Neue Untersuchung zeigt die wirtschaftliche Bedeutung des Radreisemarktes. Rund 319 Millionen fahrradtouristische Aufenthaltstage wurden 2025 gezählt. Zugleich bleibt erhebliches Potenzial ungenutzt.
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Der Fahrradtourismus hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für Deutschland entwickelt. Im Jahr 2025 lösten Radreisen und Tagesausflüge an den Zielorten einen Bruttoumsatz von 18,1 Milliarden Euro aus. Die direkte und indirekte Wertschöpfung belief sich auf 8,4 Milliarden Euro. Das geht aus ersten Ergebnissen der neuen Grundlagenuntersuchung „Fahrradtourismus in Deutschland“ hervor, die der Deutsche Tourismusverband (DTV) mit Förderung des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) erstellt hat.

Insgesamt ermittelte die Untersuchung für 2025 rund 319,3 Millionen fahrradtouristische Aufenthaltstage. Darunter fallen sowohl Urlaubsaufenthalte als auch Tagesausflüge, die mit 70 Prozent den größten Anteil ausmachen. Von den Ausgaben der Radreisenden und Ausflügler profitieren insbesondere das Gastgewerbe, der Einzelhandel sowie regionale Mobilitäts- und Freizeitdienstleister.

Großes Interesse, aber noch ungenutzte Chancen

Die Untersuchung zeigt neben der wirtschaftlichen Bedeutung auch weiteres Wachstumspotenzial. 27,8 Millionen Menschen im Alter zwischen 14 und 74 Jahren interessieren sich stark für Radfahren oder Mountainbiken im Urlaub. Allerdings wird dieses Interesse bislang nicht vollständig in tatsächliche Reisen und Ausflüge umgesetzt.

Zusätzliche Gäste sieht der DTV hauptsächlich in jüngeren Altersgruppen, bei Familien und in urbanen Zielgruppen. Darüber hinaus bieten potenzielle Besucher aus den Niederlanden, der Schweiz und Österreich sowie ältere, reisefreudige Menschen weitere Möglichkeiten für die Entwicklung des Fahrradtourismus.

DTV-Präsident Reinhard Meyer sieht dafür vor allem bei den Rahmenbedingungen Handlungsbedarf. Er fordert verlässlich gepflegte Radwege, eine bessere Anbindung an Bus und Bahn sowie Angebote, die sich unkompliziert planen und buchen lassen. Bund, Länder, Kommunen und Tourismuswirtschaft müssten dabei gemeinsam vorgehen.

Routenangebot seit 2009 deutlich gewachsen

Seit der ersten bundesweiten Grundlagenuntersuchung im Jahr 2009 hat sich das touristisch vermarktete Routenangebot in Deutschland erheblich vergrößert. Die Zahl der Radrouten stieg von damals rund 150 auf inzwischen etwa 320. Auch die Gesamtlänge hat sich ungefähr verdoppelt und beträgt mittlerweile mehr als 100.000 Kilometer.

Parallel dazu haben sich digitale Informationsangebote, die Qualitätssicherung und touristische Dienstleistungen weiterentwickelt. Die vorhandene Infrastruktur müsse nun stärker in attraktive und einfach nutzbare Reiseangebote übersetzt werden, lautet eine zentrale Empfehlung der Untersuchung. Dafür sollten Radwege, öffentliche Verkehrsmittel, touristische Services, digitale Informationen und buchbare Reiseprodukte besser miteinander verzahnt werden.

Auch Staatssekretärin Dr. Claudia Elif Stutz im Bundesministerium für Verkehr betont die Bedeutung des Radverkehrs über den Mobilitätsbereich hinaus. Mit dem Radnetz Deutschland solle das vorhandene Potenzial weiter erschlossen und die Infrastruktur gestärkt werden. Davon könnten sowohl Reisende als auch Pendler profitieren.

Vollständige Untersuchung folgt

Die neue Grundlagenuntersuchung knüpft an die erste bundesweite Erhebung aus dem Jahr 2009 an. Sie betrachtet die wirtschaftliche Bedeutung des Fahrradtourismus, die Entwicklung von Angebot und Nachfrage sowie aktuelle Trends und Herausforderungen. Darüber hinaus enthält sie Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung des Radreisemarktes in Deutschland.

Ein Kurzbericht mit den wichtigsten Ergebnissen ist bereits verfügbar. Die vollständige Untersuchung mit vertiefenden Analysen und Handlungsempfehlungen soll zeitnah veröffentlicht werden, die Zusammenfassung der Kernbotschaften gibt es schon jetzt.

Quelle: PM DTV
Bilder: DTV