Wenn man noch nie zuvor mit einem Pedelec gefahren ist, sollte man vor dem Kauf eines solchen Rades unbedingt eine Probefahrt machen.

Da Pedelecs und Elektro-Fahrräder schnell ein höheres Tempo erreichen, als die althergebrachten manuell betrieben Fahrräder, stellen Sie für Fahrer, die nicht so geübt oder älter sind ein größeres Risiko dar. Häufig wird einfach die Geschwindigkeit falsch eingeschätzt.

Das macht auch Autofahrern zu schaffen, die nun nicht mehr so einfach in der Lage sind zu erkennen, wie schnell eigentlich ein Radfahrer unterwegs ist. So kann der ältere Fahrer genau so schnell sein wie sein jugendliches Gegenüber.

Auch Mängel bzw. Fehlfunktionen der Technik können eine Unfallgefahr hervorrufen. So kann z.B. der Motor nachlaufen obwohl der Fahrer nicht mehr tritt und der Antrieb schiebt dann einfach weiter. Aus diesem Grund sollte vor dem Kauf eines Pedelecs unbedingt eine Probefahrt durchgeführt werden, schon allein um das Brems- oder Fahrverhalten, die Benutzerfreundlichkeit und diverse Verstellmöglichkeiten ausprobieren zu können.

Beachten von gesetzlichen Bestimmungen empfohlen

Fahrern von Pedelecs und Elektrofahrrädern wird generell das Tragen eines Helmes empfohlen. Das ergibt sich einfach aus der größeren Gefahr durch die höhere Geschwindigkeit, die damit erreicht werden kann. Der Helm sollte aber unbedingt mit dem GS-Siegel ausgezeichnet sein.

Auch die Komponenten des E-Bikes wie der Rahmen, die Bremsen, der Lenker und so weiter sollte auch mit dem GS-Siegel der geprüften Sicherheit versehen sein. Denn nur so ist sichergestellt, dass die erhöhten Belastungen, die ein Fahrrad durch das höhere Gewicht und die höhere Geschwindigkeit auch über die ganze Dauer der Nutzung aushält. Das stellen mechanische, elektrische und chemische Tests sicher.

Für des beste Fahrverhalten empfiehlt sich der Mittelmotor am Tretlager. Da ist die Gewichtsverteilung optimal und die Räder rutschen im Normalfall nicht durch. Zusätzlich sollte man auf die Ausstattung mit hydraulischen Bremsen achten. Der Wirkungsgrad ist einfach besser als bei mechanischen Systemen.

Versicherungsfrage vorab klären

Jetzt zu Weihnachten werden viele Pedelecs als Geschenk gekauft. Der zu erwartende Absatz für das Jahr 2011 wird mit 300.000 Pedelecs und E-Bikes geschätzt – eine Steigerung um fast 100.000 Stück gegenüber dem Vorjahr.

Wer es komfortabler mag, für den gibt es Pedelecs auch mit Anfahrhilfe. Das Anfahren wird dabei rein elektrisch erledigt – man braucht nicht zu treten. Dabei gilt aber zu beachten: das Mindestalter muß 15 Jahre sein und alle nach dem 1.April 1965 Geborenen ohne Führerschein, müssen zumindest eine Mofa-Prüfbescheinigung vorweisen können. Da die Anfahrhilfe aber nur bis sechs Kilometer pro Stunde aktiv ist, ist das Pedelec nicht versicherungspflichtig und zulassungsfrei. Trotzdem sollte man seine Haftpflichtversicherung daraufhin prüfen, ob Schäden die durch das Pedelec abgedeckt sind, sonst sind böse Überraschungen vorprogrammiert.

Fahrer von schnellen S-Pedelecs müssen ihr Fahrzeug ohnehin zulassen und versichern. Weil die Tretunterstützung bis 45 Kilometer pro Stunde funktioniert, gilt des Gefährt auch nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad. Radwege sind damit tabu, außer diese sind für Mofas freigegeben. Die Mofaprüfbescheinigung und das Mindestalter von 15 Jahren sind auch hier zwingend vorgeschrieben. Für diese Art von Pedelecs sollte man sich auf jeden Fall vor dem Kauf umfassend beraten lassen.

Checkliste für den Pedelec-Kauf

  • Einsatzzweck vorab klären. Wie wollen Sie Ihr neues Pedelec überhaupt nutzen? Täglich zur Arbeit oder am Wochenende mal eine Tour?
  • Kann das Pedelec auf Ihre körperlichen Gegebenheiten angepasst werden? Kann die Sattelhöhe, Lenkerhöhe und – Neigung etc. an Ihre persönlichen Bedürfnisse eingestellt werden? Fahren Sie am besten eine längere Strecke mit dem favorisierten Elektrorad.
  • Ist der Akku leicht entnehm- und einsetzbar? Läßt er sich abschließen als Schutz vor Diebstahl?
  • Liefert der gewünschte Antrieb genügend Kraft ihrer Erwartung entsprechend?
  • Können Sie das Fahrrad heben bzw. über kurze Strecken tragen?
  • Wie ist die Ersatzteilversorgung? Ist die Preisgestaltung erschwinglich?
  • Ist ein autorisierter Händler oder Servicebetrieb in Ihrer Nähe?
  • Sind wichtige Teile (z.B. Batterie) von der Garantie ausgeschlossen?
  • Hat das Fahrrad einen bekannten Markennamen oder ist es „No-Name“?
  • Ist die Bedienungsanleitung gut und verständlich