Auf dem diesjährigen Genfer Autosalon hat Kia die neuesten Versionen seines Pedelec-Prototypes vorgestellt. Die zwei Varianten kommen mit technischen Innovationen daher, die es wohl so noch bei keinem E-Bike gibt.
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Schon auf der letztjährigen Veranstaltung hat Kia seine Interpretationen von Pedelecs vorgestellt, wir haben damals berichtet. Inzwischen wurden die neuesten Kia E-Bike Prototypen auf Autosalon in Genf der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Für die Entwicklung der E-Bike Prototypen hat Kia seine ganze Erfahrung aus dem Automobilbau eingesetzt und die dort verwendeten modernen Prozesse auch hier verwendet. So kann man auf Innovationen im Konzept, die besondere Bauweise der Kia E-Bikes und der dafür genutzten Produktionsverfahren verweisen.

Mit der fortschreitenden Entwicklung hat Kia auch die Bezeichnung seiner E-Bikes geändert. Hießen diese in 2014 noch Kia Electric Bicycle (KEB), so hat der koreanische Hersteller den Namen nun auf „K Velo“ geändert. Wie schon 2014 wurden auf dem Autosalon zwei Varianten vorgestellt: ein Citybike und ein Mountainbike.

Setzte Kia 2014 noch auf einen eigenen Hinterradnabenmotor, so sollen nun beide Modelle von einem Mittelmotor angetrieben werden, welcher 250 Watt Leistung bietet, über 45 Newtonmeter Drehmoment verfügt und von einem Lithium-Ionen-Polymer-Akku mit Strom versorgt wird. Der Lieferant für den Antriebsstrang ist übrigens Bosch.

Komfortables City-E-Bike, sportliches E-Mountainbike

Wie schon im Vorjahr stellt der koreanische Autohersteller, dessen Erfolgsgeschichte übrigens mit dem Bau von Fahrrädern begann, zwei Modelle vor. Ein bequemes Citybike, welches vor allem für Berufspendler gedacht ist, bringt seinen Fahrer bis zu 70 Kilometer weit (das 2014er Kia E-Bike schaffte hier nur 40 Kilometer).

Der tiefe Durchstieg, die Ausrüstung mit Laufrädern in 28 Zoll nebst Schmutzfängern und die im Rahmen integrierten Batterie unterstreicht die besondere Eignung des City-eBikes als bequemes und komfortables Fortbewegungsmittel.

Bild: Kia

Bild: Kia

Eine andere Zielgruppe spricht das E-Mountainbike von Kia an. Die sportlichen Fahrer können sich auf eine Rock Shox Federgabel vorne mit 100 Millimeter Federweg freuen, einer mittig am Unterrohr platzierten Batterie und 650-B-Laufrädern, welche mit Crossreifen ausgerüstet sind. Es soll wie gemacht für raues und anspruchsvolles Gelände sein und bringt den Fahrer bei seinen Aktivitäten circa 50 Kilometer weit.

Beide Varianten des Kia E-Bikes kommen auf ein Gewicht von ungefähr 20 Kilogramm und sind mit dem gleichen Antriebsstrang ausgerüstet. Der entnehmbare Akku kann in vier Stunden wieder voll aufgeladen werden. Der Mittelmotor unterstützt den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern, wie es durch die EU-Bestimmungen für Elektroräder vorgesehen ist.

Produktionsverfahren aus der Autoindustrie

Der neue „K Velo“ Prototyp wurde in Korea vom Kia Venture Business Development Team des zentralen Forschungs- und Entwicklungszentrums der Marke in Namyang entwickelt. Eine technische Besonderheit ist der neuartige Metallrahmen in Monocoque-Bauweise. Er wird in einem neuen Metall-Stanzverfahren in Verbindung mit einem automatisiertem Schweißprozess hergestellt, natürlich entsprechend den Qualitätsnormen der Automobilindustrie.

Das neue Stanzverfahren wurde extra für die Herstellung des „K Velo“-Rahmens entwickelt und stellt eine ganz neue Produktionsmethode dar. Die Rahmenhälften aus ultrahochfestem Stahl werden dabei erst gepresst und dann durch einen Roboter verschweißt. So bleibt die Qualität auf einem gleichbleibend hohem Niveau.

Die neue Methode ist im Gegensatz zum im Fahrradbereich normalerweise verwendeten Hydroforming-Verfahren deutlich komplexer und auch kostenintensiver. Dafür gibt es aber umso mehr Gestaltungsfreiheit bei der Konzeption des Rahmens. So werden neuartige Beschichtungen oder neue Konstruktionsstrukturen erst möglich. Auch eine Fertigung aus Aluminium, hochfestem Stahl oder sogar Edelstahl ist durchführbar.

Komponenten wie die Rahmen, Elektromotoren oder die Batterien wurden für die Prototypen in Korea gefertigt, die Endmontage fand jedoch in Deutschland statt. Für Bremsen und Schaltungen greift Kia auf Produkte des Branchenführers Shimano zurück.

Interessante Neuheiten gibt es hier von den Koreanern auf dem 85. Genfer Autosaloon. Leider ist bis jetzt nicht bekannt, ob bzw. wann die Kia E-Bikes „K Velo“ in Serie produziert werden. Wir bleiben aber dran und werden rechtzeitig wieder hier berichten.

Mehr Infos demnächst auf der Kia-Homepage.

Quelle: PM Kia
Bild: Kia