Mit dem Ekano 3 AL ergänzen die Allgäuer von Propain 2026 ihr E-MTB-Portfolio um ein FullPower-Modell, das auf das kürzlich vorgestellte Avinox-Antriebssystem der zweiten Generation setzt. Das E-Mountainbike positioniert sich dabei nicht als abgeschwächte Version einer teureren Carbon-Variante, sondern als bewusst in Aluminium eigenständiges Bike, das Zugänglichkeit mit technischem Anspruch verbindet. Erhältlich in einer Trail- und einer Enduro-Variante, soll es ein breites Spektrum abdecken – von der Feierabendrunde bis zur mehrstündigen Alpintour, vom fortgeschrittenen Einsteiger bis zum erfahrenen Enduro-Fahrer. Hier alle Informationen.
Propain Ekano 3 AL 2026 im Überblick
Propain differenziert beim Ekano 3 AL klar zwischen zwei Ausrichtungen: Die Trail-Variante richtet sich an Fahrer, die ein vielseitiges E-MTB für den breiten Einsatz suchen: effizient im Anstieg, handlich auf dem Trail, kompatibel mit langen Touren.
Die Enduro-Variante adressiert demgegenüber Fahrer mit einem expliziten Abfahrtsfokus, die auf technischem und ruppigem Gelände maximale Kontrolle erwarten. Beide Modelle teilen die Plattform, unterscheiden sich aber in Federweg, Laufradkonfiguration und Geometrie spürbar voneinander.
Rahmen & Geometrie
Der Rahmen des Ekano 3 AL besteht aus Aluminium, eine Entscheidung, die Propain explizit als konzeptionelle Weichenstellung kommuniziert. Aluminium bietet in diesem Kontext eine höhere Robustheit gegenüber mechanischen Belastungen und ein verlässlicheres Fahrverhalten auch unter intensivem Einsatz.
Gleichzeitig ermöglicht die Werkstoffwahl eine deutlich zugänglichere Preisstruktur im FullPower-Segment, was das Einstiegspreisszenario für diese Antriebsklasse nennenswert senkt. Der Rahmen wurde auf ASTM Category 5 getestet, das Komplettbike erfüllt ASTM Category 4 – beides Hinweise auf die Auslegung für anspruchsvollen Trailbetrieb.
Zur Kabelführung stehen zwei Optionen bereit: ICR (Integrated Cable Routing) sowie klassisches internes Kabelrouting. Das Oberrohr integriert ein farbiges Touchdisplay, ein Tool Mount ist am Rahmen vorhanden, eine Kettenführung ist serienmäßig verbaut. Der Ladeport ist zugänglich positioniert, die Batterie ist fest im Rahmen integriert.
Die Geometrie der Trail-Variante ist klar auf ein progressives, aber nicht extremes Fahrerlebnis ausgelegt. Der Lenkwinkel liegt bei 63,9°, ein Wert, der für moderne E-Trailbikes typisch und auf Float bei hohem Speed ausgelegt ist, ohne in den Extrembereich zu gehen.
Der effektive Sitzwinkel von 78,4° (realer Sitzwinkel 77,5°) sorgt für eine effiziente Kraftübertragung im Anstieg und positioniert den Fahrer weit genug über dem Tretlager, um Druck auf das Vorderrad zu ermöglichen.
Der Reach wächst von 439 mm in Größe S auf 504 mm in XL, eine solide Spreizung, die eine differenzierte Größenwahl ermöglicht. Der Stack liegt zwischen 631 mm (S) und 649 mm (XL) und bewegt sich damit im für E-MTBs typischen Bereich, der eine aufrechte Sitzposition fördert.
Die Kettenstrebenlänge beträgt 452 mm im 29″-Setup und 447 mm in der Mullet-Konfiguration. Der Radstand wächst von 1.229 mm (S, 29″) bis 1.303 mm (XL, 29″) und trägt zur Laufruhe bei höheren Geschwindigkeiten bei, ohne die Wendigkeit auf engen Trails übermäßig einzuschränken.
Die Tretlagerabsenkung beträgt 11 mm (vorne) bzw. 31 mm (hinten) im MIX-Setup und 13 mm im 29″-Setup – ein niedriges Tretlagerniveau, das die Kurvenneigung begünstigt und die Lage im Gelände verbessert.
Insgesamt legt die Trail-Geometrie ein Bike nahe, das sich in flüssigem Trailgelände wohlfühlt, auf langen Anstiegen effizient bleibt und auch auf technischeren Abschnitten ausreichend Reserven bietet. Es ist keine Race-Enduro, aber auch kein harmloses Touren-E-MTB.
Die Enduro-Variante verschiebt die Parameter konsequent in Richtung Abfahrt. Der Lenkwinkel flacht auf 63,5° ab – ein halbes Grad weniger als beim Trail-Modell, was bei einem Full-Power-E-MTB mit entsprechend mehr Gewicht tatsächlich wahrnehmbar ist und zusätzliche Stabilität bei Speed verspricht. Der Sitzwinkel liegt mit 77,1° (real) bzw. 78,0° (effektiv) etwas flacher als beim Trail-Modell, was die Position geringfügig weiter nach hinten verschiebt.
Der Reach startet bei 435 mm (S) und endet bei 500 mm (XL), im Vergleich zur Trail-Variante leicht kürzer, was in Kombination mit dem längeren Federweg und dem tieferen Lenkwinkel ein kompakteres, wendigeres Gefühl auf dem Trail erzeugen kann.
Die Tretlagerabsenkung fällt mit 8 mm (vorne) und 28 mm (hinten) etwas geringer aus als beim Trail-Modell, das Tretlager liegt also marginal höher, sinnvoll auf felsigem oder unebenem Terrain, wo Bodenfreiheit zählt.
Die Kettenstrebenlänge entspricht der Trail-Variante (452/447 mm), der Radstand wächst von 1.238 mm (S, MIX long) bis 1.312 mm (XL, MIX long) und übersteigt damit den der Trail-Variante leicht – ein weiterer Hinweis auf die Auslegung für Highspeed-Stabilität.
Die Enduro-Geometrie lässt ein Bike erwarten, das bergab konsequent Kontrolle und Reserven priorisiert. Auf langen Uphills erfordert der flachere Lenkwinkel etwas mehr aktives Fahrmanagement, was aber durch den kräftigen Antrieb wohl gut kompensiert werden kann.
Motor & Akku
Das EKANO 3 AL wird mit dem Avinox E-Drive System in der zweiten Generation ausgeliefert. Propain bietet zur Wahl zwei Antriebseinheiten an: Das Avinox M2S ist die leistungsstärkere Option mit 150 Nm Drehmoment, 1.500 W Spitzenleistung und einem Gewicht von 2,59 kg.
Das Avinox M2 bildet die günstigere Alternative mit 125 Nm, 1.100 W und einem Gewicht von 2,65 kg – bei nur geringfügig schlechterer Wattzahl aber spürbarem Unterschied im Drehmoment, der vor allem auf steilen Anstiegen und in zähem Terrain relevant wird.
Beim Akku stehen zwei fest im Rahmen integrierte Größen zur Wahl: 600 Wh mit einem Gewicht von 2,87 kg und 800 Wh mit 3,74 kg. Die 800-Wh-Option ist dabei für jene Fahrer konzipiert, die längere Touren planen oder schlicht mehr Puffer für spontane Runden wünschen. Die fest verbaute Batterielösung trägt zur sauberen Integration und Gewichtsverteilung bei, schränkt aber den flexiblen Akkutausch im Feld ein.
Für das Display bietet Propain ebenfalls zwei Varianten: das DPC100, eine günstigere Lösung ohne 4G-Anbindung, sowie das DP100-Flat als smartere Variante mit 65-W-USB-C-Schnittstelle. Ladeoptionen mit 4A- oder 12A-Ladegerät runden die Systemkonfiguration ab, wobei der schnellere 12A-Charger die Ladezeiten deutlich verkürzt.
Fahrwerk & Ausstattung
Die Trail-Variante ist mit 160 mm Federweg vorne und 150 mm hinten ausgestattet und bietet die Wahl zwischen einem vollständigen 29″-Setup und einer Mullet-Konfiguration (29″ vorne, 27,5″ hinten). Das Mullet-Setup ist in einer kurzen und einer langen Version verfügbar und erlaubt es, das Handling des Bikes über die Radgröße hinaus feinzujustieren. Die Enduro-Variante hingegen ist ausschließlich im Mullet-Setup erhältlich – mit 170 mm vorne und 160 mm hinten, was eine klare Positionierung in Richtung Abfahrt darstellt.
Beide Modelle verfügen über einen verstellbaren D0-Anlenkpunkt, der die Anpassung der Geometrie an unterschiedliche Radgrößen ermöglicht. Die Kabelführung über ICR erlaubt ein aufgeräumtes Rahmenbild, das klassische interne Routing bleibt als Alternative bestehen. Kettenführung und Tool Mount sind serienmäßig integriert, das Touchdisplay ist im Oberrohr untergebracht und damit vor mechanischen Einflüssen gut geschützt.
Die genaue Komponentenausstattung (Gabel, Dämpfer, Bremsen, Antriebsstrang) variiert je nach gewähltem Build und Preisstufe und ist daher in der jeweiligen Konfiguration auf der Propain-Website zu prüfen.
Modellübersicht
Das Ekano 3 AL erscheint in zwei Varianten, die sich in Farbe, Setup und Ausrichtung unterscheiden. Die Trail-Variante ist in den Farben Electric Teal und Venom Black erhältlich. Sie bietet 160/150 mm Federweg, ist in den Radgrößen-Konfigurationen 29″ und MIX (kurz und lang) verfügbar und lässt sich mit 600 Wh oder 800 Wh Akku sowie dem M2S oder M2 Antrieb konfigurieren. Der Einstiegspreis liegt bei 4.999 Euro.
Die Enduro-Variante ist in Dirty Mustard, Funky Oyster und Venom Black erhältlich. Sie bietet 170/160 mm Federweg, ist ausschließlich im MIX-Setup (kurz und lang) verfügbar und teilt die Antrieb- und Akkuoptionen mit der Trail-Version. Der Einstiegspreis beträgt 5.199 Euro.
Beide Varianten sind ab dem 16. April 2026 in den Rahmengrößen S, M, L und XL erhältlich.
Fazit
Das Propain Ekano 3 AL erscheint als ein durchdacht konzipiertes FullPower-E-MTB, das mit dem Avinox-Antriebssystem der zweiten Generation eine Technologie in ein preislich zugänglicheres Segment bringt, das zuvor vor allem höherpreisigen Modellen vorbehalten war. Die Entscheidung für Aluminium ist dabei keine Sparmaßnahme, sondern eine bewusste Positionierung: robust, fahrbar, bezahlbar. Die Differenzierung in Trail und Enduro ist konsequent durchgezogen, sowohl im Federweg als auch in der Geometrie und den verfügbaren Laufradkonfigurationen. Die Geometriedaten beider Varianten deuten auf Bikes hin, die modernen Anforderungen gerecht werden, ohne in Extremwerte abzudriften. Die Trail-Variante ist ein ausgewogenes Allround-E-MTB mit Potenzial für ein breites Fahrerspektrum, die Enduro-Version ein klares Abfahrtswerkzeug mit dem Mehrwert eines starken Antriebs bergauf. Die Konfigurierbarkeit über Antrieb, Akku und Display erlaubt eine gezielte Abstimmung auf Reichweite, Performance und Budget. Mit Einstiegspreisen von 4.999 Euro (Trail) und 5.199 Euro (Enduro) bewegt sich das Ekano 3 AL im wettbewerbsintensiven Mittelsegment des FullPower-E-MTB-Markts und tritt dort mit einem Antriebssystem an, das technisch klar über dem Standard dieses Preisbereichs liegt. Ob das Gesamtpaket in der Praxis hält, was die Daten versprechen, sollte dann zuletzt ein Fahrtest zeigen.
Alle Details und die Möglichkeit zur Konfiguration findet man auf der Propain-Website.
















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