Der neue Höganäs-Antrieb hat seinen Platz in einem Serienmodell gefunden. Wir hatten die Chance, das damit ausgestattete Pedelec auf eine Testfahrt mitzunehmen.
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Auf der Eurobike Messe im Jahr 2012 wurde der Höganäs Antrieb erstmals vorgestellt. Damals brachten die Schweden einen eigenen E-Bike Prototyp zur Demonstration mit.

Mittlerweile hat man aber mit Ohm eCycles einen passenden Partner zur Vermarktung gefunden, welcher den Höganäs Antrieb in den Premium-Modellen seines Portfolios einbaut.

Der kanadische Hersteller bietet in jedem seiner Segmente City, Hybrid und Tour ein E-Bike mit dem Höganäs Antrieb an. Bis jetzt sind die E-Bikes außer in den USA und Kanada nur in Italien erhältlich. Das wird sich jetzt nach der Präsentation auf der Eurobike 2013 hoffentlich ändern.

Testfahrt mit dem Höganäs Antrieb

Auf dem Freigelände der diesjährigen Eurobike konnten wir von Pedelecs & E-Bikes das Ohm Urban XU700B in einer kurzen Probefahrt testen und damit auch erstmals mit dem Höganäs Antrieb fahren.

Das Ohm Urban XU700B ist ein E-Bike für Pendler und als Singlespeed besonders einfach zu bedienen und zu fahren. Die Übertragung der vom Fahrer eingebrachten Pedalkraft auf das Hinterrad übernimmt der verwendete Gates Carbon Riemen.

ohm_xu_700_b

Die elektrische Unterstützung leistet der Transflux-Nabenmotor von Höganäs, welcher mit 500 Watt genügend Power zum Vorwärtskommen bietet. Auch das Display und die Bedienelemente sind von Höganäs und können von jedem Fahrrad-Hersteller, der das System einbaut individuell konfiguriert werden.

Beim gefahrenen Ohm E-Bike wurde vier Unterstützungsstufen einprogrammiert, welche auch mit dem Singlespeed-Antrieb absolut ausreichend und auch gut abgestuft waren. Die Unterstützungsstufen konnten auf einfache Weise mit Pfeiltasten ausgewählt werden, mit der dritten Taste dazwischen konnte man die verschieden Displayanzeigen durchschalten oder das System ausschalten.

Weiter gab das Display Informationen über die gefahrene Geschwindigkeit und Strecke und über den aktuellen Batterielevel. Verwendet man allerdings eine polarisierte Sonnenbrille wird die Sicht auf das Display eingeschränkt und zeigt Schlieren. Hier könnte man noch nachbessern.

Während den mehrfachen Runden auf dem E-Bike Testparcour hat man beim Ohm Urban XU700B keineswegs eine Gangschaltung vermisst, selbst an der Steilstrecke war es ein Leichtes, mit Hilfe des kräftigen Höganäs Antrieb hinaufzufahren.

Auf der Geraden kam man auch ohne Hilfsantrieb leicht über 25 km/h, was wohl durch den geringen Rollwiderstand des E-Bikes mit den 26-Zoll-Laufrädern begünstigt wurde. Der Transflux-Motor war zwar nicht ganz geräuschlos, aber nur leise wahrnehmbar und keinesfalls störend.

Die verbaute Sensorik verhalf dem E-Bike mit dem Höganäs Antrieb zu einem kräftigen Einsatz, bei welchem der Beginn der Unterstützung mit einem leichten Rucken erfolgte. Das war aber kein Problem, im Gegensatz zum Nachlaufen des Antriebs, was sich in engen Kurven immer wieder als problematisch erwies. Hier ist ebenfalls noch Potential zur Verbesserung gegeben.

Zur Not konnte man auf die kräftigen hydraulischen Scheibenbremsen Magura MT2 zurückgreifen, die das Ohm E-Bike schnell zum Stillstand brachten. Auch die weitere Ausstattung mit Suntour NEX Federgabel, Schwalbe Energizer Plus Reifen, Racktime Standit Gepäckträger, Pletscher Zoom Seitenständer und der Busch & Müller IQ Cyo T und TOPLIGHT Beleuchtung ist komplett und überzeugte.

Das Urban XU700B von Ohm Cycles hat uns Spaß gemacht und wir hoffen, es wird bald auch hier in den Handel kommen. Für die Verwendung als Pedelec 25 müsste allerdings der E-Motor wohl noch in seiner Leistung zurückgenommen werden. In den USA und Kanada liegt die Preisempfehlung bei 3.799 US-Dollar, was ungefähr 2.900 Euro hierzulande entsprechen dürfte.

Weitere E-Bike Testfahrt

Auch das Topmodell von Ohm Cycles stand mit dem Sport XS900 zur Testfahrt bereit. Also drehten wir mit diesem E-Bike ebenfalls ein paar Runden auf der Eurobike 2013.

ohm_sport_xs_900

Das TwentyNiner kommt mit einem Antriebstrang von Shimano mit 30 Gängen daher und wird vom Hersteller als ultimatives Off-Road E-Bike für extreme Fahrten positioniert.

Der hier ebenfalls verwendete Höganäs Antrieb ist für steile Anstiege bestens geeignet und zeigte dies sogleich beim Erklimmen das „Hügels“ 🙂 auf der Teststrecke.

Wie beim E-Bike zuvor harmonierte der Elektroantrieb auch gut mit der Gangschaltung und stellte eine kräftige Unterstützung bereit. Durch die Gangschaltung erfolgte der Motoreinsatz jedoch subjektiv weicher und mit einem fließendem Übergang.

Die unten im Rahmen verbaute Batterie hält den Schwerpunkt schön unten und macht das E-Bike handlich und gut fahrbar. Die hydraulischen Magura MT4 Bremsen packen kräftig zu und verzögern das Ohm E-Bike standesgemäß, während die Magura TS6 Dual Air Vordergabel ihre Arbeit verrichtet.

Da das Ohm E-MTB für den Offroad-Einsatz konzipiert wurde, hat man hier auf Schutzbleche, Beleuchtung oder Gepäckträger verzichtet. Optional sind diese natürlich verfügbar.

Das Ohm Sport XS900 fuhr sich genauso gut wie das zuvor beschriebene Bike. Auch hier kommt der Höganäs Antrieb gut zum Zuge und kann seine Vorzüge ausspielen. Die UVP liegt hier bei 4.399 USD, was ungefähr 3.400 Euro entspricht.

Fazit

Die Höganäs E-Bikes haben uns auf der Messe Spaß gemacht. Wenn das Nachlaufen des Motors noch reduziert werden kann und das Sichtfenster des Displays auch für Sonnenbrillen mit polarisierten Gläsern gut einsehbar ist, sind diese E-Bikes für die Tour durch die City oder über Stock und Stein bestens geeignet und empfehlenswert.

Bilder (diverse): OHM Cycles Ltd.