Nachhaltig. Sozial. Einzigartig. Und jetzt auch als Pedelec.
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Schon seit 2014 gibt es Bambusfahrräder von my Boo in Deutschland und Europa, die Modellpalette wurde seitdem stetig erweitert – im Jahr 2017 soll mit dem „my Volta“ nun auch das weltweit erste Bambus-Pedelec mit integriertem Mittelmotor dazukommen.

Schon auf der kommenden Eurobike soll es seine Weltpremiere feiern und hoffentlich der Anfang sein von einer Vielzahl an Pedelecs, die aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt werden.

my Boo – die Geschichte

Die Idee hinter dem Projekt entstand – wie so oft – aus einem Zufall. Niklas, ein Schulfreund von Maximilian Schay, einem der Gründer von my Boo, machte im Jahr 2012 ein freiwilliges soziales Jahr in Ghana und sah dort diverse Bambusfahrräder.

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Vor lauter Begeisterung erzählte er Maximilian davon, der sich und Jonas Stolzke, den anderen Mitgründer des Unternehmens, davon anstecken ließ. Nach einigen Recherchen und Diskussionen war die Idee geboren und my Boo wurde Ende 2012 gegründet.

Es dauerte noch anderthalb Jahre bis Partner gefunden, Verträge abgeschlossen und erste Modelle entwickelt worden waren. Dann wurden die ersten my Boo Bambusfahrräder im April 2014 offiziell vorgestellt.

Die Vorteile von my Boo

Das Besondere an my Boo ist der Ort, an dem die Rahmen hergestellt werden. Dieser befindet sich in einem kleinem Dorf im Mapong District in Zentralghana, wo man mit einem dortigen, bisher spendenfinanzierten Sozialprojekt zusammenarbeitet.

"The Yonso Project" in Ghana

„The Yonso Project“ in Ghana

Sozial

Alle dortigen Gewinne fließen in Mikrokredite und Bildungsprojekte, wobei vor allem Schulstipendien in der Region finanziert werden. Für die Produktion der Fahrradrahmen erhalten zudem über zehn junge Ghanaer eine Arbeitsplatz mit Perspektive.

my Boo Produktions-Team in Ghana

Produktions-Team in Ghana

Auch die Metallkomponenten, die man für die Stabilität von Steuerrohr, Sattelrohr, etc. benötigt, werden in einem sozialem Projekt hergestellt. Das findet allerdings nicht in Ghana, sondern in einer Behindertenwerkstatt in Deutschland statt.

Auch die Bestückung mit den hochwertigen Komponenten und Fahrradteilen findet am Firmenstandort in Kiel statt, wo ausgebildete Fahrradmechaniker für einwandfreie Produkte zuständig sind.

Nachhaltig

Die mit am schnellsten wachsende Pflanze weltweit ist der Bambus, den es nicht nur in Ghana in rauen Mengen gibt. Die Bambusrohre bestehen aus langen Fasern und sind innen hohl, was den Werkstoff stabil und gleichzeitig besonders leicht macht. zudem bindet er soviel CO2 wie sonst kaum eine Pflanze weltweit.

Bambuslagerung my Boo

Bambuslagerung my Boo

Damit prädestiniert sich Bambus als idealer, nachhaltiger Werkstoff für Fahrradrahmen. Natürlich hat my Boo die Rahmen auf Stabilität testen lassen. Alle Rahmen für die normalen Fahrradmodelle wurden vom renommierten EFBE-Prüfinstitut sogar nach der Pedelec-Norm getestet und haben diese bestanden. Der Test für die neuen Rahmenkonstruktionen mit integriertem Mittelmotor befindet sich in der finalen Phase.

Einzigartig

Da alle Rahmen in liebevoller Handarbeit in Ghana gefertigt werden, ist jedes Stück ein Unikat. In Zusammenarbeit mit my Boo konnten schon über 20 Menschen dort ausgebildet werden und ihnen so eine bessere Zukunft mit fairen Löhnen ermöglicht werden.

Herstellung der Fahrradrahmen aus Bambus

Herstellung der Fahrradrahmen aus Bambus

Zudem konnte bereits eine neue Werkstatt errichtet werden, wo sich die Fahrradrahmen aus Bambus noch besser herstellen lassen. Ganze 90 Stunden dauert die Fertigung eines Rahmens, der dabei jedes Mal ein absolutes Einzelstück ist.

Das my Volta Pedelec 2017

Mittlerweile hat sich das Modellangebot auf diverse City- und Tourenräder, aber auch Rennräder ausgeweitet, die allesamt mit hochwertigen Komponenten bestückt sind. Einzig ein Lastenrad und ein Pedelec waren bisher nicht verfügbar.

Mit dem „my Volta“ wird für 2017 nun aber erstmals ein E-Bike vorgestellt, welches gleichzeitig noch das erste Mittelmotor-Pedelec ist, dessen Antrieb in einem Bambusrahmen integriert ist. Die Macher von my Boo greifen dafür auf den bewährten Shimano Steps E-6000 Antrieb zurück, welcher in den handgefertigten Bambusrahmen integriert wurde.

my volta Pedelec 2017 my Boo

my volta Pedelec 2017

Als Rahmenform hat man eine Diamantrahmen gewählt, welcher sich in Sachen Stabilität und Festigkeit anbietet. Ob es auch einmal ein Tiefeinsteiger- oder Trapezrahmen-Modell geben wird, ist uns nicht bekannt.

Der Steps-Motor bietet kraftvolle Unterstützung, vier Unterstützungstufen und wird hier mittels 418-Wh-Akku auf dem Gepäckträger mit Energie versorgt. Auf dem großen, neuen Display werden alle relevanten Informationen angezeigt, wobei die Bedieneinheit am linken Lenkergriff angebracht wurde.

Antriebsintegration my Volta Pedelec 2017

Antriebsintegration my Volta Pedelec

Geschaltet wird per Shimano Nexus 8 Nabenschaltung, die eine ausreichende Anzahl an Übersetzungen bereitstellt und damit eine Reichweite von 120 Kilometern erreichen soll. Für Sicherheit beim Verzögern sorgen angemessen groß dimensionierte, hydraulische Scheibenbremsen, die ebenfalls von Shimano bezogen werden.

Die komplette Ausstattung umfasst weiter eine LED-Beleuchtung mit 30 Lux von Busch & Müller, my Boo Bambusschutzbleche und eine komfortable SR Suntour Federgabel. Es wiegt in dieser Ausstattung nicht einmal 20 Kilogramm.

Auf der Eurobike 2016 wird das neue my Boo my Volta Pedelec erstmals vorgestellt und soll ab Frühjahr 2017 für 3.799 EUR erhältlich sein.

Unsere Meinung

Bambusfahrräder gibt es schon länger und auch Bambus-Pedelecs. Auch wir haben hier schon öfters von solchen Modellen berichtet. Zum Beispiel hier vom „The Beast“ aus Dänemark oder vom Bamboost aus Schweden, welches noch moderne 3D-Drucktechnik in des E-Bike einfließen lässt.

Was uns aber hier besonders begeistert, ist dass das ganze Unternehmen auf Ökologie, Nachhaltigkeit und soziales Engagement ausgerichtet ist und dies über monetäre Interessen stellt. Dafür unterstützt man den Partner, die NGO „The Yonso Project“ insoweit, dass diese kaum noch auf Spendengelder angewiesen sind.

Ein Projekt, das nur Gewinner hat: die Arbeiter in Ghana, die Macher und schließlich ihre Kunden, die wissen, dass sie ein möglichst umweltbewusst und nachhaltig produziertes Fahrrad oder E-Bike ihr eigen nennen.

Toll, dass es so etwas gibt! 🙂

Mehr Infos direkt bei my Boo.

Bilder & Video: my Boo