Bernd Lange (SPD), Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, hat gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Medien den Lastenradhersteller Yoonit in Hamburg-Bahrenfeld besucht. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Herausforderungen für kleine, innovative Unternehmen, die in Europa produzieren, sowie die Auswirkungen des internationalen Wettbewerbs auf die Fahrradbranche.
Die Yoonit-Gründer und Geschäftsführer Johann Cohrs und Sebastian Adler führten die Besucher durch die Produktion. Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben auf eine nachhaltige Fertigung in Europa und bevorzugt europäische Komponenten. Damit steht Yoonit für einen Ansatz, der die regionale Wertschöpfung und europäische Lieferketten in den Vordergrund stellt.
Wettbewerbsdruck durch Importe aus China
In den Gesprächen ging es insbesondere um die politischen Rahmenbedingungen, die kleine und mittelständische Unternehmen für ihre weitere Entwicklung benötigen. Bernd Lange war unmittelbar zuvor mit Interviews zu den aktuellen Gesprächen der EU mit China beschäftigt. Entsprechend spielten sowohl die Handelsbeziehungen mit China als auch der Wettbewerbsdruck durch illegal eingeführte E-Bikes eine Rolle.
Die Themen berühren zentrale Fragen für die europäische Fahrradindustrie: Wie lassen sich faire Wettbewerbsbedingungen schaffen, und wie können Unternehmen gestärkt werden, die auf europäische Produktion und Komponenten setzen?
Wasilis von Rauch, Geschäftsführer des Branchenverbands Zukunft Fahrrad, bewertete den Austausch positiv. „Bernd Lange war ein sehr gut informierter Gast und hat gezielt und interessiert nachgefragt“, erklärte er. Yoonit zeige, dass Fahrräder auch heute erfolgreich in Europa produziert werden könnten. Damit solche Unternehmen wachsen könnten, brauche es faire Wettbewerbsbedingungen und politische Rückendeckung in Berlin und Brüssel (siehe dazu auch unseren Meinungsartikel; Anm. d. Red.).
Hamburger Pilotprojekt setzt auf Verkehrsdaten
Neben den industriepolitischen Themen stellte die Stadt Hamburg das EU-geförderte Projekt MegaBITS vor. In Pilotprojekten wird untersucht, wie sich der Radverkehr mithilfe von Daten optimieren lässt. Die Projektbeteiligten signalisierten Interesse an Kooperationen mit der Fahrradwirtschaft.
Der Besuch brachte damit zwei Perspektiven zusammen: die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige Fahrradproduktion in Europa und die Möglichkeiten, den Radverkehr durch datenbasierte Ansätze weiterzuentwickeln. Ob aus den Gesprächen konkrete Kooperationen oder politische Maßnahmen entstehen, blieb zunächst offen.






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