Mit dem Konzeptbike FTP² hat Van Rysel auf der VeloFollies in Lille/ Kortrijk einen Prototypen vorgestellt, der bewusst außerhalb bestehender E-Bike-Normen angesiedelt ist. Das Projekt versteht sich nicht als Produktankündigung, sondern als technologische Studie: Ziel war es, die Functional Threshold Power (FTP) des Fahrers systemisch zu verdoppeln und dabei neue Grenzen in Sachen Geschwindigkeit, Kontrolle und Integration auszuloten.
FTP² ist ausdrücklich nicht für den Verkauf vorgesehen. Stattdessen dient das Rad als rollendes Versuchslabor, mit dem Van Rysel gemeinsam mit Entwicklungspartnern untersuchen will, wie sich extreme Leistungswerte in einem vollständig integrierten Gesamtsystem beherrschen lassen.
Für Geschwindigkeit konzipiert – als System gedacht
Die Entwicklung des FTP² erstreckte sich über mehrere Jahre und erfolgte in Zusammenarbeit mit unter anderem Swiss Side und MAHLE SmartBike Systems. Im Zentrum steht ein maßgeschneiderter MAHLE M40-Motor, der für dieses Projekt neu entwickelt wurde. Er überschreitet bewusst die konventionellen Leistungs- und Geschwindigkeitsgrenzen heutiger E-Bikes, um Hochleistungsszenarien unter kontrollierten Bedingungen analysieren zu können.
Das technische Umfeld ist entsprechend kompromisslos gewählt: Der Antrieb basiert auf SRAM Red AXS mit Praxis-Carbonkurbeln, während Swiss Side Hadron³ 850 Laufräder den Fokus auf maximale aerodynamische Effizienz legen.
Ziel dieser Konfiguration ist nicht Spitzenleistung um jeden Preis, sondern die Untersuchung intelligenter Leistungssteuerung, präziser Kontrolle und stabiler Fahrsicherheit bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Projektleiter Wim Van Hoecke beschreibt den Ansatz so:
MAHLE M40 als technischer Kern
Der speziell für FTP² entwickelte MAHLE M40 bildet das Herzstück des Konzepts. Er ist darauf ausgelegt, die Fahrerleistung deutlich über etablierte Standards hinaus zu verstärken und so neue Erkenntnisse über Fahrdynamik, Stabilität und Systemverhalten bei extremen Leistungswerten zu gewinnen.
Die vollständig in den Carbonrahmen integrierte Antriebseinheit zeigt, wie elektrische Unterstützung, Aerodynamik und strukturelles Design in einem Hochleistungs-E-Road-Kontext zusammengeführt werden können. Van Rysel versteht den M40 dabei weniger als fertiges Produkt, sondern als Forschungswerkzeug für künftige Antriebsgenerationen.
Technologischer Demonstrator statt Serienrad
Über den Antrieb hinaus ist FTP² als geschlossenes Ökosystem konzipiert. Dazu zählen ein vollständig integriertes Cockpit, proprietäre Elektroniklösungen, experimentelle Schnittstellen zwischen Schuh und Pedal sowie speziell entwickelte aerodynamische Textilien. Jedes Detail dient dem Zweck, Wechselwirkungen zwischen Mensch, Maschine und Unterstützungssystem besser zu verstehen.
Auch wenn das Konzeptbike keine direkte Serienperspektive hat, soll das im Projekt gewonnene Know-how unmittelbar in zukünftige Entwicklungen einfließen. Van Rysel positioniert FTP² damit als Impulsgeber für die nächste Generation leistungsorientierter E-Road- und High-Performance-E-Bikes, bei denen Geschwindigkeit, Sicherheit und elektrische Unterstützung neu gedacht werden.











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