Ein E-Enduro, wie es im Buche steht, welches zu Recht die Spitze der E-Mountainbike Range der Taiwaner darstellt
3 min Lesezeit

Das Merida eONE-SIXTY ist eine der heißesten Neuentwicklungen im E-MTB Portfolio der Bike-Schmiede aus Taiwan für 2017 und war auf der diesjährigen Eurobike als Testmodell dementsprechend gefragt.

Trotzdem hatten wir die Chance, das neue Modell auf der Messe einem kurzen Test zu unterziehen und schildern unsere Eindrücke nun hier in diesem Beitrag.

Die Kurzfassung vorweg: Großes Kino! 😉 🙂

Das Merida eONE-SIXTY im Test

Das neue Top-Modell im E-MTB-Bereich aus dem Hause Merida macht schon im Stand einen potenten Eindruck. Der tief gezogene Rahmen (Smart Entry) und der gut eingepasste, kompakte Shimano E-MTB-Antrieb (E-8000) ermöglichen eine Geometrie, die gerade nach dem Einsatz in jeglichem Gelände schreit!

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-13

Beste Bedingungen für rasante Uphill- bzw. Downhillfahrten waren ja nicht unbedingt im Umfeld der Eurobike-Messe gegeben, wobei es trotzdem eine massive Verbesserung gegenüber den Vorjahren gegeben hat.

Für eine kurze Testfahrt mit dem nagelneuen Merida eONE-SIXTY reichte das Angebot daher dicke aus, so dass man sich auf jeden Fall einen kleinen Eindruck von dem E-Bike-Modell verschaffen konnte.

Antrieb und Fahrwerk

Das neue Merida E-MTB ist im Enduro-Bereich angesiedelt und kommt deshalb mit einem fähigen Fahrwerk mit 160 Millimetern Federweg daher. Merida setzt hier auf Komponenten von Rock Shox bzw. FOX. Unser Testbike war Rock Shox Federelementen ausgerüstet, welche für die Anforderungen rund um das Gelände der Eurobike mehr als ausgereicht haben.

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-9

Zudem war das Merida E-Mountainbike mit Plus-Bereifung (27,5+) ausgerüstet, die ein Mehr an Grip und Ruhe ins Fahrwerk bringt und zudem kleinere Fehler gerne einmal verzeiht. Die verbaute Maxxis-Bereifung machte ebenfalls gut auf der Strecke.

Dank dem neuem Shimano Steps E-MTB-Antrieb konnte man die Kettenstreben kurz gestalten und so ein agiles Fahrverhalten kreieren, welches sich kaum noch von einem Retro-Mountainbike unterscheidet.

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-7

Der Antrieb selbst punktet mit kleinem Q-Faktor und bringt bis zu 70 Newtonmeter auf das Hinterrad. Damit sollen selbst steile Berge kein Problem sein und das Top-E-MTB aus dem Portfolio von Merida hat für zahlreiche, rasante Abfahrten seinen eigenen Lift immer dabei.

In der Praxis zeigte sich der Motor sehr potent und bewegt sich schon sehr nahe am führenden Bosch Performance CX Antrieb. Einzig die Abstimmung in der Abregelphase war noch nicht ganz ausgereift, sollte aber inzwischen von den Shimano-Technikern gelöst worden sein.

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-1

Dem Spaß auf der Strecke tat dies jedenfalls keinen Abbruch und wir legten daher der noch einige Runden zusätzlich ein, um das eONE-SIXTY intensiver zu „erfahren“. Sehr positiv zeigte sich dabei die Bedienung des Antriebssystems am linken Lenkergriff, welche sich so leicht wie ein normaler Schaltvorgang bewerkstelligen ließ.

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-5

Das kleine Display findet geschützt seinen Platz in der Nähe des Steuerrohrs und zeigt kontrastreich und dank farblicher Codierung (für Unterstützungsstufe) auch bei heller Sonne gut ablesbar die wichtigsten Informationen an. Das sollte für sportliche E-MTB-Fahrer durchaus genügen.

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-4

Design und Ausstattung

In das Konzept des neuen E-Mountainbikes hat sich auch die XT-Schaltung von Shimano mit elf Gängen gut eingefügt. Leicht und zügig ging dabei jeder Schaltvorgang von statten. Die Bandbreite erschien bei unserer Testfahrt auf jeden Fall ausreichend und harmonierte mit der Antriebsleistung des Shimano-Motors.

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-16

Die hydraulischen Scheibenbremsen der XT-Serie von Shimano zeigten sich standfest und sollten aus unserer Erkenntnis heraus für die Entschärfung nahezu jeder gefährlichen Situation geeignet sein. Hier ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-18

Unerlässlich für die Abfahrt ist die per Fernbedienung absenkbare Sattelstütze, deren Hebel griffbereit auf der linken Seite des Lenkers platziert war und sich einwandfrei bedienen ließ.

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-6

In Sachen Uphill Flow dürfte der 500-Wh-Akku seinem Fahrer für etliche Zeit Spaß bereiten, wobei dieser nach Bedarf zum Laden entnommen oder auch direkt am E-MTB geladen werden kann.

Fazit

Der erste Eindruck des Merida eONE-SIXTY gestaltete sich aus unserer Sicht sehr positiv, wobei das kleine Abstimmungsproblem des Motors seitens Shimano inzwischen abgestellt sein sollte.

Wer daran denkt sich dieses Modell für die Saison 2017 zu holen, macht ganz sicher nichts falsch und bekommt ein potentes E-Fully für viel Spaß im Gelände.

merida_eone-sixty_e-mtb_2017-11

Das Modell wirkte auf unserer Testfahrt wie aus einem Guss, das Fahrwerk gut abgestimmt und die Ausstattung durchdacht. Wir können das E-MTB guten Gewissens empfehlen.