicht gewöhnen… Meine Frau, die ebenfalls in den Genuss des Sattel-Tests kam, im Gegensatz schon. Also ist es eine Sache jedes Einzelnen, ob er mit diesem Unterschied zum herkömmlichen Sattel klar kommt. Mir persönlich fehlte jedenfalls immer etwas!

Die anderen Eigenschaften der Neuentwicklung von Selle Royal und Designworks machten sich beim Fahren aber überaus positiv bemerkbar. Vor allem das Zurückrutschen auf dem Sattel blieb komplett aus und sorgte dafür, dass der richtige Kontakt zum Sattel immer erhalten blieb, egal ob es nun bergauf oder Bergab ging.

Beim Treten bietet der Sattel ebenfalls ein gutes Kontaktgefühl, drückte nicht und konnte ohne Probleme auch über längere Zeit ohne gepolsterte Radlerhose gefahren werden. Im Gegenteil, je länger der Sattel gefahren wurde, desto bequemer hatte er sich angefühlt, wie die Frau nach einer längeren Tour mitteilte.

Der integrierte Griff erleichterte das Rangieren bzw. Tragen über gewisse Abschnitte oder Treppen und ließ keine Zweifel an der hochwertigen Verarbeitung der Neuheit aus dem Portfolio der Italiener aufkommen. Diese zeigte sich an der gesamten Komponente, wobei die Oberfläche des Sattels nach dem gesamten Testzeitraum keinerlei Abnutzungsspuren aufwies und sich demnach dauerhaft haltbar zeigen sollte.

Hier noch ein Größenvergleich des Selle Royal eZone Sattels mit dem Originalsattel von Cube:

Was ist Ihre Meinung? Wäre der neue eBike-spezifische Sattel von Selle Royal etwas für Sie?