Das Velotraum-Konzept in Verbindung mit einem der stärksten Antriebe – eine gute Kombination
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Pedelecs gibt es schon seit längerer Zeit im Portfolio der schwäbischen Manufaktur, aber das Velotraum E-Finder ist das erste mit Mittelmotor.

Dabei hat man diese Lösung lange Zeit eher gemieden, da zum einen der Aufwand der Implementierung und zum zweiten das unternehmerische Risiko aufgrund höherer Mindestabnahmemengen ungleich höher als bei der Verwendung von Nabenmotoren liegt.

Den Entschluss, einen Mittelmotor zu verwenden, fasste man beim Team aus Weil der Stadt, als der neue Steps E-8000 Antrieb vorgestellt wurde. Denn dieser soll laut Velotraum sich zum einen auf Augenhöhe mit der Konkurrenz von Bosch, Brose oder Yamaha befinden, dafür zum anderen aber in jedem Fall fahrradspezifischer sein und durch eine sehr gute Systemintegration überzeugen.

Der Velotraum E-Finder im Detail

Für das neue Modell erweiterte man das bewährte Finder-Konzept um aktuell angesagte Bauweisen und Auswahl der Komponenten. Bei der Entwicklung des neuen, eigenständigen „FD100E“-Rahmens übertrug man die bekannte und hoch gelobte Finder-Geometrie auf denselben und kombinierte diesen dann noch mit angesagter Plus-Bereifung.

Rahmen und Fahrwerk

So konnte man die hervorragenden Allround-Eigenschaften des „Finder-Konzepts“ behalten, wobei der neue Velotraum E-Finder vor kaum einem Untergrund Halt machen muss. Dabei spürt man bei jedem Tritt in die Pedale weiter die beliebte Velotraum-DNA, welche die besonderen Fahreigenschaften, die Passform und die Vielseitigkeit in einem Modell vereint.

So ist der E-Finder nahezu für jeden Spaß zu haben, einzig als Rennrad-Ersatz oder als richtiges Mountainbike sollte er nicht herhalten müssen. Doch mit seinen souveränen Fahreigenschaften kann ihn laut Hersteller kein Schlagloch, grober Schotter oder aufgewühlter Forstweg stippen. Auch vor diversen Unwägbarkeiten im urbanen Umfeld muss er sich nicht verstecken und bringt seinen Fahrer so immer ans Ziel.

Velotraum verzichtet auf service-intensive Vollfederung, wobei beim E-Finder die dicke Plus-Bereifung jegliche Stoße dämpfen soll und beschert dem Kunden damit ein technisch übersichtliches Pedelec, das aber keinen Verzicht auf Fahrspaß und Effizienz erfordert.

Antrieb und Leistung

Viel Lob hat der E-8000 genannte Antrieb von Shimano seit seiner Vorstellung erhalten, welcher vornehmlich für den Einsatz in E-Mountainbikes konzipiert wurde. Aber auch in Allround- bzw. Reiserädern wie dem neuen Velotraum E-Finder macht der kompakte, leichte und trotzdem sehr kräftige Antrieb eine gute Figur.

Er passt aufgrund seiner Charakteristik, konkret dem feinfühlig abgestimmten und besonders verzögerungsfreien Zusammenspiel von Mensch- und Maschinenkraft, sehr gut in die Pedelec-Philosophie der schwäbischen Firma und sorgt dabei dafür, dass der E-Finder so nahe am Fahrrad bleibt, wie es geht.

Kein Vergleich mit dem bisher verbauten Neodrives-Antrieb von Alber und auch die Mittelmotor-Konkurrenz soll der kultivierte Motor laut Velotraum regelmäßig auf Abstand halten, was zufriedene Kunden als auch die Meinungen diverser Fachmagazine bestätigen.

Das hohe Drehmoment von 70 Newtonmeter hilt dem Fahrer besonders bei schlechtem Untergrund, großen Steigungen oder hoher Zuladung, wobei hier das Mittelmotor-Konzept alles andere in den Schatten stellt. Dank großem Akku mit 500 Wh ist man auch hinsichtlich Reichweite nicht eingeschränkt und kann leicht dreistellige Werte erreichen.

Den E-Finder bekommt man vorerst mit Kettenschaltung (auch Di2) oder NuVinci N380. An der Integration anderer Schaltsysteme wird seitens Hersteller gearbeitet.

Highlights und Zielgruppe

Bei der Entwicklung des Velotraum E-Finder hat man seine Kernkompetenzen hinsichtlich Design und Funktionalität natürlich nicht aus den Augen verloren und diese dem neuen Modell mit auf den Weg gegeben. Dazu gehören:

  • sehr hohe Rahmensteifigkeit auch mit Gepäck, das maximale Systemgewicht beträgt vorläufig 140 Kilogramm
  • der „Knick“ im Oberrohr bietet eine geringe Überstandshöhe und Sicherheit beim Anhalten und Absteigen
  • sowohl Trinkflasche und Akku finden im Rahmendreieck Platz – auch bei der kleinsten Rahmengröße „S“
  • erhältlich in vier Rahmengrößen (S, M, L, XL) decken einen großen Anpassungsbereich ab (165 bis 195 Körpergröße)
  • die Zugführung/-verlegung ist sowohl für mechanische als auch elektronische Schaltung ausgelegt
  • die verschieb- und trennbaren Ausfallenden ermöglichen größte Flexibiltät beim Reifenformat und sind für zukünftige Nabenschaltungen samt Riemenantrieb gerüstet
  • alle Anlötteile für Gepäckträger, Schutzbleche, Parkstütze und Lichtanlage sind vorhanden
  • Gepäcktransport – entweder klassisch mit Packtaschen und Gepäckträger oder im sogenannten „Bikepacking- Style“ und in jedweder Mischform

Spezifikationen
Velotraum E-Finder
RahmenMaterial: Al 7005; Größen: S, M, L, X
GabelA485, Ösen für LWR, Anythingc
SteuersatzTapered ZeroStack
BremsenDisc-only, VR ø203, HR ø180 max.
Schaltung1x10/11 Ketten- oder Nabenschaltung*
AntriebKette, *zukünftig Nabenschalt./Riemen
AntriebssystemShimano Steps MTB 8000
Drehmoment 70 Nm , Akku 500 Wh
Hinterbaulänge447 bis 462 Millimeter
Reifenformate57-584 bis 55-622 Millimeter
Tretlagerhöhe285 bis 310 Millimeter
Systemgewichtmaximal 140,0 kg vorläufig
Gewichtzirka 18,8 bis 22,0 Kilogramm
Preiszirka 4.700 bis 7.000 Euro
VerfügbarkeitMärz 2017

Eine Auswahl an möglichen Zielgruppen, an welche das Team von Velotraum bei der Entwicklung gedacht hat. Diese ist natürlich noch um ein Vielfaches erweiterbar:

  • Pendler, sowohl im urbanen wie ländlichen Umfeld
  • Reiseradler, die Reserven (Leistung, Untergrund) in jeglicher Hinsicht schätzen
  • Radfahrer, die bei der Streckenwahl und dem Entdeckungsdrang
    maximale Freiheit haben wollen
  • Naturliebhaber, die gerne in Wald und Flur unterwegs sind, denen aber der Sinn nicht nach Extremen steht
  • Wanderer und Naturfotografen, die ein naturverträgliches und kräfteschonendes Transportmittel suchen

Fazit

Mit dem neuen E-Finder von Velotraum bekommen Interessierte ein durchdachtes, sehr hochwertiges Pedelec für nahezu jeden Einsatzzweck. Dank der Nutzung von Shimano-Komponenten und deren weltweiter Nutzung und Verfügbarkeit steht man auch unterwegs seltenst ohne Hilfe da.

Der Verzicht auf wartungsintensive Komponenten, das geradlinige Design mit hoher, zukunftsgerichteter Funktionalität lassen eine lange Nutzungsdauer dank möglicher Aufrüstung zu. Dafür und für die gebotene Qualität aus der Manufaktur ist der Einstandspreis von ca. 4.700 Euro nicht zu hoch, sondern angemessen.

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Bilder: Velotraum