Detalierte Informationen über den N360 Harmony Fahrradantrieb.
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Lange ist es ruhig gewesen um unsere Artikelserie zur NuVinci N360 Harmony, bei welcher wir Ihnen die Nabe über mehrere Artikel ganz genau vorstellen möchten.

Aufgrund verschiedener Events wie die Eurobike Ende August oder die Intermot in Köln kam die Artikelserie leider etwas ins Hintertreffen. Das ändern aber wieder mit diesem neuen Beitrag. 😉

In folgenden dritten Teil möchten wir uns nun mit den Komponenten der Harmony-Schaltung beschäftigen und auch die Bedienelemente dabei vorstellen.

Die Komponenten der NuVinci N360 Harmony

Die NuVinci N360 Harmony besteht zum einen aus der allgemein bekannten und bewährten N360 Getriebenabe. Diese ist im Hinterrad eingespeicht und mit einem Standardritzel bestückt, welches 16 bis 22 Zähne besitzen kann.

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Die Nabe stellt eine Übersetzungsbandbreite von 360% bereit und lässt sich stufenlos und leicht auf die gewünschte Übersetzung bzw. Trittfrequenz einstellen. Das gegenüber der normalen N360-Schaltung erweiterte Naben-Interface wirkt dabei direkt auf den Nabeneingang, ohne dass dabei Zwischenelemente verbaut wären, die gewartet werden müssten oder gar kaputt gehen könnten.

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Per Steckverbindung, die vor Wasser und Staub geschützt ist, wird das Harmony Servoelement zum einen mit Strom versorgt, den es aus dem Antriebssystem des zugehörigen Pedelecs bezieht. Zum anderen wird das Interface mit dem notwendigen Controller verbunden, so dass die Schaltbefehle an die N360 Getriebenabe übertragen werden können.

Von diesem Controller sind zwei Versionen verfügbar: Einmal kommt als „Grundausstattung“ der sogenannte Basis-Controller zum Einsatz, welcher das Wechseln zwischen drei einprogrammierten Trittfrequenzen ermöglicht. Der Wechsel ist zwischen „langsamer Trittfrequenz“, „mittlerer Trittfrequenz“ oder „schneller Trittfrequenz“ per einfachem Tastendruck möglich.

NuVinci Harmony Basic Controller; Bild: Fallbrook Technologies

NuVinci Harmony Basic Controller; Bild: Fallbrook Technologies

Die zugehörige Abstufung legt der E-Bike-Hersteller speziell für sein Modell je nach Fahrrad- und Getriebespezifikation fest. Je nach gewählter Stufe passt das Schaltelement der N360 Harmony die Übersetzung so an, dass die eingestellte Trittfrequenz möglichst konstant bleibt.

Mehr Funktionalität bekommt man mit dem sog. „Advanced Controller“, der dem Fahrer noch mehr Möglichkeiten zur Steigerung des Fahrkomforts bietet. Der Harmony Komfort-Controller kann sowohl eine automatische Schaltung bereitstellen, als auch die Möglichkeit eröffnen je nach Situation manuell zu schalten.

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Per Umschaltknopf kann der Fahrer hier einfach zu jedem Zeitpunkt zwischen dem Automatik- bzw. Handmodus wechseln. Der manuelle Modus bietet sich für größere Steigungen an, an welchem eine kurze Übersetzung oft von Vorteil ist. Dank der „Ride-by-wire“-Technologie von NuVinci kann per einfachem Betätigen am Drehgriff die Übersetzung an die jeweilige Fahrsituation angepasst werden.

Wählt der Fahrer dagegen den Automatik-Betrieb, so kann er die gewünschte Trittfrequenz stufenlos durch das Drehen des Griffs auswählen. Per blauer LED-Anzeige wird die gewählte Einstellung visualisiert. Dazu passend wird die benötigte Übersetzung automatisch vom NuVinci Harmony System hergestellt, so dass die Einstellung bestmöglich gehalten werden kann.

Die Bedienung der N360 Harmony

Die Bedienung der N360 Harmony Schaltung von NuVinci gestaltet sich immer äußerst einfach, unabhängig davon, welcher Bediencontroller verbaut ist. Bei Start des Antriebssystems des Pedelecs ist auch die Harmony aktiv und bereit, Befehle anzunehmen bzw. ihrer Funktion der Übersetzungsregelung nachzukommen.

Beim Basis-Controller hat der Hersteller für sein Modell optimierte Trittfrequenz-Stufen hinterlegt, die am besten zur Charakteristik des E-Bikes passen. Hier entscheidet sich der Nutzer nur anhand des Streckenprofils in Kombination mit seinen Vorlieben, ob er eine schnelle oder langsame Trittfrequenz fahren möchte. Den Rest regelt die Harmony-Steuerung.

Die voreingestellten Trittfrequenzen lassen sich übrigens mit der zugehörigen Software selbst oder beim Händler an die Vorlieben des jeweiligen Fahrers anpassen. So findet jeder die beste Einstellung für bestes harmonisches Fahren.

Sollte die Steuerung einmal nicht zufriedenstellend arbeiten, kann das System neu kalibriert werden. Dazu drückt man die obere und untere Taste gleichzeitig über 5-7 Sekunden bis die Nabe hörbar zu schalten beginnt. Durch Treten der Pedale, bestenfalls auf einem Ständer mit freiem Hinterrad, kann das System dann von einer niedrigen bis zu einer hohen Übersetzung schalten und sich selbst dabei neu kalibrieren.

Der Advanced-Controller startet im zuletzt verwendeten Modus mit der Trittfrequenz bzw. Übersetzung, die der Fahrer zuvor eingestellt hatte. Zum Einstellen einer anderen Trittfrequenz oder „Ganges“ genügt ein Dreh am zugehörigen Einstellgriff der NuVinci Harmony Schaltung. Der Wechsel zwischen automatischem und manuellen Modus erfolgt durch einmaligen Druck auf die einzige Taste am Komfortcontroller.

Bereits im Stand z.B. an einer Ampel kann der Pedelec-Fahrer die gewünschte Einstellung der N360 Harmony vornehmen, allerdings kann erst bei einer Rollbewegung auch der gesamte Übersetzungsbereich eingestellt werden. Die intelligente Steuerung der NuVinci Harmony erkennt dies und wartet auf die Pedal- bzw. Radbewegung und schaltet erst dann.

Auch bei dem Advanced Controller hat der Nutzer die Möglichkeit, das System neu zu kalibrieren. Hierzu muss die Modus-Taste 5-7 Sekunden gedrückt werden, bis die Kalibrierung startet. Das vom Boden abgehobene Hinterrad (E-Bike auf Ständer) sollte dann per Pedalbewegung gedreht werden, solange die Kalibrierung läuft.

Übrigens
Der Wechsel vom Basis-Controller zum Advanced-Bedienteil ist jederzeit möglich. Dazu brauchen nur die Bauteile per „Plug-and-play“ getauscht werden.

Soweit zur Bedienung der Harmony-Schaltung, die sich sehr einfach gestaltet. Die wartungsfreie Nabe erfordert sonst kaum Aufmerksamkeit. Trotzdem gibt es einige Punkte am E-Bike, die im Zusammenhang mit der N360 Nabe funktionieren, denen ein wenig regelmäßige Wartung und Pflege ausgesprochen gut tun. Dazu erfahren Sie mehr in einem unserer nächsten Beiträge.

Dazu auch ein interessantes Video, welches die geschilderten Abläufe noch einmal bildhaft und verständlich darstellt:

Zum selben Zweck ist mit „Shifting“ auch eine iPad App verfügbar, bei welcher die Vorgänge interaktiv ausprobiert und erlebt werden können:

Shifting
Shifting
Entwickler: The-Line BV
Preis: Kostenlos

Lesen Sie doch inzwischen auch unsere anderen Artikel zum Thema NuVinci Harmony.