Auf der Cycling Industry Convention „towards tomorrow“ in Berlin plädiert JobRad für eine stärkere Nutzung des gesamten Fahrradlebenszyklus.
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Der Fahrradmarkt der Zukunft soll nicht allein durch den Verkauf neuer Fahrräder und Preisnachlässe wachsen. Vielmehr sieht Frank Hassler, CEO von JobRad, zusätzliche Potenziale in einer besseren Nutzung hochwertiger Fahrräder, einem erweiterten Serviceangebot und der professionellen Wiederaufbereitung gebrauchter Modelle. Seine Einschätzungen stellte er am 5. November 2026 auf der Cycling Industry Convention „towards tomorrow“ in Berlin vor.

Der Kongress wurde von den Branchenverbänden Verbund Service und Fahrrad (VSF), Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und Zukunft Fahrrad ausgerichtet. Hassler appellierte an die Fahrradwirtschaft, den gesamten Lebenszyklus eines Fahrrads stärker zu berücksichtigen und die Bereiche Zugang, Nutzung, Service und Wiederverwendung enger miteinander zu verbinden.

Dienstradleasing bleibt wichtiger Wachstumstreiber

Das Dienstradleasing hat nach Einschätzung von Hassler Millionen Beschäftigten den Zugang zu hochwertigen Fahrrädern ermöglicht. Allerdings nutze bislang nur ein vergleichsweise kleiner Teil der grundsätzlich berechtigten Arbeitnehmer dieses Angebot. JobRad sieht deshalb weiteres Wachstumspotenzial darin, die Verbreitung des Dienstradleasings zu erhöhen und zusätzliche Menschen für hochwertige Fahrrad- und E-Bike-Mobilität zu gewinnen.

Professionelle Wiederaufbereitung als zusätzlicher Markt

Eine wichtige Rolle für die zukünftige Entwicklung der Branche schreibt Hassler dem professionellen Gebrauchtfahrradmarkt zu. Mit der steigenden Zahl zurückgegebener Leasingräder wächst das Angebot an hochwertigen Fahrrädern, die nach einer fachgerechten Aufbereitung erneut genutzt werden können.

Das sogenannte Refurbishment soll dabei nicht in Konkurrenz zum Neuradgeschäft stehen, sondern zusätzliche Kundengruppen erschließen. Professionell aufbereitete Fahrräder könnten insbesondere Menschen ansprechen, die bislang keinen Zugang zu hochwertigen Modellen hatten. Gleichzeitig eröffne die Zweitnutzung Möglichkeiten für eine längere wirtschaftliche und nachhaltige Verwendung der Fahrräder sowie eine stärkere Kundenbindung an Hersteller und Fachhandel.

Mehr Servicekapazitäten und qualifizierte Fachkräfte gefragt

Damit sich diese Potenziale erschließen lassen, sieht Hassler die gesamte Fahrradbranche in der Verantwortung. Industrie, Handel und Servicepartner müssten enger zusammenarbeiten. Angesichts zunehmend hochwertiger und technisch komplexerer Fahrräder seien hauptsächlich zusätzliche Servicekapazitäten und bessere Ausbildungsbedingungen erforderlich.

Der Fachhandel müsse langfristig auf ausreichend qualifizierte Fachkräfte zurückgreifen können, um den steigenden Anforderungen bei Wartung, Reparatur und Wiederaufbereitung gerecht zu werden.

Digitale Daten als Grundlage für den Gebrauchtmarkt

Neben Service und Fachpersonal spielen nach Ansicht des JobRad-CEO auch digitale Informationen eine entscheidende Rolle. Einheitliche Qualitätsstandards und eine größere Transparenz über den technischen Zustand gebrauchter Fahrräder seien wichtige Voraussetzungen für einen funktionierenden Zweitmarkt.

Digitale Daten könnten künftig dazu beitragen, die Wiederaufbereitung, Finanzierung und den Wiederverkauf effizienter und besser planbar zu gestalten. Insbesondere verlässliche Informationen über den Zustand eines Fahrrads seien notwendig, um stabile Restwerte kalkulieren und darauf aufbauend attraktive Finanzierungs- und Leasingangebote entwickeln zu können.

Hasslers zentrale Botschaft an die Fahrradwirtschaft: Die Branche sollte Fahrräder nicht ausschließlich als Verkaufsprodukte betrachten, sondern ihren gesamten Lebenszyklus stärker in den Mittelpunkt stellen. Dienstradleasing, professionelle Wiederaufbereitung, Service und digitale Prozesse könnten dabei gemeinsam neue Wachstumsmöglichkeiten für den Fahrradmarkt schaffen.

Weitere Informationen unter: www.jobrad.org.

Quelle: PM JobRad
Bilder: JobRad