Ein komplett neu entwickeltes E-Cargobike aus Deutschland zeigt sich auf der Cyclingworld in Düsseldorf
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Schon auf der Eurobike 2016 war ein (nicht fahrbereiter) Prototyp des Cargonaut zu sehen. Die Entwicklung des E-Cargobikes wurde aber weitergeführt und in verschiedenen Stufen bis zum heutigen Stand gebracht.

Unter anderem auf der kommenden Cyclingworld 2018 in Düsseldorf kann man sich das Modell in der Realität ansehen und vielleicht auch ein paar Runden drehen?

Das E-Lastenrad Cargonaut

Hinter dem Cargonaut steckt der Hersteller von Hygieneprodukten Ophardt, welcher neben einer zusätzlichen Maritim-Sparte (www.ophardt-maritim.com) mittels der Ophardt e-motion GmbH nun auch in der Elektromobilität von sich reden machen möchte.

Dabei möchte man mit dem Cargonaut ein Modell anbieten, welches sich für diejenigen eignet, die im Alltag dauerhaft auf ein Auto verzichten wollen, dabei an ihre Gesundheit denken und zudem Spaß daran haben, draußen unterwegs zu sein.

Für die Entwicklung des Cargonaut stellte das Entwicklungsteam, welches aus Ingenieuren, Konstrukteuren und Designern, aber auch aus Biomechanikern besteht, grundsätzlich das Bekannte in Frage.

Sie denken alles neu und versuchen dabei, eine neue Klasse an E-Bikes zu schaffen. Das Cargonaut wird dabei zu 95 Prozent aus robustem Aluminium gefertigt, welches sich wieder recyclen lassen soll. Zudem ist es so ausgelegt, dass eine intensive Nutzung möglich ist. Neben einer hohen Zuladung von bis zu 150 Kilogramm soll der intelligente Antrieb mit einer Spitzenleistung von 2.000 Watt (Peak) aufwarten. In den drei Stufen Pedelec mit 250 Watt, mit 1.000 Watt oder mit 2.000 Watt (45 km/h) soll der Motor verfügbar sein.

 

Auch beim Akku setzt man auf neueste 48-V-Technologie. Hier soll optional die nächste Generation an Zellen zum Einsatz kommen, die ein mehr an Power liefert und mit mehr Ladezyklen belastet werden kann (2000 – 3000 Ladezyklen). Der Kunde hat die Wahl aus Li-Ion-Zellen mit 1.500 Wh (bis zu 500 Ladezyklen) oder den langlebigen LiFePo4-Zellen mit 750 Wh (bis zu 3.000 Ladezyklen). Hier sollen die Zellen auch für eine Schnellladung vorbereitet sein (1. Std. Ladezeit).

Die Kraftübertragung erfolgt über einen wartungsfreien Doppel-Zahnriemen von Gates, welcher ähnlich effizient wie eine Kette arbeitet, dafür aber mit zahlreichen Vorteilen hinsichtlich dem Pflegeaufwand besticht. In Sachen Bremsen vertraut man vorne auf 160-mm-Scheibenbremsen für Motorräder von Brembo, während hinten eine Fahrradscheibenbremse mit einem Durchmesser von 260 Millimetern zum Einsatz kommt.

Für die Lenkung hat man ein patentiertes Lenkneigungssystem entwickelt, bei welcher die Ladung trotz Kurvenfahrt in waagerechter Position bleibt. So kann man mit dem Cargonaut trotz Last noch dynamisch und wendig unterwegs sein, ohne dass man Angst haben muss, dass diese kippt oder gar herunterfällt. Zudem wurde der Schwerpunkt so niedrig wie möglich gehalten.

Prototyp

Weiter sind an dem Modell mit den schlauchlosen Niederquerschnittsreifen von Michelin natürlich Reifen verbaut, die eine hohe Tragfähigkeit besitzen (150 kg pro Rad) und für einen solchen Einsatzzweck optimiert und konzipiert wurden. Auch ein Einsatz in leichtem Offroad-Bereich soll damit möglich sein. Die zugehörigen 17-Zoll-Felgen sind maßgefertigt gegossen und pulverbeschichtet.

Ein Testfahrt mit einem Prototypen zeigt auf, wie das Chassis arbeitet:

Alle Fakten im Überblick:

  • Motor: Torquemotor 48 V – 1000 W – 300 U/min
  • High Quality – Batterie: LiFePo4-Zellen-Akku 48 V, 15 Ah, 750 Wh, 3.000 Ladezyklen
  • Standard – Batterie (alternativ): Li-Ion-Zellen-Akku 48 V, 30 Ah, 1500 Wh, 500 Ladezyklen
  • Ladezeit: 4 h (1 h mit Schnellladegerät)
  • Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h oder als Pedelec 25 km/h mit 250 W Motorleistung
  • Bremsen: 2×160 mm Motorrad Scheibenbremsen (vorne), 260mm Fahrrad Scheibenbremsen (hinten)
  • Beleuchtung: Supernova M99
  • Gewicht: 68 kg
  • Zuladung im Lastbereich: 150 kg
  • Länge: 1800 mm
  • Breite: 800 mm schmale Version oder 1000 mm breite Version
  • Höhe: 1100 mm

Neben unzähligen Testfahrten wurde das Cargonaut auch im internen Prüflabor des Unternehmens geprüft und musste sich dort unter anderem einem 24-stündigen Dauerlauf unterziehen. Dabei wurden zum Beispiel die Bremskräfte, die Motorleistung oder auch die maximale Geschwindigkeit bei höchster Beschleunigung überprüft.

Wir sind gespannt, wie das E-Cargobike aus dem niederrheinischen Issum als serienreifes Modell aussieht und werden die Entwicklung weiter verfolgen. Über weitere Neuerungen halten wir wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.

Bis dahin gibt es alle weiteren Informationen auf www.cargonaut-bike.de.

Bilder: Cargonaut
Video: Cargonaut