Nach der Insolvenz von Podbike (wir berichteten) ist das Unternehmen an die norwegische Phase Energy AS verkauft worden. Teil des Deals: 180 bereits gebaute Fahrzeuge des Modells Frikar. Diese sollen nun unter neuem Namen und neuer Marke auf den Markt kommen. Dafür hat Phase Energy AS die Marke TwoZero ins Leben gerufen. Perspektivisch will das Unternehmen auch eigene Fahrzeuge entwickeln, zunächst steht jedoch der Abverkauf der vorhandenen Frikar-Bestände im Fokus.
Die Fahrzeuge werden künftig als TwoZero Classic angeboten und ausdrücklich als limitierte Serie vermarktet. Laut Anbieter wird es bei diesen 180 Einheiten bleiben, eine Neuauflage ist nicht vorgesehen. Der Verkauf erfolgt unter anderem über eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter. Auffällig dabei: Das Fahrzeug wird ohne Batterie und Ladegerät angeboten – beides muss zusätzlich erworben werden. Angesichts des Gesamtpreises wirkt dieses Modell zumindest erklärungsbedürftig.
Phase Energy AS beschreibt TwoZero als vierrädriges, vollverkleidetes Pedal-Elektrofahrzeug der EPAC-Klasse, das ohne Zulassung, Kennzeichen oder Führerschein genutzt werden kann. Technisch setzt das Konzept auf eine geschlossene Kabine, vier Scheibenbremsen, Einzelradaufhängung, einen elektrischen Pedalgenerator sowie zwei Radnabenmotoren an der Hinterachse. Die Unterstützung endet bei 25 km/h, bergab sollen deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich sein. Die Reichweite gibt der Hersteller mit rund 55 bis 60 Kilometern pro Akku an.
Inhaltlich übernimmt TwoZero dabei weitgehend das bekannte Frikar-Konzept von Podbike – inklusive der Positionierung als Autoersatz für kurze Alltagswege. Gleichzeitig betont Phase Energy AS, man habe ein neues Team und Management aufgebaut und wolle die bisherige Plattform weiterentwickeln. Die Unterstützung der Crowdfunding-Kampagne diene auch der Finanzierung einer neuen Fahrzeuggeneration, die für 2027 angekündigt ist.
Aus redaktioneller Sicht bleibt dennoch Zurückhaltung angebracht. Schon vor der Insolvenz machte das Podbike Frikar nicht den Eindruck eines vollständig ausentwickelten Produkts. Bei einer Probefahrt in Deutschland fiel insbesondere das vergleichsweise hohe Geräuschniveau negativ auf – ein Punkt, der im Alltagsbetrieb nicht unerheblich ist. Ob und in welchem Umfang technische Schwächen inzwischen behoben wurden, lässt sich aktuell nicht beurteilen.
Unklar ist zudem, wie sich die Ersatzteilversorgung sowie Service- und Reparaturmöglichkeiten langfristig darstellen. Zwar spricht Phase Energy AS von Partnern und einer geplanten Ersatzteilverfügbarkeit über zehn Jahre, belastbare Informationen zu einem konkreten Servicenetz fehlen bislang jedoch. Gerade bei einem komplexen Fahrzeugkonzept mit Sonderteilen ist dieser Punkt entscheidend.
Unterm Strich ist der Neustart unter dem Namen TwoZero ein interessanter Versuch, das Podbike-Erbe zu retten. Für potenzielle Käuferinnen und Käufer gilt jedoch: Die limitierte Stückzahl, der Verkauf über Crowdfunding und offene Fragen rund um Service und Reifegrad des Fahrzeugs sprechen für eine besonders sorgfältige Abwägung. Vorsicht ist hier durchaus angebracht.






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