Bestände, Produktion und Absatz, Stabilität trotz konjunktureller Herausforderungen
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Die deutsche Fahrradwirtschaft hat sich 2025 als widerstandsfähig erwiesen, so berichteten ZIV – Die Fahrradindustrie, Zukunft Fahrrad und der VSF in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Mit über 90 Millionen Fahrrädern und E-Bikes im Bestand verzeichnet man in den aktuellen Marktdaten 2025 einen Zuwachs von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und über 25 Prozent in zehn Jahren. Besonders die E-Bikes entwickeln sich dynamisch. Fast 10 Millionen zusätzliche Fahrzeuge seit 2020 haben sich als dominierende Form der Elektromobilität etabliert.

ZIV | PK Marktdatenanalyse am 11. März 2026 © Dirk Michael Deckbar

Die Produktion von Fahrrädern und E-Bikes liegt mit 1,9 Millionen Fahrzeugen nahezu stabil auf Vor-Corona-Niveau. Auffällig ist, dass auf jedes produzierte Fahrrad zwei E-Bikes kommen. Die Inlandsanlieferung zeigt sich stabil, wobei leichte Rückgänge bei E-Bikes durch einen Anstieg klassischer Fahrräder ausgeglichen werden.

Absatz und Preisentwicklung, Konsumtrends im Blick

Trotz einer allgemeinen Konsumschwäche sinken die Absatzzahlen nur leicht. Der Verkauf von E-Bikes bleibt mit rund 2 Millionen Stück stabil, Fahrräder verzeichnen ebenfalls nur marginale Rückgänge.

Der durchschnittliche Verkaufspreis für E-Bikes liegt bei 2.550 Euro mit einem Rückgang von 3,8 Prozent, Fahrräder bleiben bei 500 Euro stabil. Preisnachlässe beeinflussen vor allem Massenmodelle, während Premium-Segmente wie Gravel- oder Rennräder die Durchschnittspreise stabilisieren.

Im Handel zeigt sich ein differenziertes Bild. 67 Prozent der Verkäufe erfolgen über den stationären Fachhandel, Online-Fachhandel gewinnt leicht, während SB-Warenhäuser und allgemeiner Online-Handel zurückgehen.

Modellgruppen, Vielfalt und Trends

  • Fahrräder: Trekkingräder bleiben Spitzenreiter mit 31,3 Prozent, gefolgt von Mountainbikes mit 21,4 Prozent und City- beziehungsweise Urban-Bikes mit 16,6 Prozent. Gravelräder gewinnen zunehmend an Bedeutung, Kinderräder bleiben beliebt.
  • E-Bikes: E-Mountainbikes führen mit 38 Prozent, gefolgt von E-Trekking mit 24 Prozent und E-City mit 19 Prozent. E-Lastenräder legen leicht zu, S-Pedelecs bleiben eine Nische.

Lastenräder halten ein hohes Niveau, Fahrradanhänger, auch für den Hunde-Transport, verzeichnen einen sichtbaren Rückgang.

Import und Export, Deutschland weiter im internationalen Fokus

Die Importe von Fahrrädern steigen leicht auf 2,5 Millionen Stück, während E-Bike-Importe um 9,4 Prozent auf 0,78 Millionen sinken. EU-Länder liefern weiterhin den Großteil der Fahrräder, die Anteile aus Asien steigen leicht.

Bei den Exporten legt Deutschland auf insgesamt 1,57 Millionen Fahrzeuge zu. Über 90 Prozent der Fahrräder und 98 Prozent der E-Bikes gehen in EU- und EFTA-Staaten. Führende Exportländer bei E-Bikes sind die Niederlande, Frankreich und Österreich.

Dienstradleasing und Refurbishment, Wachstumsmotor der Branche

Das Dienstradleasing bleibt ein zentraler Wachstumstreiber. 77 bis 82 Prozent der geleasten Räder sind E-Bikes, die Flotte wächst kontinuierlich (s.a. aktuelle Studie von Zukunft Fahrrad und Deloitte).

Rückläufer aus Leasingverträgen werden zunehmend für Refurbishment genutzt, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 68 Prozent seit 2023. Konsumentinnen und Konsumenten stehen hochwertigen Gebraucht-Fahrrädern im Fachhandel offen gegenüber, der Preis bleibt entscheidend.

Politische Unterstützung wie die Verlängerung der 0,25 Prozent Regel beim geldwerten Vorteil sowie verbesserte Infrastruktur werden als entscheidend für die weitere Marktentwicklung gesehen.

Fachhandel, Service und Werkstattgeschäft im Fokus

Der Fachhandel zeigt sich stabil. Trotz Umsatzrückgängen von drei bis sieben Prozent liegt der Umsatz weiterhin über Vor-Corona-Niveau. Das Werkstattgeschäft wächst dynamisch, mit 13,5 Prozent in 2025, und soll 2026 weiter ausgebaut werden. Lagerbestände normalisieren sich, die Lagerdrehzahl liegt aktuell bei 1,7 bis 2,7 pro Jahr.

Fazit

Die Marktdaten 2025 bestätigen, dass die deutsche Fahrradbranche robust, innovationsstark und zunehmend digitalisiert ist. E-Bikes und Dienstradleasing sichern stabile Umsätze, Premium- und Sportmodelle treiben die Vielfalt voran. Fachhandel, Service und Refurbishment eröffnen laut der Verbände zusätzliche Potenziale. Insgesamt bleibt die Branche ein verlässlicher Garant für langfristige Wertschöpfung und nachhaltige Mobilität, wird aber weiter stark durch die Politik ausgebremst.